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Weltweite Veränderungen Welche Folgen hat der schwache chinesische Währung?

Die Abwertung des Yuan wird die Welt verändern - auf den Märkten macht sich das bereits bemerkbar. Am stärksten betroffen sind Bananen und Stahl - die Konkurrenz für umliegende Länder wird härter.

Die Abwertung der chinesischen Währung hat die globale Finanzwelt ordentlich aufgewirbelt. Viel wurde in der zurückliegenden Woche darüber spekuliert, was ein schwacher Yuan (offizielle Bezeichnung: Renminbi) für einzelne Wirtschaftszweige bedeutet. Bis die Wirkung durchgreift - ob auf die Konsumenten rund um den Erdball oder auf regionale Strukturen in den chinesischen Nachbarländern - werden wohl noch Monate vergehen, zum Teil sogar Jahre. Einige Trends lassen sich aber schon erahnen.

Eine schwache Währung ist in der Regel gut für den Export. Wer deswegen auf Schnäppchen bei chinesischen Produkten wie Kleidung oder Elektronik hofft, sollte seine Erwartungen aber besser zurückschrauben - zumindest wenn der Yuan (offizielle Bezeichnung: Renminbi) nicht noch deutlich weiter fällt. Zwar könnten die neuen Wechselkurse die in China hergestellten Waren für Käufer in Übersee tatsächlich günstiger machen. Doch die Fabriken in der zweitgrößten Exportnation der Welt sind oft auf den Import von Rohstoffen angewiesen. Und der macht die Produktion wiederum teurer. Nur im "Billigsektor", in dem der internationale Preiskampf besonders hart ist, sind daher Schnäppchen zu erwarten. Für den Hightech-Sektor gelten andere Regeln. Einige Experten sagen aber voraus, dass mittelfristig auch günstige Smartphones aus China den Weltmarkt überschwemmen könnten. Hersteller wie Xiaomi oder Huawei führen ohnehin schon Modelle, die mit brauchbaren Displays und anständiger Leistung die internationale Konkurrenz preislich deutlich unterbieten. Zum Teil wären diese nun in der Lage, sich besser auf dem Markt zu positionieren.

Konsequenzen bei Bananen

Die viel größere Chance für die Chinesen liegt aber darin, neue Marktanteile zu gewinnen. Für südkoreanische Unternehmen wie Samsung könne dies langfristig zur Bedrohung werden, sagt Song Eun Jeong von dem Finanzdienstleister Hi Investment & Securities. Sollte der Yuan (Renminbi) weiter fallen, werden die chinesischen Hersteller nach Einschätzung der Expertin aus Seoul früher als bisher geplant in den Industrieländern Fuß fassen.

Ganz konkret sind die Konsequenzen der Yuan-Abwertung im Fall von Bananen. Hier ist China Importeur. Die Philippinen zählen mit etwa 60 bis 70 Millionen Bananenkisten im Jahr zu den wichtigsten Lieferanten. Der Preis pro Kiste schwankte bislang zwischen fünf und zehn US-Dollar (4,5 bis 9 Euro). "Mit der Abwertung des Yuan müssen sie für jeden Dollar, für den sie einkaufen, mehr bezahlen - und da kann es gut sein, dass einige Importeure ihre Bananenkäufe reduzieren", sagt Stephen Antig, Leiter des Philippinischen Verbands der Bananenfarmer und -exporteure.

Mehr zum Thema: Maschinenbauer könnten vom abgewerteten Yuan profitieren

Schlechtere Zeiten stehen möglicherweise auch in Thailand, Malaysia, Hongkong und Taiwan bevor. Diese Länder seien stark von der chinesischen Nachfrage nach ihren Exportgütern und Dienstleistungen abhängig, während sie gleichzeitig in anderen Exportmärkten mit China in Konkurrenz stünden, heißt es in einem Bericht der Credit-Suisse-Analysten Santitarn Sathirathai und Michael Wan. Im Fall von Thailand sei eine weitere große Gefahr die, dass künftig weniger Touristen aus China kämen, weil diese sich einen Auslandsurlaub nicht mehr leisten könnten. Eine spannende Frage wird sein, wie die asiatischen Nachbarn auf die Abwertung des Yuan (Renminbi) reagieren. Für viele von ihnen ist China der mit Abstand größte Handelspartner. Der schwache Kurs der chinesischen Währung setzt sie daher gewaltig unter Druck - wenn nicht gar unter Zugzwang: Einige könnten sich dazu veranlasst sehen, ihre Währung ebenfalls nach unten zu korrigieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Malaysia ist bereits dem chinesischen Beispiel gefolgt und hat seinen Ringgit abgewertet, ebenso wie einige andere asiatische Staaten. Dass es nun zu einer regelrechten "Währungsschlacht" kommt, ist bisher allerdings nicht zu erkennen.

Sinkende Stahlpreise wahrscheinlich

Unternehmen, die direkt mit chinesischen Rivalen konkurrieren, haben aktuell wohl am meisten zu verlieren. Ein Beispiel dafür ist die Stahlindustrie. Hier müssen sich die großen Hersteller aus Japan und Südkorea auf noch härtere Konkurrenz gefasst machen. Die chinesischen Stahlkocher setzen wegen des nachlassenden Bedarfs im eigenen Land zunehmend auf Export.

Durch einen schwachen Yuan werde chinesischer Stahl günstiger, zugleich steige das weltweite Überangebot, so dass auf globaler Ebene mit sinkenden Stahlpreisen zu rechnen sei, heißt es in einem Bericht des südkoreanischen Finanzdienstleisters Mirae Asset Securities. Akteure der Branche bestätigen diese Einschätzung: "Die Sorge ist groß, dass der japanische Markt angesichts des schwachen Yuan von Importen aus China beeinträchtigt wird", sagt Tatsuro Kanno von dem japanischen Unternehmen Kobe Steel. Bis es soweit kommt, wird vermutlich noch einige Zeit vergehen. Beim Stahl rechnen die Japaner damit, dass die günstigere Ware aus China frühestens in einem Monat eine Rolle spielen wird. In anderen Branchen könnte es noch länger dauern, bis die Abwertung des Yuan konkrete Wirkung zeigt. Viele Experten sind sogar skeptisch, ob bei einer Abschwächung von etwa drei Prozent gegenüber dem US-Dollar überhaupt mit maßgeblichen Umwälzungen zu rechnen sei - ob also die bisherige Kurskorrektur angesichts der weiter schleppenden globalen Nachfrage und der steigenden Kosten für die chinesische Industrie überhaupt ausreiche.  

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