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High-Tech aus Bochum Bergbaumaschinen als neuer Exportschlager

Das Geschäft mit Bergbaumaschinen boomt in Deutschland - trotz des bereits beschlossene Endes für den Steinkohlenbergbau. Im Ruhrgebiet macht ein Familienunternehmen gute Geschäfte.

Erfolgsgeschichte aus der Opel-Stadt Bochum: Während nur wenige Kilometer entfernt die Auto-Produktion vor dem Aus steht und 3000 Opelaner um ihre Jobs bangen, behauptet sich das Familienunternehmen Eickhoff auf einem weltweiten Markt. "In zehn Jahren werden wir definitiv in voller Stärke noch da sein", ist sich Karl-Heinz Rieser, Leiter des Bereichs Bergbautechnik, sicher.

Mit rund 1100 Beschäftigten in Bochum und insgesamt gut 1800 Mitarbeitern in der Gruppe zählt das Unternehmen zu den wichtigsten Arbeitgebern in der krisengeplagten Revierstadt - noch mehr Menschen beschäftigen etwa Universität, Stadtverwaltung und der Autobauer.

Das bis 2018 geplante Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus quittiert der Chef des weltweit aktiven Bergbauzulieferers, Paul Rheinländer, mit Bedauern. Große Folgen für sein Geschäft werden die anstehenden Zechen-Stilllegungen jedoch nicht mehr haben.

"Der Exportanteil im Geschäft mit Bergbau-Maschinen wird dann zwangsläufig auf 100 Prozent steigen", so der Geschäftsführer des in der fünften Generation in Familienhand geführten Traditionsunternehmens. Für Eickhoff ist das keine allzu große Umstellung: Schon heute werden 96 Prozent der Produktion im Bereich Bergbaumaschinen ins Ausland verkauft.

Zu den Exportschlagern aus dem Ruhrgebiet gehört eine der größten Bergbaumaschinen der Welt. Im chinesischen Steinkohle-Bergbau frisst sich die gelbe Monster-Maschine Tag und Nacht durch bis zu zwei Stockwerke hohe Kohle-Flöze. Erdacht und gebaut wurde das bis zu fünf Millionen Euro teure Gerät von hochqualifizierten Spezialisten im Ruhrgebiet. Verkauft wird die Sonderanfertigung für bis zu sieben Meter hohe Kohlelagerstätten bislang nur in China.

"Es gibt nirgendwo auf der Welt so hohe Strebe wie in China und es gab nirgendwo auf der Welt die passende Ausrüstung dafür", stellt Rheinländer fest. China ist zusammen mit Russland wichtigster Absatzmarkt. Erste Großaufträge aus Russland konnte das 1864 gegründete Unternehmen bereits im Jahr 1926 in die Bücher schreiben. Seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist Eickhoff auch im Geschäft mit China aktiv.

Von einem Gesamtumsatz von 380 Millionen Euro entfallen etwa "150 bis 170 Millionen Euro" auf das Geschäft mit Bergbaumaschinen. Daneben betreibt das Unternehmen eine Gießerei und stellt Getriebe etwa für Windräder her. Das Ergebnis des Familienunternehmens bezeichnet der Eickhoff-Chef als gut.

Eickhoff zählt nach eigenen Angaben zur Spitzengruppe unter rund 130 Herstellern von Bergbaumaschinen in Deutschland. Im zu Ende gehenden Jahr haben die Hersteller mit einem geschätzten Umsatz von 5,8 Milliarden Euro ein Plus von 20 Prozent erwirtschaftet. Noch 2011 hatte die erfolgsverwöhnte Branche allerdings ein Umsatzplus von 27 Prozent auf 4,83 Milliarden Euro erzielen können.

Mit Schwerpunkten in Nordrhein-Westfalen und dem Saarland beschäftigen die Hersteller bundesweit rund 12 800 Mitarbeiter. Branchenweit konnte die Exportquote im laufenden Jahr um einen Prozentpunkt auf 92 Prozent gesteigert werden.

In den fünf vergangenen Jahren sei der Branchenumsatz jährlich um durchschnittlich etwa 13 Prozent gestiegen, berichtet Rheinländer, der auch Vorsitzender des Fachverbands Bergbaumaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ist.

Vor dem Hintergrund einer schwächelnden Weltwirtschaft rechnen die Hersteller für 2013 nun auch mit eingetrübten Aussichten und einem Umsatzplus lediglich im einstelligen Bereich. "Mittel- und langfristig stehen die Zeichen für unsere Industrie jedoch weiterhin auf Wachstum", ist sich Rheinländer sicher. Hintergrund sei ein weltweit steigender Rohstoffbedarf.

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