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Waren aus Übersee Amazon steigt ins Containergeschäft ein

Viele Amazon-Produkte kommen aus China. Der Transport wird von Logistikfirmen übernommen. Das könnte sich bald ändern. Der Online-Konzern will sich selbst um die Verschiffung kümmern.

Die Paketzustellung per Drohne und der Betrieb eigener Frachtflugzeuge sind Amazon nicht genug. Jetzt will der Onlinehändler auch in das weltweite Überseefrachtgeschäft einsteigen, wie der amerikanische "Business Insider" meldet. Die entsprechende Lizenz hat die China-Division von Amazon gerade von der US-Behörde Federal Maritime Commission bekommen. Offiziell registriert ist dabei die "Joyo Courier Service Co. Ltd", die unter dem Handelsnamen "Amazon China" agiert. Der Online-Händler hatte den chinesischen Vertriebs-Kanal bereits 2004 gekauft.

Damit kann der Konzern nun Speditionsdienstleistungen per Schiff von China in die Vereinigten Staaten einkaufen und anbieten – eigene Schiffe wird Amazon dabei nicht kaufen. Was unspektakulär klingt, ist für den Online-Händler ein weiterer Schritt, um noch mehr Erlösmöglichkeiten von der Herstellung über den Verkauf bis hin zum Transport abzudecken.

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Der US-Konzern kann mit seinem Service "Fulfillment by Amazon" (FBA) seinen chinesischen Partnern nun den kompletten Transportdienst und die Abwicklung anbieten. Und der Markt für Schiffstransporte bietet ein riesiges Potenzial mit einem Umsatz von einem dreistelligen Milliardenbetrag. Vor allem Produkte aus China kommen hauptsächlich per Schiff in die USA.

Durch Automatisierung könnte Amazon die Kosten verringern

Noch ist allerdings nicht absehbar, wann Amazon die ersten Transporte über den Pazifik losschickt, doch der Zeitpunkt für die Vorbereitungen des Angebots erscheint attraktiv. Die Nutzung von Containerschiffen ist zurzeit so günstig wie lange nicht.

Laut Business Insider kostet der reine Transport eines 40-Fuß-Containers von Shenzhen nach Los Angeles knapp 1300 Dollar (1191 Euro). Bei einer Beladung mit 10.000 Einheiten kostet der Transport pro Stück also knapp 0,13 Dollar (knapp zwölf Cent). Der Transportpreis eines Flachbildschirms liegt beispielsweise bei unter zehn Dollar.

Dazu addieren sich Arbeits- und Verwaltungskosten auf dem Weg von China in die USA, die natürlich umso stärker steigen je mehr Unternehmen an der Transportkette beteiligt sind. Amazon, dafür bekannt mit Tiefstpreisen in den Markt zu drängen, könnte diese Kosten verringern, weil der Konzern die komplette Kette plant, automatisiert und damit effektiver steuern könnte.

Für kleine und mittlere chinesische Firmen, die US-Kunden ihre Produkte direkt anbieten und liefern lassen wollen, wäre das eine perfekte Lösung. Fraglich ist, ob auch US-Kunden, die in China ihre Markenware produzieren, auf Amazons Angebot umsteigen.

Schließlich würden sie damit dem Online-Händler, der für viele Firmen mittlerweile auch zum Konkurrenten geworden ist, einen tiefen Einblick in die eigene Logistik gewähren und damit sehr sensible Informationen preisgeben, die Amazon möglicherweise zum eigenen Vorteil nutzen könnte.

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