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Wirtschaft Opel setzt auf Export - Keine Proteste zum abgesagten Jubiläum

Der angeschlagene Autobauer Opel will mit Exporten zurück in die Erfolgsspur. Dabei soll die Marke auch in boomenden Fernost-Märkten wie China mehr Autos verkaufen dürfen.

Opel arbeite an einem Konzept für mehr Verkäufe in China, sagte Opel-Interimschef Thomas Sedran der «Wirtschaftswoche».

Bisher gelten für Opel-Exporte nach Übersee enge Auflagen - nach Meinung vieler Autofachleute, weil der Mutterkonzern GM die Marktchancen der konzernintern konkurrierenden Chevrolet-Modelle nicht gefährden will. Nun nannte Sedran als chancenreiche Märkte Australien, Nordafrika, Russland, die Türkei und China. In Europa wolle Opel die zweitgrößte Pkw-Marke werden, sagte Sedran. Bislang liegen dort bei den Zulassungen VW und Renault vorn.

Langfristig weckte der Opel-Chef Hoffnungen, der bislang in Südkorea produzierte «Mokka» könne auch in Europa vom Band laufen. Für das im Oktober in den Handel gekommene Modell gebe es bereits über 63 000 Bestellungen, sagte er. Kurzfristig sei dies aber technisch nicht möglich. Auf gute Resonanz stoße auch das in Eisenach produzierte neue Stadtauto «Adam», das im Januar in den Handel komme.

Unterdessen steht die geplante Entwicklungspartnerschaft zwischen Opel und dem französischen PSA-Konzern Sedran zufolge kurz vor einem Abschluss. «Die Qualität der Gespräche ist wirklich sehr gut. Und die betriebswirtschaftlichen und technischen Vorteile sind so groß, dass wir die Verhandlungen über die gemeinsame Entwicklung von Fahrzeugen sicher bald erfolgreich abschließen können», sagte er dem Magazin. Eine gemeinsame Produktion von Fahrzeugen sei derzeit kein Thema: «Darüber sprechen wir noch nicht. Erst einmal wollen wir die Entwicklungsaufträge fertig kriegen.» Gerüchte, wonach die Gespräche stockten und das Bündnis vor dem Aus stehe, wies Sedran zurück: «Das kann ich klar dementieren.»

In Bochum wurde derweil eine eigentlich für Samstag geplante Feier zum 50-jährigen Werksjubiläum des dortigen Werkes mit 20 000 Besuchern aus Sicherheitsgründen abgesagt. Am Freitag hatten die Mitarbeiter in Bochum zu «Informationsveranstaltungen» und Kundgebungen mit dem Betriebsrat erstmals für Stunden die Bänder stillgelegt. In dem Werk sind rund 3000 Mitarbeiter vom Verlust ihrer Stellen bedroht, wenn Opel und der Mutterkonzern an den Schließungsplänen festhalten. Vor wenigen Tagen hatte Sedran das Aus für die Autoproduktion im Werk Bochum für 2016 angekündigt und dies mit europaweiten Überkapazitäten begründet.

Nach Meinung von Fachleuten hätten die Opelaner nach einem Aus für die Autoproduktion gute Vermittlungschancen für einen anderen Job. Der Chef der Bochumer Arbeitsagentur, Luidger Wolterhoff, sagte dem Magazin «Focus», schon nach der Schließung des Nokia-Werkes in Bochum 2009 seien viele Beschäftigte schnell wieder vermittelt worden. «Die Vermittlungsquote nach einem Jahr lag bei etwa 50 Prozent. Bei Opel-Mitarbeitern wird sie vermutlich höher liegen.»

Zuletzt waren im Bochumer Opel-Werk zwischen 2010 und Anfang 2012 insgesamt rund 1500 Arbeitsplätze abgebaut worden. Eine dafür eingerichtete Transfergesellschaft auf dem Werksgelände habe «sehr gute Vermittlungsergebnisse» erreicht, sagte ein Opel-Sprecher der dpa. Zahlen nannte er nicht. Nach Medienberichten sollen sie bei bis zu 70 Prozent liegen.

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