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"Würde mich schämen" Ackermann: Deutsche Bank braucht keine Hilfe

Die Deutsche Bank benötigt laut Josef Ackermann keine Gelder aus dem staatlichen Hilfsfonds. "Ich würde mich schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden."

Die Deutsche Bank benötigt nach Aussage ihres Vorstandssprechers Josef Ackermann keinerlei Hilfen aus dem Milliarden-Rettungspaket der Bundesregierung. "Die Deutsche Bank benötigt kein Kapital vom Staat", sagte Ackermann der "Bild am Sonntag". Ackermann begründete seine Linie mit der - trotz Finanzkrise - guten Verfassung seines Geldhauses. Die Deutsche Bank sei "zu keinem Zeitpunkt" in der Krise akut gefährdet gewesen. "Wir sind eine der stärksten und am besten kapitalisierten Banken der Welt." Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sagte Ackermann: "Ich würde mich schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden."

Ackermann sieht auch keinen Grund für eine Entschuldigung, wie sie Bundespräsident Horst Köhler wegen der Finanzkrise von den Banken gefordert hat. "Ich selbst habe schon im vergangenen Jahr in einer sehr populären Fernsehsendung gesagt, dass auch die Deutsche Bank Fehler gemacht hat - wenngleich erheblich weniger und weniger gravierende als andere", sagte Ackermann der "Bild am Sonntag".

Die Deutsche Bank habe selbst in der Krise eine hohe Kapitalquote und könne sich Zukäufe wie zum Beispiel bei der Postbank leisten. "So schlecht haben wir uns also nicht geschlagen", sagte Ackermann. Die Deutsche Bank werde "in der ganzen Welt dafür gelobt, wie gut sie im Vergleich dasteht". "Und ich selbst bekomme auch viel Lob für mein internationales und nationales Engagement im Dienste der Finanzbranche", fügte Ackermann hinzu.

Die Commerzbank will dagegen prüfen, ob sie staatliche Garantien des Hilfspakts der Bundesregierung in Anspruch nimmt. "Wir werden uns in Ruhe anschauen, wie das Paket genau aussieht und ob es für uns in Frage kommt. Ich glaube, es ist die Pflicht eines jeden Bankers, eine Teilnahme an dem Paket zu prüfen", sagte Commerzbank-Vorstandssprecher Martin Blessing der "Bild"-Zeitung. Denn von der Kapitalstärke hänge es ab, ob auch weiter Kredite vergeben werden könnten, was in einem Abschwung ganz wichtig sei.

Commerzbank-Chef räumt schwere Fehler der Branche ein

Blessing bezeichnete das staatliche Hilfspaket als Konjunktur-Stützungsprogramm der Bundesregierung. "Es geht jetzt darum, dass der Blutkreislauf der Wirtschaft nicht gestoppt werden darf. Hausbauer sollen weiter Kredite bekommen können, Firmen sollen weiter Geld für neue Maschinen bekommen können. Deshalb ist das Rettungspaket so wichtig. Es ist unterm Strich ein Konjunktur-Stützungsprogramm", sagte er.

Gleichzeitig räumte der Chef von Deutschlands zweitgrößter Bank schwere Versäumnisse der Bankenbranche ein. "Die gesamte Bankenbranche trägt große Verantwortung an der Krise - auch ich als Chef der zweitgrößten Bank in Deutschland. Es ist schlimm, dass sich die Menschen in unserem Land Sorgen um ihr Geld machen. Da haben wir uns als Branche wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert", sagte Blessing.

Glos fordert Vertrauensoffensive

Er plädierte dafür, dass die Banken auch künftig nach einer möglichst hohen Rendite streben. "Der Wettbewerb um höhere Renditen hat die Menschheit weiter gebracht. Diesen Wettbewerb sollten wir auf keinen Fall aufgeben." Trotz des erwarteten Konjunktureinbruchs im kommenden Jahr lehnt Ackermann ein Konjunkturprogramm der Bundesregierung derzeit ab. "Im Moment halte ich ein Konjunkturprogramm nicht für erforderlich. Das kann sich aber ändern, wenn sich das Wachstum weiter verlangsamen sollte", sagte der Banker der "Bild am Sonntag". Das Kreditinstitut hält es nicht für ausgemacht, dass Deutschland eine Rezession droht.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sieht die deutschen Banken in einer Vertrauenskrise und fordert eine Kundenoffensive der Institute sowie eine gesetzliche Informationspflicht. "Die Banken müssen jetzt sehr schnell für neues Vertrauen sorgen", schrieb Glos in einem Gastbeitrag für "Bild am Sonntag". "Wir brauchen mehr Informationspflicht der Banken gegenüber den Kunden. Diese Informationspflicht muss gesetzlich festgeschrieben werden. Informationen über Risiken müssen allgemeinverständlich erfolgen."

Kuhn erneuert Kritik

Zudem benötigten die Verbraucherzentralen "für eine viel stärkere Verbraucherberatung mehr öffentliche Zuschüsse". Glos verlangte darüber hinaus: "Die Provisionsordnung von Bankberatern muss geändert werden. Es muss klar verboten sein, dem Kunden ein Finanzprodukt nur deshalb anzupreisen, weil es dem Berater eine besonders hohe Provision einbringt. Die Banken müssen hier eine bindende Selbstverpflichtung eingehen."

Der Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn hat die Kritik an dem vom Bundestag beschlossenen Rettungspaket für die Banken bekräftigt. Das Parlament hätte niemals einen solchen Blankoscheck ausstellen dürfen, sagte er der "Berliner Zeitung". Es handele sich um ein Ermächtigungsgesetz für den Finanzminister, der ganz allein 100 Milliarden Euro an Banken verteilen könne, ohne je den Bundestag fragen zu müssen. So dürfe man mit dem Königsrecht des Parlaments, dem Haushaltsrecht, nicht umgehen.

Als Skandal bezeichnete es Kuhn, dass der Chef der Deutschen Bank und andere Bankmanager an der Formulierung des Gesetzes mitgearbeitet hätten. Nun könnten die Banker bestimmen, wie ihnen geholfen wird und nicht der Bund. Die Bundesregierung habe auf wirksame Einflussmöglichkeiten bei angeschlagenen Banken unnötig verzichtet.

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