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"Alles für 11 Euro" Dubiose Arbeitsverträge bei Friseur-Discountern

Jeden Tag eröffnen rund vier Friseurläden. Problem - die Kundenzahl bleibt gleich. Also unterbieten sich viele Ketten mit den Preisen. Auf der Strecke bleiben dabei offenbar die Mitarbeiter.

Bei deutschen Billigfriseuren sind einem Bericht zufolge Rechtsverstöße in Arbeitsverträgen offenbar an der Tagesordnung. Viele Billigketten arbeiten nach Informationen der "Welt am Sonntag" mit Arbeitsverträgen, die Mindestumsatzvorgaben für die angestellten Friseure enthalten.

Solche Vorgaben seien jedoch nach Ansicht von Arbeitsrechtlern und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nicht gesetzlich erlaubt.

Finanzkontrolle Schwarzarbeit

Auch könnten offenbar einige der Ketten ihre Niedrigpreise nur anbieten, indem sie von vornherein mit unbezahlten Überstunden kalkulierten. Die Zeitung beruft sich auf eidesstattliche Erklärungen sowie Arbeitsverträge von Mitarbeitern verschiedener Ketten.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) forderte schärfere Kontrollen der Betriebe. "Wir fordern nicht nur auf dem Bau, sondern auch in allen anderen Dienstleistungsbereichen schärfere regelmäßige Kontrollen, um Schwarzarbeit und Scheinselbstständigkeit aufzudecken", sagte Verbandspräsident Otto Kentzler der Zeitung. Grundsätzlich müsse der Markt für alle Anbieter offen sein.

Die Einhaltung der gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen müsse aber sicher gestellt sein. Bisher kontrolliert die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls die Friseurbetriebe lediglich in unregelmäßigen Schwerpunktprüfungen.

In der deutschen Friseurbranche tobt ein ruinöser Verdrängungswettbewerb. Jeden Tag eröffneten zuletzt laut Statistik des Zentralverbands des Deutschen Handwerks im Schnitt vier neue Salons - bei insgesamt gleichbleibender Kundenzahl. Mittlerweile ist nach Branchenschätzungen fast jeder zehnte Friseursalon ein Discounter.

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