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"Mieses Angebot" Gewerkschaften lehnen Arbeitgeber-Angebot ab

Die Gewerkschaften lehnen das Angebot der Arbeitgeber von 3,3 Prozent mehr Lohn in den nächsten zwei Jahren ab. Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr, mindestens aber 200 Euro.

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben das Gehaltsangebot der Arbeitgeber als "völlig unakzeptabel" abgelehnt. "Damit werden nur die Reallohnverluste in den nächsten zwei Jahren fortgeschrieben", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Montag in Potsdam. Das Angebot decke nicht einmal den absehbaren Preisanstieg in den nächsten zwei Jahren ab. Auch enthalte es keinerlei soziale Komponente.

Die Arbeitgeber hatten bei der zweiten Tarifrunde für die zwei Millionen Beschäftigten beim Bund und den Kommunen angeboten, die Gehälter ab Mai 2012 um 2,1 Prozent und ab März 2013 noch einmal um 1,2 Prozent anzuheben. Hinzu sollte eine Einmalzahlung von 200 Euro kommen. Der Tarifvertrag war bereits Ende Februar ausgelaufen.

Nach Rechnung der Gewerkschaften würden damit die Gehälter in den kommenden zwei Jahren im Schnitt lediglich um 1,77 Prozent steigen - unter Berücksichtigung der zweimonatigen Erhöhungspause und der Einmalzahlung. Bsirske: "Das Angebot wäre vom Volumen her auch bei einer Laufzeit von nur einem Jahr nicht akzeptabel."

Öffentliche Dienst werde Personalprobleme bekommen

Der Verhandlungsführer der dbb-Tarifunion, Frank Stöhr, sprach von einem "miesen Angebot". Damit würden die Reallohnverluste bei weitem nicht wettgemacht. Der öffentliche Dienst werde zunehmend Probleme bekommen, qualifiziertes Personal zu bekommen.

GEW-Vorstandsmitglied Ilse Schaad sagte, viele Erzieherinnen in Kitas bekämen von den Arbeitgebern nur Teilzeitangebote. Von diesen Gehältern könnten sie aber kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten. Die Verhandlungen sollen am frühen Abend fortgesetzt werden.

130.000 Beschäftigte streikten letzte Woche

An Warnstreiks im öffentlichen Dienst hatten sich in der vergangenen Woche nach Gewerkschaftsangaben 130.000 Beschäftigte beteiligt. Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr, mindestens aber 200 Euro.

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