Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Volkswagen AG US-Umweltbehörde lehnt Rückrufplan von VW ab

Die US-Umweltbehörde EPA lehnt den von VW eingereichten Rückrufplan für von der Abgasaffäre betroffene Dieselautos ab. Mittwoch trifft sich VW-Chef Müller mit EPA-Chefin McCarthy in Washington.

Die EPA und die kalifornische Umweltbehörde Carb seien sich einig, dass der Wolfsburger Konzern "keinen genehmigungsfähigen Rückrufplan" vorgelegt habe, hieß es in einer am Dienstag verbreiteten Erklärung.

Am Mittwoch trifft sich der VW-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller mit EPA-Chefin Gina McCarthy in Washington. Es ist das erste Spitzentreffen im Abgas-Skandal des VW-Konzerns. Die EPA hatte die Manipulationen aufgedeckt. 

Matthias Müller entschuldigte sich bei der Automesse in Detroit

Auf der Automesse in Detroit hatte sich Müller für die Manipulationen entschuldigt. "Es sind nicht nur unsere Autos, die wir reparieren müssen - es ist auch unsere Glaubwürdigkeit", sagte Müller am Montag. VW hatte Mitte September eingeräumt, mit einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben. Dies hatte den Konzern in eine schwere Krise gestürzt. 

Die Kritik an VW hatte zuletzt weiter zugenommen - dem Konzern wird vorgeworfen, Dokumente zurückgehalten und Ermittlungen behindert zu haben. Neben hohen Kosten für Rückrufe und -käufe drohen dem Konzern wegen der Manipulationen Milliardenstrafen.

Die irritierende Aussage von VW-Chef Matthias Müller

Ausgerechnet vor dem Spitzentreffen mit der EPA irritierte VW-Chef Müller mit einem verunglückten Radio-Interview. In dem Interview mit dem US-Sender NPR stellte Müller den Abgas-Skandal zunächst als "technisches Problem" dar - anschließend wollte der Konzern das Interview noch einmal neu aufzeichnen.

Mehr zum Thema: Die unfassbaren Aussagen des VW-Chefs

Ein VW-Sprecher sagte am Dienstag, Müller habe eine Frage falsch zugeordnet. In der ursprünglichen Version des Gesprächs sagte Müller zu den Abgas-Manipulationen: "Bei uns gab es ein Versäumnis, wir hatten [...] nicht die richtige Auslegung der amerikanischen Gesetze." Er verwahrte sich gegen den Vorwurf, der Konzern habe bei der Aufklärung auf Zeit gespielt. "Wir haben nicht gelogen. Wir haben die Frage anfangs nicht verstanden und dann haben wir seit 2014 daran gearbeitet, das Problem zu lösen. Und es war ein Fehler von VW, dass es so lange gedauert hat."

US-Justizbehörden bitten Staatsanwaltschaft Braunschweig um Hilfe

In der vom Konzern gewünschten zweiten Version versuchte Müller dann, den Schaden zu begrenzen: "Ich muss mich für gestern Abend entschuldigen, weil die Situation ein bisschen schwierig für mich war vor all ihren vielen Kollegen und jeder hat hineingerufen." Dann ruderte Müller von der anfänglichen Aussage zurück, es handele sich im Ursprung bei den Abgas-Manipulationen lediglich um ein technisches Problem. VW lege großen Wert auf die Feststellung, dass der Konzern die Verstöße einräume.

Auch interessant: Edeka und Kaiser's dürfen doch fusionieren

Unterdessen baten die US-Justizbehörden bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig offiziell um Hilfe bei der Aufklärung des Abgasskandals. "Das Rechtshilfeersuchen ist vor ein paar Tagen gestellt worden", sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe. Derzeit werde der Fragenkatalog aber noch auf Zulässigkeit geprüft. Eine Entscheidung, ob dem Ersuchen stattgegeben werde, sei daher noch nicht getroffen worden. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen der Abgasmanipulationen unter anderem wegen Betrugsverdacht gegen mehrere Mitarbeiter des VW-Konzerns.

Ex-FBI-Chef Robert Mueller soll vermitteln

Zuvor wurde bekannt, dass ein früherer Chef der US-Bundespolizei FBI bei den Rechtsstreitigkeiten im Abgas-Skandal bei Volkswagen in den USA vermitteln soll. Ein kalifornischer Bundesrichter schrieb in einem Gerichtsdokument, der ehemalige FBI-Chef Robert Mueller solle diese Rolle aufgrund seiner großen Erfahrung und seinem Urteilsvermögen einnehmen. 

Es gehe um mehr als 500 eingereichte Klagen. Die mehr als 500 Zivilklagen in den USA sind bei dem Bezirksrichter in San Francisco gebündelt. Zumeist geht es um Betrug und Vertragsbruch, bei vielen Klägern handelt es sich um Besitzer von betroffenen VW-Dieselfahrzeugen, die auf Entschädigung pochen.

VW hatte mit einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert. Dem Konzern drohen deswegen Milliardenstrafen.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()