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Minister Schmidt 2016 schwieriges Jahr für Bauern

Für die deutschen Landwirte ist nach Einschätzung von Agrarminister Schmidt im neuen Jahr keine schnelle Besserung in Sicht. Der Bauernverband macht auch die Russland-Sanktionen dafür verantwortlich.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt erwartet 2016 keine deutlich bessere Einkommenssituation der Bauern.

"Die Lage bleibt schwierig", sagte der CSU-Politiker der "Passauer Neuen Presse" (Montag). 2015 seien die Erzeugerpreise dramatisch eingebrochen.

Die Entwicklung auf dem Weltmarkt sei unter den Erwartungen geblieben, und auch 2016 gebe es Unsicherheiten auf wichtigen Absatzmärkten.

"Ich blicke also mit einiger Sorge auf das neue Jahr", sagte Schmidt wenige Tage vor Beginn der "Grünen Woche" in Berlin. Bauernpräsident Joachim Rukwied dringt angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft auf ein Ende der Russland-Sanktionen.

Mittelfristig wird sich die Lage aus Sicht von Schmidt verbessern. Als Beispiel nannte er die Milchbauern. Die EU-Kommission rechne in absehbarer Zeit mit einem Erzeugerpreis von 35 Cent je Liter Milch. Zudem gebe es verschiedene Ansätze - etwa eine bessere EU-Marktbeobachtung -, um auf Schwankungen zu reagieren und die Preisausschläge zu dämpfen. Den Staat als Ordnungskraft auf dem Milchmarkt lehnte Schmidt ab: "Ein Zurück zur Milchquote wird es nicht geben."

Die Bauern machen das russische Importverbot mitverantwortlich für den Preisverfall bei Fleisch, Milch und auch Getreide in Deutschland. "Die Bemühungen hinsichtlich einer Aufhebung des Embargos müssen intensiviert werden", sagte Rukwied der "Neuen Osnabrücker Zeitung": Der Boykott Russlands für Produkte aus Europa sei eine Ursache für "die schlimme Lage vieler Landwirte bei uns". Das Embargo koste die deutschen Bauern jährlich fast eine Milliarde Euro.

Rukwied rechnet angesichts der anhaltenden Niedrigpreisphase mit einer Halbierung der bäuerlichen Einkommen innerhalb von zwei Wirtschaftsjahren. Die Einbußen hätten vergangenes Jahr bereits bei 35 Prozent gelegen. "Jetzt ist Halbzeit im aktuellen Wirtschaftsjahr, und wir müssen aufgrund der Marktlage davon ausgehen, dass die Einkommen noch einmal im zweistelligen Bereich sinken werden."

Die finanzielle Lage auf den Betrieben sei entsprechend schlecht, sagte Rukwied: "Es bleiben im Monat vielleicht 1 500 Euro brutto. Und das bei 70 Arbeitsstunden pro Woche." Mittlerweile seien die Einkünfte von Mitarbeitern auf vielen Bauernhöfen höher als der Bruttogewinn des Unternehmers. Die Bauern blieben auf den Mehrkosten durch den Mindestlohn sitzen.

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