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Edeka verkauft "krummes Gemüse" Missraten, hässlich - trotzdem lecker

Es ist ein gewagter Versuch: Der Supermarkt Edeka will in den kommenden Wochen "krummes Gemüse" verkaufen. Die Industrie steht hinter dem Pilotprojekt. Doch greifen die Verbraucher auch zu?

Ob zu klein oder zu groß, zu krumm oder zu fahl: Bei vielen Bauern bleibt oft die Hälfte der Ernte direkt auf dem Feld zurück. Für "krummes Gemüse" gibt es anscheinend keine Käufer. Im Buch "Die Essensvernichter" der Autoren Stefan Kreutzberger und Valentin Thurn ist das nachzulesen. "Rund die Hälfte unserer Lebensmittel - bis zu 20 Millionen Tonnen allein in Deutschland - landet im Müll", schreiben sie. "Das meiste schon auf dem Weg vom Acker in den Laden, bevor es überhaupt unseren Esstisch erreicht: jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot."

Die Supermarktketten Edeka und Rewe wollen gegen die Lebensmittelverschwendung vorgehen. Edeka und seine Discount-Tochter Netto verkaufen in den kommenden Wochen in einigen Filialen auch Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern - wie etwa krumme Gurken oder dreibeinige Karotten. Unter dem Motto "Keiner ist perfekt" bieten Testmärkte die Ware aus Deutschland an, wie Edeka auf Anfrage mitteilte. Edeka selbst sagt, dass das Unternehmen damit Vorreiter in Deutschland sei.

Die Testmärkte bieten verschiedene Artikel, die von der Norm abweichen, in der Obst- und Gemüseabteilung an. Zur Artikelauswahl zählen Kartoffeln, Zwiebeln, Äpfel, Karotten und Gurken aus überwiegend deutschem Anbau. Die Ware werde mit klarer Kundeninformation zum Produkt und der Aktion angeboten und preislich unter den "normalen“ Artikeln liegen, teilte Edeka auf Anfrage mit.

Der Handelsverband Deutschland begrüßte die Initiative. "Es ist eine gute Idee, Leute an Produkte heranzuführen, die nicht perfekt sind", sagte Sprecher Kai Falk zu N24. "Schauen wir mal, was der Versuch bringt." Es komme nun darauf an, ob die Konsumenten zugreifen und ihren Worten Taten folgen lassen würden.

Der Handelsverband habe die Erfahrung gemacht, dass es vielen Kunden nicht darauf ankomme, ob ein Apfel perfekt sei. "Jetzt schauen die Händler, ob das funktionieren kann." Falk selbst glaubt an den Erfolg der Aktion. "Ich bin überzeugt, dass es den einen oder anderen Konsumenten zum Nachdenken und zum Kaufen bewegen wird."

Der Handelskonzern Rewe verkauft in seinen Supermärkten in Österreich seit einigen Tagen schon Äpfel, Karotten und Kartoffeln mit "eigenwilligem" Aussehen unter der Eigenmarke "Wunderlinge". Es handelt sich nach Angaben des Unternehmens um Obst und Gemüse, das bislang aufgrund optischer Mängel nicht verkauft wurde, obwohl es qualitativ einwandfrei ist und gut schmeckt.

Mehr Herzensangelegenheit als Geldbringer

Mit den "Wunderlingen" will Rewe nach eigenen Angaben eine "konkrete Maßnahme gegen die Wegwerfkultur" leisten. Die Ware bleibe bislang am Feld liegen, werde an Tiere verfüttert, in der Industrie verarbeitet oder teilweise tausende Kilometer weit weg transportiert. "Wir haben uns nicht aus wirtschaftlichen Gründen entschieden, das Projekt zu realisieren, die 'Wunderlinge' sind für uns eine Herzensangelegenheit", erklärte das Unternehmen.

Ob Rewe auch in Deutschland "Wunderlinge" in die Obst- und Gemüseabteilung integrieren wird, steht noch nicht fest. "Wir beobachten den Test in Österreich, warten die Ergebnisse ab und werden dann entscheiden, ob man die Erfahrungen des österreichischen Marktes übertragen kann", erklärte ein Sprecher in Köln.

So will auch Edeka vorgehen. Vier Wochen lang soll der Verkauf von "krummen Gemüse" getestet werden.  Anschließend wolle das Unternehmen die Ergebnisse auswerten und über eine mögliche Ausweitung entscheiden.

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