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Cent-Münzen In Kleve wird jetzt das Kleingeld abgeschafft

Die Einzelhändler in Kleve wollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen aus dem Verkehr ziehen. Dafür gibt es zwei Gründe. Das Vorhaben könnte bundesweit Schule machen. Andere Länder sind schon weiter.

Ein- und Zwei-Cent-Stücke sollen schon bald der Vergangenheit angehören. Zumindest wenn es nach Kleve in Nordrhein-Westfalen geht. Die Händler der niederrheinischen Stadt wollen ab dem 1. Februar das Bezahlen mit Kleingeld abschaffen. Was im ersten Moment verwunderlich klingt, soll vor allem den lokalen Handel entlasten.

Hintergrund sind die seit Anfang 2015 anfallenden Gebühren für die Einzahlung und Ausgabe der Münzen bei den Banken. Eine seit dem 1. Januar des Vorjahres gültige EU-Verordnung zum Bargeld erlaubt es den Instituten, für die Einzahlung von Hartgeld eine Servicegebühr zu erheben.

Ziel der Verordnung ist, Münzgeldfälschungen und Beschädigungen besser überprüfen und aus dem Verkehr ziehen zu können. Die dafür anfallenden Zusatzkosten legen die Banken auf die Kunden um. 30 Cent zahlen die Händler bei der Sparkasse in Kleve aktuell pro Münzgeldrolle. Auch Privatkunden sind von den Gebühren betroffen.

Auf- und Abrunden an der Kasse

"Das Ein- und Zwei-Cent-Münzengeschäft wird immer schwieriger und vor allem kostenintensiver", erklärte Ute Marks (54), Geschäftsführerin des Klever Stadtmarketings. Das führe oft zu Mehrbelastungen im Einzelfachhandel. Deshalb schlugen einige Klever Unternehmen bereits im vergangenen Herbst die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen vor. Diese Idee soll nun in die Realität umgesetzt werden. 800 Einzelhändler wurden darum gebeten, bei der Aktion mitzumachen.

Das Auf- und Abrunden an der Kasse solle Kunden und Einzelhändler – dabei sind bereits Edeka, Intersport und das Kunsthaus Elbers – beim Zahlungsverkehr entlasten, sagte Marks. "Wir wollen zufriedene Kunden, aber auch zufriedene Einzelhändler", betonte sie. Deswegen wolle die Stadt die Händler bei diesem Schritt begleiten.

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Künftig sollen Beträge je nach Wert entweder auf- oder abgerundet werden. Für Kunden und Einzelhändler ist die Aktion natürlich völlig freiwillig. Bei Kartenzahlungen bleibe alles beim Alten, erklärte die Geschäftsführerin. Plakate in drei verschiedenen Sprachen, die ab Februar in den teilnehmenden Geschäften aufgestellt werden, machen auf das Vorhaben aufmerksam.

Internationale Vorbilder

Das Bezahlen ohne Münzgeld ist kein neues Phänomen. Die benachbarten Niederländer praktizieren das Auf- und Abrunden bereits seit mehr als elf Jahren. Auch Belgien, Finnland und Irland haben entsprechende Regelungen eingeführt – bisher problemlos. Das Vorhaben der Stadt Kleve könnte nun auch deutschlandweit für Aufmerksamkeit sorgen. Die Aktion solle "der Anfang einer großen Bewegung" sein, erklärte Marks.

Die Stimmung in der Bevölkerung könnte sie zumindest treffen: Eine Mehrheit der Deutschen hält das Bezahlen ohne Kleingeld für praktikabel. In einer Umfrage sprach sich mehr als jeder Zweite für die Abschaffung der Kupfermünzen aus. Auch verschiedene Politiker und Ökonomen fordern seit Längerem die Abschaffung von Bargeld.

Ein ganz neues Phänomen in Deutschland ist das Auf- und Abrunden an der Kasse allerdings nicht. So räumen beispielsweise Kaufland, Edeka und Toom ihren Kunden im Rahmen der Initiative "Deutschland rundet auf" die Möglichkeit ein, den ausstehenden Betrag freiwillig aufzurunden. Der aufgerundete Betrag wird anschließend an in Armut lebende Kinder gespendet.

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