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Autofahrer aufgepasst Das muss man zum sinkenden Ölpreis wissen

Mit den Ölpreisen geht es steil bergab. Je nach Sorte und Qualität gibt es aber große Unterschiede. Und mit Verzögerung macht es sich beim Tanken bemerkbar. Das sollten Sie darüber wissen.

Seit Monaten hält die steile Talfahrt der Ölpreise die Finanzmärkte in Atem. Ein zu starkes Angebot an Rohöl auf dem Weltmarkt sorgt dafür, dass der wichtige Rohstoff immer billiger wird. Die Autofahrer freuen sich: Sie tanken so billig wie schon lange nicht mehr, weil sich der gesunkene Ölpreis mit Verzögerung auch auf der Tankrechnung niederschlägt. Doch wie kommt er eigentlich zustande? Und was hat es mit den verschiedenen Ölsorten auf sich?

1. Die Maßeinheit: Da Öl ursprünglich in Fässern abgefüllt wurde – Barrel im Englischen –, wird diese Maßeinheit in der Branche bis heute verwendet. Ein Barrel sind 159 Liter.

2. Der Preis: Seit Beginn der steilen Talfahrt Mitte 2014 hat sich der Preis mehr als gedrittelt. Damals kostete ein Barrel je nach Sorte noch mehr als 100 Dollar, in der vergangenen Woche waren es weniger als 30 Dollar. So billig war Öl zuletzt 2003. Zum Start in die neue Woche sind die Preise allerdings wieder gestiegen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur März-Lieferung kostete am Morgen 32,64 Dollar und damit 46 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg um 33 Cent auf 32,51 Dollar.

Mehr zum Thema: Die Ölwelt ist völlig aus den Fugen

Eine Trendwende ist Experten zufolge nicht in Sicht, da das Angebot weiter steigt. Das liegt am knallharten Wettbewerb zwischen den klassischen Ölförderern wie Saudi-Arabien und neuen Konkurrenten vor allem in Nordamerika, die Rohöl mit der aufwendigen Fracking-Methode aus Schiefergestein lösen. Beobachter gehen davon aus, dass die Ölförderer aus der Golfregion die ungeliebte Konkurrenz mit hohen Fördermengen und Dumpingpreisen aus dem Markt spülen wollen.

Zuletzt waren die Ölpreise bis unter die Grenze von 30 Dollar je Fass gesackt. (Foto: Infografik Die Welt)

3. Die Sorten: Rohöl ist nicht gleich Rohöl. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Sorten – je nach Region. Allein der Finanzinformationsdienst Bloomberg listet mehr als 100 Stück, wovon allerdings nur wenige eine große Bedeutung haben. Als Richtwert am Finanzmarkt gilt das US-Rohöl West Texas Intermediate (WTI). Eine weitere wichtige Sorge ist das Nordsee-Öl Brent.

4. Die Qualität: Zwischen den Ölsorten gibt es gravierende Unterschiede bei der Qualität, was auch zu merklichen Preisunterschieden führt. So bot der US-Raffineriebetreiber Flint Hills jüngst nur noch 1,50 Dollar pro Barrel der Sorte North Dakota Sour. Denn das stark schwefelhaltige Rohöl konnte in der Raffinerie nur schwer verarbeitet werden.

5. Die Preisbildung: Für US-Öl und Brent-Öl werden die Preise über das Spiel von Angebot und Nachfrage gebildet. Aber auch diese Sorten können eine Vielzahl von unterschiedlichen Preisen haben, was daran liegt, dass sie in sogenannten Future-Kontrakten gehandelt werden. Der Käufer erwirbt dabei Rohöl mit unterschiedlichen Lieferdaten. Der am meisten gehandelte und damit für die Anleger wichtigste Future-Kontrakt läuft über einen Monat.

6. Die Opec: Auch die Ölsorten des Ölkartells Opec (Organisation der Erdöl exportierenden Länder) sind für die Weltwirtschaft von hoher Bedeutung. Von der Opec-Zentrale in Wien wird einmal täglich der sogenannte Opec-Korbpreis ermittelt. Hierfür melden alle Mitgliedsstaaten des Ölkartells – darunter Saudi-Arabien, Kuwait und Nigeria – ihre jeweiligen Ölpreise, dann wird der sogenannte Korbpreis aller 13 Opec-Sorten errechnet. Dieser Durchschnittspreis wird allerdings immer mit einem Tag Verzögerung veröffentlicht und spiegelt daher nicht die neueste Entwicklung wider.

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