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Ende der Iran-Sanktionen Airbus räumt seinen Parkplatz auf

Wegen der Sanktionen konnten iranische Airlines viele Jahre keine neuen Flugzeuge anschaffen. Jetzt ist das Verbot Geschichte. Besonders Airbus hofft auf glänzende Geschäfte.

Es waren groteske Jahre für Irans Fluggesellschaften. Weil sie nach den Sanktionsauflagen des Westens noch nicht einmal auf dessen Boden tanken durften, flogen sie auf dem Weg nach Europa Umwege über Weißrussland. Neubestellungen bei Airbus oder Boeing waren ohnehin verboten. Daher sind die etwa 270 Flugzeuge bei den iranischen Airlines inzwischen museumsreife Uralt-Modelle. Die jetzt beschlossene Aufhebung der Iran-Sanktionen im Atomstreit gibt grünes Licht für die wohl größte umfassendste Modernisierung der Flugzeugflotte eines Staates.

Nach Angaben des iranischen Transportministers Abbas Akhoundi will die staatliche Fluggesellschaft Iran allein 114 neue und gebrauchte Airbus-Modelle bestellen. Auf dem Einkaufszettel stünden Jets der kleineren A320-Familie sowie das von Airbus nicht mehr produzierte große vierstrahlige Modell A340. Die ersten Lieferungen sollen im Juli erfolgen, womöglich sogar schon im Juni, heißt es.

In Branchenblogs ist davon die Rede, dass der Iran mit den beiden großen Fluggesellschaften Iran Air und Mahan Air in den nächsten Jahren 200 bis 250 neue Flugzeuge benötigt. Langfristig könnte der Staat mit seinen 80 Millionen Einwohnern und 50 Flugplätzen 400 neue Modelle bestellen.

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Airbus kommt der Flugzeugbedarf des Iran gelegen, auch um auf dem eigenen Parkplatz aufzuräumen. Der Flugzeughersteller ist auch ein kleiner Alt-gegen-Neu-Umtauschhändler. Um Airlines zum Kauf neuer Modelle zu bewegen, werden ältere Flugzeuge auch zurückgenommen.

So bietet Airbus derzeit 22 gebrauchte, vierstrahlige Langstreckenmodelle vom Typ A340 an, die andere Fluglinien bereits ausmusterten oder in Kürze zur Verfügung stellen. Das älteste Modell ist von 1997, das jüngste von 2008. Diese A340-Modelle können gekauft oder geleast werden. Der Iran könnte also ganz kurzfristig Airbus-Flieger bekommen.

Non-stop-Flüge nach Nordamerika

Offiziell äußert sich Airbus zum Iran-Geschäft nur vorsichtig optimistisch. "Ab sofort werden wir in ernsthafte Diskussionen in voller Übereinstimmung mit allen internationalen Gesetzen treten", erklärt ein Sprecher. In der Branche heißt es, dass es bei den anstehenden Verhandlungen sensible rechtliche Vorgaben gibt. Zwar wurden die Sanktionsauflagen für die Flugzeughersteller Airbus und Boeing und die Triebwerksbranche bereits 2014 etwas gelockert, doch es gibt immer noch ein enges juristisches Korsett.

Niemand will einen Fehler machen. Offensichtlich hat Airbus daher noch kein endgültiges Abkommen mit dem Iran. Juristen hatten darauf verwiesen, dass es vor der jetzt erfolgten Sanktionsaufhebung formal verboten war, Verkaufsverhandlungen zu führen.

Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet von insgesamt sehr ambitionierten Luftfahrtplänen des Iran. Angeblich gibt es auch Interesse am neuen Airbus-Großraummodell, dem Langstreckenjet A350. Selbst eine Bestellung des Riesenairbus A380 sei ein Thema, zitiert die Nachrichtenagentur einen iranischen Offiziellen. Derzeit fliegen einige Uralt-Boeing-Jumbo-Jets bei der staatlichen Fluggesellschaft Iran Air, deren Flotte durchschnittlich 26 Jahre alt ist.

Mit neuen Flugzeugen könnten Non-stop-Flüge nach Nordamerika, Europa oder Australien angeboten werden und die Fluggäste müssten nicht mehr einen Umweg über Dubai oder Istanbul nehmen. Der Iran prüfe auch Zukäufe beim Airbus-Rivalen Boeing, heißt es. Selbst Modelle des kanadischen Herstellers Bombardier oder von Embraer aus Brasilien würden untersucht.

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