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Deutschlandweiter Streik Lokführer legen Zugverkehr lahm

Ein dreistündiger Ausstand der Lokführer der deutschen Bahn hat erneut die Fahrpläne der Regional- und Fernzüge durcheinandergewirbelt. Bald könnte es auch einen unbefristeten Streik geben. 

Ein erneuter Warnstreik der Lokführer der Deutschen Bahn hat den Zugverkehr am Morgen in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt. Der Ausstand dauerte von 6.00 bis 9.00 Uhr. Betroffen waren laut dem Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, Regional- und Fernzüge, die S-Bahnen in Berlin und Hamburg sowie der Güterverkehr. Die Bahn hatte zuvor angekündigt, in den Zügen und auf den Bahnhöfen mehrere Hundert Mitarbeiter zur Verstärkung einzusetzen - vor allem beim Service-Personal, den Betriebszentralen und Transportleitungen sowie bei der Reisendeninformation.

Bereits am vergangenen Montag hatte ein Warnstreik die Fahrpläne durcheinandergewirbelt. Die GDL will ein besseres Tarifangebot von der Bahn erzwingen. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Sie erhebt ihre Forderungen auch für Zugbegleiter und andere Beschäftigte in den Zügen. In Niedersachsen und Bremen blieben Fernreisezüge in den Bahnhöfen, Reisende mussten Verspätungen in Kauf nehmen. Ausgenommen vom Streik waren dort im Regionalverkehr DB-Konkurrenten wie der Metronom oder die Nordwestbahn. Betroffen war auch die S-Bahn in Hannover. 

Vor den Informationsschaltern am Hamburger Hauptbahnhof bildeten sich Menschenschlangen. Das große Chaos blieb jedoch zunächst aus. In Hamburg fuhren die S-Bahnen nach Angaben der GDL, allerdings nur im Zwanzig-Minuten Takt. Bei der Berliner S-Bahn fuhren nur noch einzelne Züge auf Teilstrecken.  

Chaos in Bayern

In Bayern hatte der Warnstreik ebenfalls beträchtliche Folgen. Zahlreiche Regional- und Fernzüge fielen im Freistaat aus, sagte ein DB-Sprecher. Zudem fuhren nach Bahn-Angaben etwa 20 Prozent der Münchner S-Bahnen nicht. Es könne bis in den frühen Nachmittag hinein dauern, bis sich der Regionalverkehr normalisiere, hieß es. Am Münchner Hauptbahnhof bildeten sich Schlangen an den Schaltern. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gab es Behinderungen. Seit 6.00 Uhr stehe alles, sagte der stellvertretende GDL-Bezirkschef für Mitteldeutschland, Manfred Ohme.

Bahnkunden müssen nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Focus» in den nächsten Wochen mit unbefristeten Streiks rechnen. Die GDL werde voraussichtlich diese Woche entscheiden, eine Urabstimmung über reguläre Streiks abzuhalten. GDL-Sprecher Stefan Mousiol sagte demnach: «Eine Urabstimmung wird zeitnah durchgeführt.»

Was Fahrgäste wissen müssen

- Erstattung der Fahrkarte: Die Deutsche Bahn bietet den betroffenen Fahrgästen an, dass sie ihre Fahrkarte und Reservierung kostenlos erstatten lassen können. Möglich ist das zum Beispiel in den DB Reisezentren.

- Nutzung des nächsten Zuges: Fahrgäste, die wegen des Streiks nicht wie geplant mit ihrem gebuchten Zug fahren können, dürfen den nächsten - auch höherwertigen - Zug nutzen. Bei zuggebundenen Angeboten, wie den Sparpreis-Tickets, werde dann auch die Zugbindung aufgehoben, hieß es von der Bahn. Ausgenommen seien manche regionale Angebote wie das Schönes-Wochenende-, das Quer-durchs-Land-Ticket oder Länder-Tickets.

- Geld zurück: Laut Gesetz bekommen Fahrgäste einen Teil ihres Fahrpreises zurück, wenn sich der Zug um mehr als 60 Minuten verspätet. Die Bahn könne auch bei einem Streik keine höhere Gewalt geltend machen, erläutert Paul Degott, Reiserechtler aus Hannover. Daher haben Reisende bei einer erheblichen Verspätung Anspruch auf eine teilweise Erstattung des Ticketpreises: ab 60 Minuten Verspätung bekommen sie 25 Prozent des Reisepreises zurück, ab 120 Minuten sogar 50 Prozent.

- Auskünfte: Die Bahn bietet Kunden am Samstag zwischen 5 und 12 Uhr eine kostenlose Servicehotline, erreichbar unter 08000/99 66 33. Auch unter www.bahn.de/aktuell oder m.bahn.de finden Fahrgäste aktuelle Informationen.



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