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Angriff auf Schäuble Wie sich Tsipras in Davos lächerlich machte

Griechenlands Premier Alexis Tsipras hat sich in Davos zum Gespött gemacht. Der Grund: fehlender Sachverstand und Frontalangriffe auf Finanzminister Wolfgang Schäuble. Der konterte geschickt.

Jeder wird für 15 Minuten Weltruhm erlangen, hat der amerikanische Künstler Andy Warhol einmal postuliert. Alexis Tsipras' Viertelstunde scheint schon abgelaufen. Nichts machte das deutlicher als das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Dort durfte der griechische Ministerpräsident zwar auf einem hochkarätigen Podium zur Zukunft Europas sitzen. Und das auch noch gemeinsam mit seinem Widersacher, dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Vor wenigen Monaten wäre das Setting sicher noch für einen öffentlichen Schlagabtausch gut gewesen – mit Tsipras in der Hauptrolle. Doch jetzt ist der Grieche nur noch ein Nebendarsteller, ein eigensinniger Premier, der ein hoch verschuldetes Land nicht aus der Krise bekommt. Europa hat jetzt ganz andere Probleme.

Und Tsipras tat vor den versammelten Entscheidern in Davos auch nichts, um diesen Eindruck zu zerstreuen. Er appellierte an eine europäische Solidarität und meinte damit aber vor allem mehr Hilfsgelder für sein geschundenes Land. Und dann versuchte er auch noch die Schlachten der Vergangenheit zu schlagen, und ließ zu allem Überfluss wenig ökonomisches Sachverständnis durchblicken. "Wir müssen nicht nur wettbewerbsfähiger, sondern auch produktiver werden", sagte Tsipras. "Wir dürfen nicht nur die Arbeitskosten im Blick haben."

Frontalangriff auf Schäuble

Dafür erntete er im Publikum verwirrte Blicke und Kopfschütteln. Denn bei den Arbeitskosten geht es nie um die absolute Höhe, sondern stets um die Lohnstückkosten, also das Verhältnis von Löhnen und Produktivität. Wer effizient wirtschaftet, kann sich auch hohe Löhne leisten, weil die Lohnstückkosten im globalen Vergleich dann trotzdem wettbewerbsfähig sind.

Doch genau diesen fundamentalen ökonomischen Zusammenhang zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Löhnen und Produktivität schien Tsipras nicht erkannt zu haben. Lieber kritisierte er noch mal das Rettungsprogramm und vor allem die Beteiligung des Internationalen Rettungsfonds (IWF) und griff damit Schäuble frontal an.

Der hatte zuvor die Rolle des IWF gelobt. Europäische Institutionen hätten nicht die Kraft, die getroffenen Vereinbarungen auch wirklich umzusetzen. Deshalb müsse der IWF als zusätzlicher Aufpasser hinzugezogen werden.

Ein bockiger Regierungschef

"Wenn ich den IWF ausklammere, müsste ich im Bundestag eine neue Vereinbarung einbringen. Da könnte ich auch mit brennender Kerze in einen Raum voll Dynamit laufen", sagte Schäuble. Tsipras wiederum merkte an, man dürfe nicht im Dunkeln tappen. "Ich bin nicht dafür, dass wir eine Kerze in einen Raum von Dynamit bringen. Wir müssen zuerst den Sprengstoff rausbringen und dann die Kerze anzünden."

Der Grieche präsentierte sich in Davos wie ein bockiger Regierungschef, der den Ernst der Lage immer noch nicht recht begriffen hat. Dementsprechend fiel die Quittung an den Finanzmärkten aus. Die Renditen griechischer Staatsanleihen schossen kräftig nach oben, mit 10,4 Prozent auf den höchsten Stand seit August vergangenen Jahres.

Bereits am Vorabend hatte sich Tsipras bei der Wirtschaftselite in Davos lächerlich gemacht, als er in einem Interview mit dem Finanzdienst Bloomberg 2016 zum Jahr der Griechen ausrief. "Wir werden die Wirtschaftswelt überraschen." Überrascht waren die Teilnehmer eher in negativer Hinsicht.

 

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