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Krankenversicherung Zwei Drittel der Krankenkassen erhöhen die Beiträge

Neues Jahr, neuer Krankenkassenbeitrag: Zwei Drittel der gesetzlichen Kassen erhebt ab Januar einen höheren Zusatzbeitrag. Zahlen muss das der Versicherte, der Arbeitgeber wird nicht beteiligt.

Zwei Drittel der allgemein zugänglichen gesetzlichen Krankenkassen haben zum Jahreswechsel ihren Beitrag angehoben. Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf die am Neujahrstag vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen veröffentlichen Beitragsliste.

Demnach haben 59 von 88 bundes- oder landesweit geöffneten Kassen den Beitragssatz erhöht. Die Spannbreite der Beitragssätze reicht demnach von 14,6 Prozent bei der Metzinger BKK bis zu 16,3 Prozent bei der BKK Viactiv.

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20 Krankenkassen, darunter viele große, verlangen dem Bericht zufolge einen Beitragssatz über dem Durchschnitt von 15,7 Prozent. 

Satz für Arbeitgeber bleibt gleich

Die Erhöhung muss über Zusatzbeiträge getragen werden - und damit nicht paritätisch, also gleichteilig von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sondern von den Beschäftigten allein. In der Politik ist deshalb eine Debatte über die Finanzierung der Krankenversicherung ausgebrochen. Das Handwerk schlug vor, gesamtgesellschaftliche Aufgaben der Krankenversicherung durch den Staat zu finanzieren. "Das gilt vor allem für die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern und Kindern", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Peter Wollseifer, der "Passauer Neuen Presse". "Staat und Steuerzahler sollten hier die Verantwortung übernehmen."

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) forderte umfassende Änderungen. "Eine Finanzreform der GKV ist für uns ein ganz wichtiges Projekt, und wir hoffen, dass die große Koalition das jetzt noch aufgreift", sagte die Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner der Deutschen Presse-Agentur. Spätestens in der kommenden Wahlperiode sollte das Thema angegangen werden.

Die Arbeitgeber sollten wieder an den Kostensteigerungen beteiligt werden. Zudem sollten die Verwaltungsräte der Krankenkassen den Beitragssatz wieder selbst festlegen können. "Und der dritte Punkt ist eine Finanzreform, die das Verhältnis der Krankenkassen untereinander betrifft", fügte die vdek-Chefin hinzu. Der heutige Mechanismus des Risikostrukturausgleichs, der die Beitragsgelder zwischen den Krankenkassen verteilt, benachteilige die Ersatzkassen.

Auch die Techniker Krankenkasse (TK) setzt dort an. "Wir brauchen ein Risikostrukturausgleichsystem unter den Kassen, das Volkskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck etwas weniger berücksichtigt und die selteneren, aber teuren Krankheiten etwas mehr", sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas der dpa. Der derzeitige Ausgleich setze für die Krankenkassen keine Anreize, in die Vermeidung von Krankheiten zu investieren, sondern konterkariere solche Bemühungen sogar.

Kosten sind nicht der einzige Wechselgrund

Bei einem Kassenwechsel ließen sich daher hunderte Euro im Jahr sparen. Die Vorsitzende des Kassenverbands, Doris Pfeiffer, warnte aber davor, alleine wegen des Zusatzbeitrags die Kasse zu wechseln. "Zum Wettbewerb unter den Krankenkassen gehört nicht nur die Höhe des Zusatzbeitrages, sondern beispielsweise auch die Qualität der Beratung sowie Art und Umfang der Zusatzleistungen", sagte sie der "FAZ". Auch eine Geschäftsstelle vor Ort sei für viele Menschen wichtig. "Welche Krankenkasse die Richtige ist, sollte man nicht nur an der Höhe des Zusatzbeitrages festmachen", sagte Pfeiffer.

Zum neuen Jahr ist dem Bericht zufolge überdies die Zahl der gesetzlichen Kassen weiter geschrumpft. Nachdem fünf Betriebskrankenkassen von anderen übernommen worden seien, liege die Gesamtzahl der gesetzlichen Krankenkassen jetzt noch bei 118.

Der gesetzlich festgelegte Kassenbeitrag liegt bei 14,6 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens, wovon Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte bezahlen. Da der Anteil der Arbeitgeber aber eingefroren ist, müssen die Versicherten zusätzlichen Mehrbedarf der Kassen alleine tragen. Dafür erheben die Krankenkassen einen Zusatzbeitrag, dessen Höhe sie selbst festlegen können.

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