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Wirtschaft Mehr Geld im Portemonnaie dank Mini-Inflation

Lohnerhöhungen zwischen 1,7 und 3,5 Prozent und fast keine Inflation - so blieb bei Deutschlands Arbeitnehmern 2015 deutlich mehr Geld hängen. 2016 soll es ähnlich weitergehen, aber es gibt auch neue Belastungen.

Deutschlands Arbeitnehmer hatten 2015 dank einer gesunden Konjunktur und der sehr geringen Inflationsrate deutlich mehr Lohn in der Tasche.

Die Tariflöhne und -gehälter wuchsen im vergangenen Jahr nominal um 2,7 Prozent und nach Abzug der Inflationsrate von 0,3 Prozent real um 2,4 Prozent, teilte das Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Freitag mit. Das ist nach der Auswertung der höchste Reallohnzuwachs der vergangenen zehn Jahre.

Mit 3,5 Prozent fiel der Tarifzuwachs 2015 im Investitionsgütergewerbe (Anlagen- und Maschinenbau) besonders hoch aus. Betriebe des Nahrungs- und Genussmittelgewerbes lagen mit einem Plus von 2,7 Prozent genau im Schnitt der Gesamtwirtschaft.

Die Energiewirtschaft, die nach vielen sehr guten Jahren aktuell mit der Energiewende zu kämpfen hat, verzeichnete dagegen einen unterdurchschnittlichen Zuwachs von 2,4 Prozent. Am Ende der Liste steht der Handel mit nur 1,7 Prozent Zuwachs.

Für 2016 seien die Konjunkturprognosen weiter günstig, so die Böckler-Stiftung. "Um den überwiegend von der Binnennachfrage getragenen Aufschwung zu stabilisieren, kommt es auf eine kräftige Lohnentwicklung an", sagte der Leiter des Tarifarchivs, Reinhard Bispinck.

Nach dem Herbstgutachten der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute soll der Verdienst je Arbeitnehmer 2016 im Jahresdurchschnitt um 2,5 Prozent zunehmen. Das läge deutlich über dem prognostizierten Anstieg der Verbraucherpreise von 1,1 Prozent. Damit ist auch 2016 für viele Branchen ein deutlicher Reallohnzuwachs zu erwarten.

Allerdings gibt es auch neue Belastungen. So haben vielen gesetzliche Krankenkassen zum Jahresbeginn ihre einkommensabhängigen Zusatzbeiträge teils kräftig erhöht. Zugleich wurden Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung angehoben, was gut und sehr gut verdienende Arbeitnehmer trifft.

Mitteilung Böckler-Stiftung

Herbstgutachten

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