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Streik bei Opel in Bochum "Wer uns wehtut, dem tun wir weh"

In Bochum sitzt der Schock über das Aus des Opel-Werks tief. Doch die Arbeiter wollen nicht aufgeben. Im Werk standen die Bänder heute für Stunden still - und die Streiks sollen weitergehen.

Gerade noch hat Opel-Betriebsrat Rainer Einenkel durch die Gitterstäbe hinweg Interviews am Bochumer Werkstor Vier gegeben - jetzt steht er auf einer improvisierten Bühne und schwört seine Belegschaft auf harte Verhandlungen mit der GM-Führung ein: "Wir werden dafür kämpfen müssen, dass wir neue Fahrzeuge nach Bochum kriegen."

Nacheinander treten Einenkel und seine Kollegen an die Mikrofonanlage: "Wir zeigen der Konzernführung, dass man auf uns nicht verzichten kann", "Wir stehen zusammen", "Der Kampf muss mit aller Härte geführt werden" - das sind die Botschaften, die von Hunderten Opelanern der Mittagsschicht im Werkshof beklatscht werden. In der Kälte harren sie aus, verzögern den Dienstbeginn um eine Stunde. Denn: "Wer uns wehtut, dem tun wir weh", ruft ein Mitarbeiter seinen Kollegen zu.

Streit um Feier

Es ist die zweite Versammlung der Belegschaft an diesem Tag. Schon während der Frühschicht hatten die Bänder rund eine Stunde lang stillgestanden, damit die Mitarbeiter die "Informationsveranstaltung" am Werkstor besuchen konnten, bestätigten Sprecher von Werk und Betriebsrat. Eine weitere Aktion sollte vor der Nachtschicht um 22 Uhr folgen. "Und das ist erst der Anfang, wir fangen erst mal klein an", so ein Sprecher des Betriebsrates.

Die derzeit noch gut 3000 Opel-Mitarbeiter wollen um ihr Werk kämpfen. Zu Wochenbeginn hatte die Firmenspitze ihre Pläne für das Ende der Autoproduktion nach 2016 bekanntgegeben. Das traditionsreiche Ruhrgebietswerk soll nicht ganz verschwinden; als Ersatzteilzentrum und Komponentenwerk würde aber ein Großteil der Stellen wegfallen. "Wir sind Fahrzeugwerk und das wollen wir auch zukünftig bleiben", sagt Betriebsratschef Einenkel.

Allein am Vormittag nahmen rund 1700 Menschen an der Kundgebung im Werk teil. "Nokia, ThyssenKrupp, Opel - Zukunft für die Region!" und "Wir sind keine Bank, aber systemrelevant", stand auf Spruchbändern vor dem Tor Vier des Bochumer Werkes. Eine Abordnung einer Bochumer Gesamtschule überbrachte Solidaritätstransparente mit Hunderten Unterschriften.

Die Arbeitnehmervertreter wollen die Einstellung der Autoproduktion in Bochum nicht akzeptieren. Der Familien-Van Zafira müsse auch nach 2016 in Bochum gefertigt werden und außerdem der neue sportliche Geländewagen Mokka nach Bochum kommen, fordern sie auf einem Informationsblatt. Offenbar wolle die Werksleitung den Mokka nach Spanien vergeben, weil die Beschäftigten dort zu einem 30-prozentigen Lohnverzicht bereit seien, heißt es darin.

Die Bochumer Beschäftigten sind auch verärgert, weil die Werksleitung die ursprünglich für diesen Samstag geplante Feier zum 50-jährigen Bestehen des Bochumer Werks abgesagt hat. Rund 20.000 Menschen sollten zu dem Familienfest kommen. Einenkel nannte die mit Sicherheitsbedenken begründete Entscheidung "armselig". Im traditionsreichen Bochumer Werk waren unter anderem zahlreiche Generationen des Opel Kadett gefertigt worden. Zu Jahresbeginn planen die Opelaner jetzt selbst ein großes Solidaritätsfest für das Werk.

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