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Dramatischer Kurseinbruch China-Beben schickt auch den Dax auf Talfahrt

Zum ersten Mal überhaupt hat China den Aktienhandel an seinen Börsen komplett gestoppt. Die Maßnahme sorgte auch an anderen Börsenplätzen für teils heftige Reaktionen.

Ein Börsencrash in China hat am ersten Handelstag des neuen Jahres die Aktienmärkte in Europa mit in die Tiefe gerissen. Dax und EuroStoxx50 brachen um jeweils mehr als drei Prozent ein. Investoren fürchteten, dass die Schwäche der Volksrepublik Auswirkungen auf die exportorientierten deutschen Unternehmen und die Weltwirtschaft haben könnte, erläutert Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. Verantwortlich für die miese Stimmung auf dem Börsenparkett waren vor allem schwache Daten aus der chinesischen Industrie, wo die Produktion im Dezember den zehnten Monat in Folge geschrumpft ist. "Ein Traumstart ins neue Jahr sieht anders aus", sagte ein Händler.

In China wurde der Aktienhandel am Morgen vorzeitig beendet, nachdem sich die Verluste des Shanghai-Composite auf sieben Prozent aufgetürmt hatten. Diese Notbremse, ein automatischer Stopp-Mechanismus, ist erst zu Jahresbeginn in Kraft getreten. Zu schaffen machten den Anlegern auch die zunehmenden Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Saudi-Arabien brach am Sonntag die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab, nachdem ein Streit zwischen den beiden Ländern eskaliert war.

Der Dax fiel in der Spitze um 3,8 Prozent auf 10.329 Zähler, das war der größte Kursrutsch seit Bekanntwerden des VW-Abgasskandals Ende September. Das Börsenjahr 2015 hatte der Leitindex, in dem die 30 größten deutschen Unternehmen notiert sind, mit einem Plus von knapp zehn Prozent abgeschlossen. Der EuroStoxx50 gab am Montag 3,4 Prozent nach, der Nikkei-Index in Japan beendete den Handel rund drei Prozent schwächer.

Chinas Wirtschaft wackelt

Die Sorgen um den Zustand der chinesischen Wirtschaft sind nicht neu. Schon im vergangenen Jahr hatten die sich mehrenden Zeichen für eine Konjunkturabkühlung im Reich der Mitte immer wieder zu Turbulenzen an den chinesischen wie auch europäischen Börsen geführt. Auch die Währung der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft ist seit Wochen unter Druck - am Montag markierte der Yuan mit 6,5365 Yuan zum Dollar den tiefsten Stand seit fast fünf Jahren.

China, einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands, steuert nach jahrelangem Boom auf das schwächste Wachstum seit einem Vierteljahrhundert zu. Die Regierung hat für 2015 ein Plus von sieben Prozent anvisiert - nach 7,3 Prozent im Jahr davor. Ökonomen erwarten für 2016 nur noch einen Anstieg von 6,5 Prozent. Verursacht wurde der Börsen-Crash am Montag in China aber auch durch den bevorstehenden Ablauf eines Aktien-Verkaufsverbots für Großaktionäre, das im Sommer eingeführt worden war. Viele Anleger trennten sich von ihren Papieren, weil sie davon ausgingen, dass die Großinvestoren dies nach Fristende ebenfalls tun werden.

Sorgen belasten Rohstoffpreise

Am Rohstoffmarkt reagierten die Anleger ebenfalls verschnupft auf den rabenschwarzen Handelstag in China. Kupfer verbilligte sich um bis zu 2,3 Prozent auf 4596 Dollar je Tonne. Auch der Ölpreis nahm seine Talfahrt wieder auf. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee, die sich wegen der Spannungen im Nahen Osten zunächst um bis zu 3,3 Prozent je Fass verteuert hatte, kostete mit 37,03 Dollar zeitweise 0,7 Prozent weniger. China ist ein wichtiger Abnehmer für Öl und Kupfer. Im vergangenen Jahr ist der Brentpreis um mehr als 35 Prozent in die Knie gegangen, das Industriemetall verbilligte sich um rund 25 Prozent.

Deutlich nach oben ging es dagegen für den Goldpreis, da das Edelmetall vor allem in Krisenzeiten gern als sicherer Hafen angesteuert wird. Gold verteuerte sich um bis zu 1,3 Prozent auf 1074,20 Dollar je Feinunze. Unter den Einzelwerten hatten am deutschen Aktienmarkt die Kursverlierer des vergangenen Jahres das Nachsehen. RWE und E.ON, die 2015 rund 54 und 37 Prozent verloren hatten, fielen um 5,9 und 4,3 Prozent. ThyssenKrupp notierten 4,8 Prozent schwächer - im abgelaufenen Börsenjahr hatte sich das Minus hier auf knapp 14 Prozent summiert. 

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