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Protestaktionen in Berlin Hebammen fordern bessere Vergütung

Hebammen haben 30 Prozent mehr Lohn gefordert, vor allem um die steigende Berufshaftpflichtversicherung kompensieren zu können. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr verspricht Hilfe.

Simulationen von geplatzten Fruchtblasen und einer Sturzgeburt mitten auf der Straße: Dutzende Hebammen haben mit einer Protestaktion vor dem Gesundheitsministerium für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. "Das Problem ist, dass wir angesichts der hohen Verantwortung, die wir tragen, nicht angemessen vergütet werden", sagte die Vorsitzende des Berliner Hebammenverbandes, Susanna Rinne-Wolf, am Freitag - einen Tag vor dem Internationalen Hebammentag.

Freiberufliche Geburtshelferinnen verhandeln derzeit mit den gesetzlichen Kassen über eine Anhebung ihres Gehalts. "Unsere Forderung liegt bei 30 Prozent mehr Lohn", sagte Rinne-Wolf. Gleichzeitig protestierten die Frauen gegen die steigende Berufshaftpflichtprämie.

60 Prozent der Hebammen arbeiten freiberuflich

Bei der Protestaktion stellten sie eine Welt ohne Hebammen dar - und simulierten Geburten mitten auf der Straße. Nach Angaben des Deutschen Hebammenverbandes gibt es hierzulande rund 18.000 Geburtshelferinnen, rund 60 Prozent arbeiten freiberuflich.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat sich für eine bessere Vergütung der Hebammen ausgesprochen. Die Krankenkassen müssten die Sorgen der Hebammen, die durch weiter steigende Beiträge für die Berufshaftpflichtversicherung belastet seien, ernst nehmen, sagte Bahr am Freitag am Rande eines Treffens mit FDP-Gesundheitspolitikern in Erfurt. Die im vergangenen Jahr erfolgte Anpassung der Vergütung reiche offenbar nicht aus, um die steigenden Kosten abzudecken.

Teure Berufshaftpflichtversicherung

Nach einem vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebenen Gutachten fallen für die Berufshaftpflichtversicherung der Hebammen bereits jetzt Jahresprämien von fast 3700 Euro an. Eine Erhöhung um 15 Prozent sei für diesen Juli zu erwarten. "Ich möchte nicht, dass Hebammen wegen steigender Haftpflichtprämien aufgeben müssen", sagte der Minister.

Ziel müsse sein, die freie Wahl der Geburtshilfe und eine wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten. Nach dem Gutachten sei das in der Regel gewährleistet. Es sei jedoch erkennbar, dass beispielsweise bei der Wochenbettbetreuung von Frauen die Nachfrage größer als das Angebot sei. Bahr forderte die Krankenkassen auf, das Gutachten, dem die Befragung von etwa 3600 Hebammen zu Grund liegt, zum Anlass für eine höhere Vergütung zu nehmen. Es gebe schon jetzt Anzeichen dafür, dass Hebammen wegen der hohen Belastung durch Versicherungsprämien ihr Angebot in der Geburtshilfe einschränken

Rein weibliche Domäne

Der Hebammenberuf ist eine rein weibliche Domäne: 2010 gab es laut Statistik in deutschen Krankenhäusern einen einzigen fest angestellten "Entbindungspfleger", wie männliche Hebammen genannt werden. Er arbeitet in Hessen.

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