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Chinas Wirtschaftswachstum lahmt Schlechte Nachrichten auch für Deutschland

Chinas Wirtschaftswachstum ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Wert seit 25 Jahren gefallen. Die Regierung reagiert darauf gelassen. Sorgen machen sich aber deutsche Firmen.

Chinas Konjunkturmotor läuft immer langsamer. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres wuchs die Wirtschaft nur noch um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies teilte die Statistikbehörde in Peking mit. Der Wert lag unter den Erwartungen der meisten Experten. Für das Gesamtjahr 2015 gab die Behörde einen Wert von 6,9 Prozent an. Das ist der geringste Wert seit einem Vierteljahrhundert. Zudem wurde damit das offizielle Regierungsziel von einem jährlichen Wachstum um sieben Prozent knapp verfehlt. Im Vorjahr war die Wirtschaft noch um 7,3 Prozent gewachsen.

Sorgen bereitet Beobachtern vor allem die ungleiche Verteilung des Wachstums. So legte die Industrieproduktion im Dezember nur noch um 5,9 Prozent zu. In diese Branchen gehen besonders viele deutsche Exporte. Wesentlich stärker zulegen konnte dagegen der Dienstleistungssektor, wo deutsche Firmen schwach vertreten sind.

Auch weltweit ruft die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft Ängste hervor. Denn China hat in den vergangenen Jahren rund ein Drittel des jährlichen globalen Wachstums erwirtschaftet. Die verschlechterten Aussichten haben in den vergangenen Wochen bereits zu heftigen Turbulenzen an den Aktienmärkten geführt. Hinzu kommt dass in den vergangenen Monaten immer wieder Zweifel an den offiziellen Zahlen laut wurden. Viele Experten schätzen, dass das wahre Wachstum deutlich unter den Werten nahe sieben Prozent und eher zwischen vier und sechs Prozent liegt.

Regierungschef bleibt optimistisch

Trotz des geringeren Wachstums und der Turbulenzen an Chinas Aktienmärkten hält Chinas Staats- und Parteichef die langfristigen Grundlagen der chinesischen Wirtschaft für tragfähig. In der "neuen Normalität" mäßige sich das Wachstum, so dass die Wirtschaft strukturell angepasst und die Triebkräfte verlagert werden müssten, hatte Xi Jinping vor der Bekanntgabe der neuen Zahlen gesagt. Die Wirtschaft müsse sich stärker auf heimischen Konsum, den Dienstleistungssektor und Innovation stützen.

Li will das bislang sehr exportlastige Wirtschaftsmodell stärker auf die Binnenkonjunktur ausrichten und den privaten Konsum ankurbeln. Entsprechende Reformen sollten forciert werden, kündigte er an. Doch beim Umbau der Wirtschaft hakt es. Nach Ansicht des deutschen Außenhandelspräsidenten Anton Börner ist die Industrie des Landes sogar in einer "desolaten" Lage. Auch andere Experten teilen seine Bedenken: "China steht vor wirtschaftlich schwierigen Jahren", meint Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Kurzfristig müsse das Wachstum "stabilisiert" werden, sagte Li weiter. Vor diesem Hintergrund spekulieren viele Beobachter inzwischen auf neue Konjunkturprogramme. Bereits jetzt hat die Regierung angekündigt, den Schienenverkehr in dem Riesenreich in diesem Jahr ausbauen und hier umgerechnet 112 Milliarden Euro zu investieren.

Notenbank stützt die Wirtschaft

Auch die Zentralbank ist bereits aktiv geworden. Am Montag erst hatte sie umgerechnet rund 7,7 Milliarden Euro in das Bankensystem gepumpt, um die Wirtschaft zu stützen. Mit den Geldspritzen für die Kreditinstitute greift die Notenbank auf ein erst im Jahr 2013 eingeführtes Instrument zurück – die sogenannten kurzfristigen Liquiditätsgeschäfte (SLOs). Sie sind auf drei Tage angelegt. Die Banken hatten im Dezember weniger neue Darlehen vergeben, was Sorgen über den Zustand der Wirtschaft weiter nährte.

Sie bemühte sich zudem, die Landeswährung Yuan wieder zu stabilisieren, nachdem sie Anfang Januar eine deutliche Abwertung zugelassen hatte. Spekulationen mit der heimischen Währung sollen eingedämmt werden. Für einige Geldhäuser, die im Auslandsdevisenhandel tätig sind, gilt zudem künftig ein Mindestreservesatz. Damit müssen sie dann mehr Yuan in der Hinterhand halten. So sollen die Bestände im Handel reduziert und Wetten auf eine Abwertung des Wechselkurses erschwert werden.

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