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Reserven der Bundesbank Verschwörung um das deutsche Gold?

Die Bundesbank lagert große Teile der deutschen Goldreserve im Ausland. Verschwörungstheoretiker behaupten, dass das Edelmetall dort nicht mehr zu finden sei. Was ist an den Behauptungen dran?

3391 Tonnen, so schwer ist der deutsche Goldschatz unter der Obhut der Bundesbank. In Krisenzeiten soll er als goldene Reserve das Vertrauen der Bürger ins Papiergeld stärken. Doch die Verteilung des Goldschatzes sorgt immer wieder für Aufregung. Der Grund: Nur 31 Prozent des Edelmetalls lagern in Tresoren im Inland. Der größte Teil, 45 Prozent, wird von der US-Notenbank Fed aufbewahrt, 13 Prozent lagern in London und weitere elf Prozent in Paris. Die Streuung der Bestände stammt noch aus Zeiten des Kalten Kriegs. Aus Sicherheitsgründen hatte die Bundesrepublik damals das Gold auf verschiedene Länder verteilt.

Im Januar kündigte die Bundesbank auch auf Druck des Bundesrechnungshofes an, in Zukunft wieder die Hälfte des Goldes in Deutschland lagern zu wollen. Bis 2020 sollen 300 Tonnen Gold aus New York über den Atlantik geholt werden und der Bestand in Paris soll komplett in die Tresore der Bundesbank wandern. Die andere Hälfte des Goldes bleibt weiter im Ausland, um im Fall der Fälle schnellst möglichst das Edelmetall in Fremdwährungen tauschen zu können: in New York, um an Dollar zu kommen und in London im Tausch für britische Pfund. Einzig die Lagerung in Paris ist seit der Einführung des Euro überflüssig geworden.

Ist das Gold auch tatsächlich da?

Doch liegen die Goldreserven auch tatsächlich noch in den Kellern der ausländischen Zentralbanken? Besorgte Bürger und prominente Fürsprecher wie Hans-Olaf Henkel oder FDP-Politiker Frank Schäffler forderten mit der Initiative "Holt unser Gold heim" im März 2012 die Verlagerung der Bestände.

Einige Monate später bekamen sie ungeahnte Unterstützung: Der Bundesrechnungshof forderte von der Bundesbank eine regelmäßige Überprüfung der Auslandsbestände, was bis dato noch nie passiert war. Die deutsche Zentralbank kam der Forderung allerdings nicht nach. Die jährlichen "Bestandsbestätigungen" der ausländischen Banken würden ausreichen: "An der Integrität, Reputation und Sicherheit dieser ausländischen Lagerstellen gibt es keinen Zweifel", heißt es aus Frankfurt.

Doch die Tatsache, dass die Bestände nicht mit eigenen Augen überprüft werden, ist ein gefundenes Fressen für viele Verschwörungstheoretiker. Ein Interview des angeblich alternativen Finanzblogs "King World News" mit dem Hedgefonds-Manager William Kaye gibt den Verschwörungstheorien neue Nahrung.

Kaye behauptet, dass die Bundesrepublik ihr Gold aus New York nie mehr wieder sehen werde. Der Grund: Die amerikanische Fed habe Gold regelmäßig an Banken wie Goldman Sachs oder JP Morgen verliehen, um den Preis für das Metall zu drücken. Die Banken hätten das Gold wiederum auf dem Weltmarkt weiterverkauft. Heute seien die Barren zu Großteilen im Besitz der Peoples Bank of China, die weitaus mehr Gold lagern würde, als die offiziell bekannten 1054 Tonnen. Kaye geht von 4000 bis 8000 Tonnen aus. Auch die russische und die indische Zentralbank hätten Teile des Goldes erworben.

Was ist dran an den Vorwürfen?

Für Thorsten Proettel, Edelmetallanalyst bei der Landesbank Baden Württemberg, sind die Behauptungen "nichts Neues". Schon seit den 70er Jahren und dem Ende der Goldeinlösepflicht 1971 würden Gerüchte kursieren, dass die US-Goldbestände in den Tresoren der Fed in New York und in Fort Knox nicht mehr, oder nicht mehr in vollem Umfang vorhanden seien. Das Problem an derlei Behauptungen sei allerdings, dass sie sich schwer widerlegen ließen, so Proettel. Niemand könne überprüfen, wie viel Gold tatsächlich in den Tresoren ruhe.

Auch sei es keine unübliche Praxis, dass Notenbanken Gold an Kreditinstitute verliehen, so der Edelmetallanalyst. Allerdings müsse das Gold auch wieder in Gold zurückgezahlt werden. Seit dem "Washingtoner Agreement" 1999 haben sich Notenbanken weltweit zudem darauf geeinigt nur noch geringe Mengen des Edelmetalls zu verleihen.

Proettels Fazit: Kayes Behauptungen sind mit sehr großer Vorsicht zu genießen. Die Notenbanken verleihen ihr Gold nur in kleinen, übersichtlichen Portionen an einzelne Geschäftsbanken, um Kreditrisiken zu vermeiden. Allein schon deshalb könne es in China kaum zu einer immensen Anhäufung von Edelmetall aus Bundesbankbeständen gekommen sein.

Auch die Bundesbank äußerte sich auf Nachfrage von N24: Die Aussagen Kayes entsprechen "in keiner Weise der Realität", ließ sie verlauten. Sie habe "volle Kontrolle über die Goldreserven." 

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