Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

"Poor" im Crashtest Daimler droht ein PR-Desaster

Bei klassischen Crash-Szenarien sind deutsche Limousinen Spitze. Ein neuer US-Test lässt sie dagegen alt aussehen - und könnte für Daimler und Audi schlimmere Folgen als einen Blechschaden haben.

Dieser simulierte Unfall tut sogar beim Zuschauen weh: Eine Limousine fährt zügig auf eine Mauer zu. Der moderne Wagen prallt mit seinem linken Scheinwerfer auf. Das Hindernis frisst sich regelrecht durch die komplette Seite, als ob sie nicht aus Stahl, sondern aus Butter wäre. Das Vorderrad knickt weg, erst an der Fahrgastzelle kommt es zum Stopp. Ein Mensch hätte wohl überlebt, aber seine Verletzungen wären schwer gewesen.

Es ist ein ungewöhnlicher Crashtest, den das renommierte Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) aus den USA durchgeführt hat. Ungewöhnlich in zweierlei Hinsicht: Statt wie üblich einen Wagen mit 40 Prozent seiner Front auftreffen zu lassen, waren es in diesem Fall nur 25 Prozent. Das bedeutet, dass die Energie des Aufpralls auf eine viel kleinere Fläche wirkt. Ungewöhnlich aber auch deshalb, weil ausgerechnet deutsche Oberklassenhersteller miserabel abschnitten.

"Mangelhaft" für Nobelkarossen

Die C-Klasse von Mercedes-Benz und der Audi A4 bekamen die Note "mangelhaft" verpasst, der 3er BMW und der Volkswagen CC erreichten mit einem "grenzwertig" kaum bessere Werte. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass auch die Konkurrenzmodelle von der Toyota-Nobelmarke Lexus oder der Ford-Tochter Lincoln dem Hindernis kaum etwas entgegenzusetzen hatten.

Beinahe jedes Auto schneide in den üblichen Crashtests mittlerweile gut ab, sagte Institutschef Adrian Lund. "Aber wir sehen immer noch jedes Jahr mehr als 10.000 Tote bei Frontalzusammenstößen." Hauptgrund seien Unfälle, bei denen der Wagen nur mit einem kleinen Teil seiner Front aufpralle - wie etwa beim Streifen eines Baumes am Straßenrand. "Das sind ernsthafte Unfälle und unser neuer Test trägt dem Rechnung."

"Wir wollen das nicht bagatellisieren"

Bei Mercedes-Benz zweifelt man die Realitätsnähe des neues Crashtests an. Der Leiter der Unfallforschung, Dirk Ockel, stößt sich vor allem daran, dass ein starres Hindernis verwendet wurde, "weil die Wahrscheinlichkeit, auf der Fahrerseite von einem entgegenkommenden Fahrzeug gestreift oder getroffen zu werden, um ein Vielfaches höher ist, als in einen rechteckigen Betonpfeiler zu fahren". Dennoch versicherte Mercedes, man nehme den Test ernst und ziehe seine Schlüsse daraus.

Ähnlich reagierte der Rivale Audi. "Wir wollen das nicht bagatellisieren", sagte ein Sprecher. Aber einen derartigen Zusammenstoß gebe es in der Realität nur selten. In Deutschland gehe es um vier Prozent der Unfälle mit Todesopfern oder Schwerverletzten. Dennoch wird Audi nachbessern: "Die Erkenntnisse aus diesem neuen Test werden wir bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge berücksichtigen."

Messlatte neu ausrichten

Der Grund ist simpel: Das IIHS wird den neuen Crashtest künftig in die Vergabe seiner Noten einbeziehen. Und kein Hersteller kann es sich leisten, schlecht abzuschneiden. "Es ist ein offenes Geheimnis, dass die heutigen Autokonstruktionen speziell auf die existierenden Tests abgestimmt sind, um besonders hohe Noten zu erreichen", sagt der langjährige Mitarbeiter eines Autokonzerns, der anonym bleiben möchte. "Nach irgendwelchen Vorgaben muss man schließlich die Wagen bauen."

Das führt allerdings dazu, dass mittlerweile fast alle Wagen die Bestnote erhalten. "Jetzt muss man halt die Messlatte höher legen", sagt der Branchenkenner. "Das war schon in der Vergangenheit so. Zuerst wurden die Wagen mit ihrer ganzen Front gegen eine Mauer gefahren, dann kam der Seitenaufprall-Test hinzu und später in Europa der Fußgänger-Test." Mit der Zeit, da ist er sich sicher, würden alle Wagen auch diesen neuen Crashtest problemlos bestehen.

Lediglich drei von elf getesteten Fahrzeuge schnitten bislang gut oder zumindest akzeptabel ab, darunter der Volvo S60. Volvo-Sicherheitsexperte Thomas Broberg konnte seine Freude nicht verbergen: "Dieser Test zeigt, dass unser Sicherheitssystem funktioniert." Nach Ansicht von IIHS-Chefs Lund liegt das an einer besonderen seitlichen Verstrebung, die Volvo einbaut. Der Hersteller unterziehe schon seit Mitte der 1980er Jahre seine Wagen diesem speziellen Test, sagte Lund.

Die deutsche Konkurrenz vermutet, dass der Vorsprung von Volvo schlicht aus der Beschaffenheit des Heimatlands zu erklären ist: In Schweden mit seinen weiten Landschaften seien Unfälle mit Bäumen viel häufiger als etwa in Deutschland. Und wenn in Deutschland Bäume die Straßen säumten - dann gebe es zumeist Leitplanken.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
 
 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()
 
 
 
Mehr Artikel aus dem Ressort Wirtschaft
Daimler schickt erstmals selbstfahrende Lastwagen auf die Straße - allerdings in den USA. Foto: Daimler AG - Global Communication/dpa
USA
Daimler erhält Zulassung für selbstfahrenden Lkw
Die GDL will ungeachtet des neuen Vorschlags der Bahn bis Sonntag streiken.
Liveticker zum Bahn-Rekordstreik
Bahnstreik kommt auf der Straße an
EA übertrifft Erwartungen der Analysten
Dank "Fifa" und "Battlefield"
US-Spieleentwickler EA übertrifft Erwartungen
Besucher auf der Re:publica
Re
publica 2015: Geheimdienste bedrohen Freiheit im Netz
Sarah Geser auf der Re:publica
Podcast
Die vernachlässigte Schwester des Blogs
GDL-Chef Claus Weselsky ließ sich in Köln von streikenden Lokführern feiern.
GDL streikt weiter
Weselsky lacht über Grubes "PR-Gag"
Re:publica 2015 in Berlin
Podcast
Die vernachlässigte Schwester des Blogs
Germanwings-Absturz
Wirtschaft
Hannover Rück trotz Germanwings-Absturz mit Gewinnplus
Startbahnsanierung Flughafen Schönefeld
Wirtschaft
Hauptstadtflughafen braucht zum Start provisorische Erweiterung
Henkell Sekt
Wirtschaft
Sektkellerei Henkell setzt auf anziehenden Heimatmarkt
Börsengang von Windeln.de
Wirtschaft
Börsenstart von Windeln.de geht daneben
Hugo Kleine telefoniert während seiner Arbeit am Empfang einer Behörde in Kiel.
Rente? Vielleicht mit 80
Immer mehr Deutsche arbeiten durch
Google
Google-Sicherheitschef
Keine Hintertüren für Geheimdienste
Der Ausstand in den Kitas soll notfalls auch über Pfingsten hinaus andauern.
Unbefristete Kita-Streiks
"Keine Frage, das wird Eltern hart treffen"
In diesem Jahr haben die Strompreise um rund 0,3 Cent pro Kilowattstunde im bundesweiten Durchschnitt nachgegeben.
Erstmals seit zehn Jahren
Strompreise sinken wieder
Facebook
Wirtschaft
Verbraucherschützer wollen gegen Facebook klagen
Indexfonds an der Börse
Wirtschaft
ETF - börsengehandelte Indexfonds
Groupon
Wirtschaft
Rabatt-Website Groupon senkt Verlust
Allianz
Wirtschaft
Allianz-Aktionäre verabschieden Chef Diekmann mit Lob
BMW-Logo
Schwacher Euro, hohe Nachfrage
BMW wächst kräftig
Bauarbeiten in Shanghai: Chinas Industrie wuchs weniger als prognostiziert.
Einkaufsmanagerindex
Chinas Industrie kommt nur langsam auf Touren
Billigstes Auto der Welt: Der Tata Nano umgerechnet 1700 Euro kosten.
Billig, Billiger. Tata
Auto für 1700 Euro in Indien vorgestellt
HandyInternet
Zehn mobile Surftipps
Das Netz aufs Handy holen
Aust-Nachfolge
Neue Spiegel-Spitze
70-Millionen-Euro-Deal
Kölmel verkauft Kinowelt
Delta Air Lines
Kommt die Mega-Airline?
Fusionsgerüchte um Delta Air Lines
Wegen GDL-Abschluss
Mehdorn: Preise rauf, Bahner raus
Die Ölpreise sind nach der saudischen Ankündigung gesunken.
Sinkende Benzinpreise
Saudi-Arabien bereit zu höherer Öl-Produktion
GDBA droht Tarifvertrag zu kündigen
Doch wieder Bahnstreiks?
Rolling Stones
Rückschlag für EMI
Rolling Stones wollen Label wechseln
Immobilienkrise
Immobilienkrise
Bush plant Finanzspritze für US-Wirtschaft
Extra
Ein Extra für Rewe
Handelskonzern kauft Supermarktkette von Metro
Auftakt der Grünen Woche
Kein Klonfleisch im Supermarkt
Schließung "sehr genau durchdacht"
Nokia verhandelt nicht
Mehdorn nimmt Drohung zurück
Doch kein Stellenabbau bei der Bahn
George W. Bush
Gegen Rezessionsängste
Bush präsentiert Konjunkturprogramm
Dax
Panikverkäufe an den Börsen
DAX bricht über sieben Prozent ein
 
Errol Brown ist tot. Foto: Maurizio Gambarini
Kultur & Gesellschaft
Hot-Chocolate-Frontmann Errol Brown gestorben
Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Toluna können knapp die Hälfte der Befragten ihren Job nicht leiden.
Umfrage
Rund jeder zweite Arbeitnehmer ist mit Job unzufrieden
Der amerikanische Regisseur und Schauspieler Orson Welles spricht am 14.08.1950 im Boccaccio in Hamburg mit Journalisten.
Orson Welles
Das Genie, das zu früh zu gut war
Mehr als zehn Stunden am Stück sind auf keinen Fall erlaubt.
Wieder länger im Büro
Was Mitarbeiter über Überstunden wissen müssen
Spielzeug in XXL: Studenten der Technischen Universität Braunschweig bauten einen riesigen Papierflieger - und kamen damit ins Guiness-Buch der Rekorde.
Rekorde an der Alma Mater
Außergewöhnliche Fakten rund um die Uni
Streifen-Shirts liegen im Trend
Kultur & Gesellschaft
Ringel-Shirts und helle Hosen - Aktuelle Mode-Highlights
Urlaub am Strand
Höchster Wert seit Jahresbeginn
Mittelmeer über 20 Grad
Vielseitiges Olivenöl
Reise
Olivenöl nicht zum Qualmen bringen
Kosten für Mitnahme eines Babys
Reise
Für Babys an Bord werden häufig Kosten fällig
Kasimir Malewitsch
Kultur & Gesellschaft
Kunstsammlung NRW zeigt Malewitsch-Schenkung
Minze im Garten
Wohnen
Der Blüte zuvorkommen - So werden Kräuter richtig geerntet
Entsorgung einer Bananenschale
Fruchtfliegen vorbeugen
Obstabfälle nicht zum Kompost geben
Organspendeausweis
Gesundheit
Bereitschaft zur Organspende kann widerrufen werden
Das Kreuzfahrtschiff "Celebrity Silhouette" läuft in Rostock-Warnemünde ein.
Erste Schiffe eingelaufen
Kreuzfahrtsaison in Rostock startet
Etwa 4,3 Millionen Tagungsgäste besuchten die Stadt am Main im vergangenen Jahr.
So viele Kongresse wie nie
Frankfurt feiert Tagungsrekord
Die arabische Fluglinie Etihad hat bereits luxuriöse Kabinenabteile in der First Class eingeführt. Konkurrent Emirates will jetzt nachziehen.
Luxus-Schlafkabinen
Emirates plant neue First Class
Teilungserklärung wichtig für Eigentümer
Wohnungseigentum
Das Wichtigste zur Teilungserklärung
Reisender an der Zollstation
Vorsicht Zoll
Urlauber müssen Reisefreimengen beachten
Eines der zerstörten Mosaike vor und nach der "Restaurierung".
"Karikaturen ihrer selbst"
Restauratoren zerstören Mosaik-Schätze
Jeff Bridges
Kultur & Gesellschaft
Jeff Bridges dreht Action-Thriller "Comancheria"
May-Blog , 17.10.2008
Finanzpaket ist auf dem Weg - werden die Bankmanager nun zur Kasse gebeten?
Space Invaders
Mobiler Klassiker
Space Invaders
Kalorienzähler
Abnehmen leicht gemacht
Handy - Kalorienzähler
Skispaß seit mehr als 100 Jahren: Borowez ist der älteste Wintersportort in den Bergen Bulgariens. (Bild: Vassil Donev/EPA/dpa/tmn)
Piste endet am Hotel
Piste endet am Hotel - Günstiger Skiurlaub in Bulgarien
Heuschnupfensaison hat begonnen
Gesundheit!
Heuschnupfensaison hat begonnen - Haselpollen fliegen
Pons
Mobil übersetzen
Das Handy-Wörterbuch von PONS
berufsausbildung
Arbeiten im Ausland
Berufsabschlüsse bald besser vergleichbar
Stress im Job gefährdet das Herz
Stressiger Job?
Risiko für Herzkrankheit deutlich höher
animateure
Animateure gesucht
Arbeiten wo andere Urlaub machen
spiegel
Expertentipp
Mathematisches Verständnis fördern