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Investitionsoffensive Deutsche Telekom setzt auf Angriff

2013 soll das letzte Jahr für René Obermann an der Spitze der Deutschen Telekom werden. Auf ihn und seinen Nachfolger Timotheus Höttges warten große Herausforderungen - nicht nur in der Heimat.

Die Deutsche Telekom hat sich für das nächste Jahr viel vorgenommen. Nach schweren Jahren will das Unternehmen mit einer Investitionsoffensive das Ruder herumreißen, die Konkurrenz zurückdrängen und wieder auf Wachstumskurs gehen. Dafür stecken die Bonner in den nächsten drei Jahren 30 Milliarden Euro in die deutschen und amerikanischen Breitband-Netze. Im Kampf um Kunden will die Telekom mit der Qualität ihrer Netze bestehen. Dies birgt aber auch Risiken. Denn der Wettbewerb ist hart und die Kunden achten zunehmend auf die Preise.

Kurz vor Weihnachten hatte das Unternehmen überraschend einen Chefwechsel angekündigt: Der 49-jährige Konzernchef René Obermann wird Ende 2013 gehen. Sein Finanzvorstand Timotheus Höttges übernimmt. Ändern dürfte das aber wenig. Die beiden Manager führen die Telekom seit Jahren Hand in Hand.

Obermann und Höttges setzen klar auf das mobile Internet. Telefonierer tauschen mit ihren Handys über das Internet Bilder und Filme in einem bisher unvorstellbaren Ausmaß aus. In drei Jahren soll der Datenverkehr der Telekom zehn Milliarden Euro in die Kassen spülen - und zwar vor allem auf den beiden Hauptmärkten Deutschland und USA. Die Heimat ist nach wie vor das wichtigste Standbein und liefert immerhin die Hälfte des operativen Gewinns. Um hier keinen Boden zu verlieren, baut Obermann das Netz mit dem neuesten Mobilfunkstandard LTE aus. Kunden will er nicht mit niedrigen Preisen, sondern mit hoher Netzqualität locken. "Das ist unsere Stärke", sagt der Manager.

Große Pläne beim Sorgenkind T-Mobile USA

Die Entwicklung in Deutschland wird auch davon abhängen, welche Regeln die Bundesnetzagentur für den von der Telekom geplanten Breitband-Turbo Vectoring setzt. Die Idee ist einfach: Durch die Bündelung der Kupferleitungen bis ins Haus kommt die Telekom auf eine Übertragungsgeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde und kann mit den schnellen Verbindungen der Kabelbetreiber mithalten. Allerdings kann das pro grauem Kabelverzweiger-Kasten am Straßenrand nur je ein Anbieter tun. Und das will in erster Linie die Telekom sein. Nach massiver Gegenwehr anderer Anbieter meldete auch die Netzagentur Bedenken an. Sollte die Telekom ihre Wünsche nicht erfüllt bekommen, könnte ihr ein Hoffnungsträger verloren gehen.

Auch beim Sorgenkind T-Mobile USA hat die Telekom große Pläne. Nachdem die Wettbewerbshüter Obermann vor einem Jahr den Verkauf der US-amerikanischen Mobilfunksparte an AT&T untersagt hatten, versucht er es nun auf eigene Faust. Um es als viertgrößter Anbieter mit den Platzhirschen AT&T und Verizon aufzunehmen, kauft die Telekom den Regionalanbieter MetroPCS.

Auch die Aktionäre sollen einen Teil beitragen: Die Dividende sinkt von 70 Cent auf 50 Cent. Damit reiht sich die Telekom in die lange Riege ehemaliger europäischer Staatsmonopolisten ein, die ihre Dividenden stark zurückgefahren haben. Kein Wunder: Um die Aktionäre angesichts sinkender Aktienkurse mit hohen Dividenden bei Laune zu halten, ging die Telekom bisher an die Reserven. Doch nun dreht Obermann den Spieß um: Er geht bei den Investitionen in die Vollen.

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