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Strenge EU-Kartellwächter Google in Europa nicht aus dem Schneider

Die EU-Kommission könnte im laufenden Wettbewerbsverfahren das Geschäft von Google weltweit beeinflussen. Denn die EU-Kartellwächter nehmen eine härtere Position als ihre US-Kollegen ein.

Während eine Kartellklage gegen Google in den USA abgewendet scheint, ist der Internet-Konzern in Europa noch lange nicht aus dem Schneider. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia bekräftigte, seine Behörde gehe weiterhin dem Vorwurf nach, Google habe in seiner führenden Internet-Suchmaschine Konkurrenten benachteiligt. Zugleich sprach Almunia nach einem Treffen mit Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt von Fortschritten. Seit Beginn der Gespräche im Juli seien die Differenzen erheblich verringert worden. Er erwarte von Google offizielle Vorschläge im Januar, sagte der Kommissar.

In den USA ist laut Medienberichten der am schwersten wiegende Vorwurf der Konkurrenten, Google habe sie bei den Suchergebnissen zugunsten eigener Dienste benachteiligt, für die Kartellwächter vom Tisch. Almunia hingegen habe dem Chef der US-Handelskommission FTC, Jon Leibowitz, noch diesen Monat gesagt, dass die EU-Regulierer sich weiter auf diesen Punkt konzentrierten, berichtete die "New York Times". In Europa sei es schwieriger, den Vorwurf des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Position unter Hinweis auf Vorteile für den Verbraucher abzuschütteln. Google hatte auf die Vorwürfe stets erwidert, man betreibe einen Dienst für Nutzer und nicht für andere Suchmaschinen.

Google machte Zugeständnisse

Der frühere FTC-Chef Bill Kovacic betonte, eventuelle Zugeständnisse in Europa dürften auch das gesamte Geschäft von Google prägen. "Die in Brüssel getroffenen Entscheidungen werden für sie einen globalen Standard setzen", sagte er "Politico". Andere Experten glauben hingegen, dass Google dann unterschiedliche Suchsysteme für Europa und den Rest der Welt aufsetzen würde.

In den USA gehört zu den Zugeständnissen, mit denen eine Wettbewerbsklage verhindert werden soll, dass Google weniger auf Restaurant-Bewertungen oder Reiseberichte anderer Websites zurückgreifen werde, wie die Website "Politico" und die "New York Times" berichteten. Zudem solle der Wechsel von Werbekampagnen mit den gesamten Daten-Paketen zu anderen Suchmaschinen erleichtert werden. Das deckt sich auch mit den weiteren Ermittlungs-Punkten der EU-Regulierer, die Almunia noch einmal aufzählte.

Google hat in den USA mit einem Marktanteil von schätzungsweise 67 Prozent eine dominierende Position im Suchmaschinen-Geschäft. In Europa liegt der Marktanteil von Google noch höher als in den USA. In Deutschland werden sogar rund 95 Prozent aller Suchanfragen von Google bedient.

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