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Börsendebüt in Frankfurt Kion startet mit angezogener Handbremse

Es ist einer der größten Neuzugänge 2013: Mit dem Börsengang will Europas größter Gabelstaplerhersteller Kion seine Schulden reduzieren. Das Debüt auf dem Frankfurter Parkett fiel verhalten aus.

Das Börsendebüt von Europas größtem Gabelstaplerhersteller Kion ist verhalten ausgefallen. Die Aktie ging in Frankfurt mit 23,70 Euro unter dem Ausgabepreis von 24,00 Euro aus dem Handel. Kion wollte mit dem Verkauf von 20 Prozent der Anteile und Geldzuflüssen von den Alteigentümern das Eigenkapital um etwa 850 Millionen Euro aufstocken. Zwischenzeitlich notierte die Aktie am Freitag bei 24,29 Euro, sackte aber auch auf 23,51 Euro durch.

Für den Frankfurter Wertpapierhandel war Kion einer der größten Neuzugänge 2013. Ein Händler erklärte, der am unteren Ende der Preisspanne festgelegte Ausgabepreis könnte Käufer abgeschreckt haben. Dies deute auf eine schwache Nachfrage hin. Kion hatte den Niedrigpreis mit dem volatilen Börsenumfeld der vergangenen Wochen begründet. Andeutungen über eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank wie Unsicherheiten im chinesischen Bankensektor schlugen auf den Kurs durch.

Schuldenabbau als oberste Maxime

Mit dem frischen Geld will das Unternehmen Schulden reduzieren. "Auf dieser Basis können wir unseren globalen Wachstumskurs mit größerem Spielraum und Nachdruck weiter vorantreiben", sagte der Vorstandsvorsitzende Gordon Riske in Frankfurt. Vor allem in Asien will der hinter Toyota zweitgrößte Produzent von Flurförderzeugen wachsen. Gerade auf den Boom-Märkten China und Indien werden immer mehr Gabelstapler verkauft.

In China ist die ehemalige Linde-Tochter bereits Marktführer. Von dort stammt auch der Ankerinvestor Weichai Power, ein staatlich kontrollierter Maschinenbaukonzern, der seinen Anteil mit dem Börsengang von 25 auf 30 Prozent aufstockte. Die Chinesen zahlten dafür weitere 328,4 Millionen Euro. Ihr Einstieg bei Kion für 738 Millionen Euro im vergangenen Jahr ist die bislang größte chinesische Investition in Deutschland. Die Mehrheit will Weichai nicht übernehmen. Es geht um langfristige industrielle Kooperation - so Riskes Einschätzung.

Nach dem Börsengang bleiben 50 Prozent der Anteile bei der Luxemburger Superlift Holding, in der die Investmentfirmen Goldmann Sachs und KKR zusammenarbeiten. Sie wandelten Darlehen in Höhe von 118,1 Millionen Euro in Aktien um. Die Investoren hatten den Stapler-Bereich 2006 für etwa vier Milliarden Euro von Linde übernommen.

Die 20 Prozent der Anteile für den freien Verkauf gingen nach Angaben von Kion-Finanzchef Thomas Toepfer in Streubesitz in Deutschland, Europa und den USA. 2012 steigerte die Kion Group ihren weltweiten Umsatz auf 4,7 Milliarden Euro und machte 161 Millionen Euro Gewinn. Kion baut Gabelstapler unter den Markennamen Linde, STILL, Fenwick, OM STILL, Baoli und Voltas.

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