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Vor Hauptversammlung Siemens erhöht Gewinnprognose um rund drei Prozent

Das Geschäftsjahr beginnt für Siemens besser als von Analysten erwartet: Der Konzern kündigte an, seine Gewinnprognose um rund drei Prozent zu erhöhen. Der Aufsichtsrat beschloss auch einen Zukauf.

Siemens ist besser als von vielen Analysten erwartet in das neue Geschäftsjahr gestartet. Der Umsatz legte währungsbereinigt um vier Prozent auf 18,9 Milliarde Euro zu und der Auftragseingang um 22 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015 ein Gewinn, der mit 1,6 Milliarden Euro um 42 Prozent über dem von Sondereffekten belasteten Vorjahr lag.

Vor dem Hintergrund der guten Entwicklung im industriellen Geschäft und starken Zuwächsen in der Medizintechnik, Energie-Management und Mobilität kündigte Siemens an, seine Gewinnprognose um rund drei Prozent zu erhöhen. Statt 5,90 bis 6,20 Euro Gewinn je Aktien werden nunmehr sechs bis 6,40 Euro je Aktie erwartet.

Siemens verkündete den Ausblick nach einer Aufsichtsratssitzung unmittelbar vor der Hauptversammlung an diesem Dienstag in München. Siemens-Chef Joe Kaeser könnte damit etwas seine Kritiker besänftigen. Sie sehen das laufende Jahr bereits als Schicksalsjahr für den Konzernchef. Nach zahlreichen Strukturänderungen und dem Verkauf von Beteiligungen müsse Kaeser endlich beweisen, dass seine Strategie mit dem Schlagwort "Vision 2020" greife.

Kaeser: "Ein starkes Quartal geliefert"

Nach Einschätzung von Kaeser wurde zum Geschäftsjahresauftakt "ein starkes Quartal geliefert". Die Gewinnprognose werde angehoben, "obwohl die markroökonomischen und geopolitischen Entwicklungen unsere Märkte weiterhin belasten". Der Konzern konzentriere sich weiter "auf die Bereinigung von strukturellen Verwerfungen im Unternehmen", heißt es ohne nähere Erläuterung. Weitere Details sind auf einer Pressekonferenz vor der Hauptversammlung zu erwarten.

Die leicht höhere Gewinnprognose ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass im vergangenen Jahr der Nettogewinn des Technologiekonzerns durch den Verkauf von Geschäftsaktivitäten um rund drei Milliarden Euro aufgebläht war. Daher wurde bereits prognostiziert, dass der Gewinn 2016 unter dem Strich sinken wird - weil dieser Sondereffekt wegfällt. Dennoch soll sich aber der Ertrag aus dem eigentlichen Geschäft deutlich verbessern. Bislang hieß es von 5,18 Euro je Aktie (2015) auf 6,20. Nunmehr eben auf 6,40 Euro.

Siemens übernimmt weitere Softwarefirma

Der Siemens-Aufsichtsrat beschloss auch einen weiteren Zukauf. Diesmal nicht im Öl- und Gasgeschäft wie der überteuerte Kauf des Energietechnikanbieters Dresser-Rand für rund 7,8 Milliarden Euro 2015. Siemens übernimmt jetzt eine weitere Softwarefirma, um noch mehr digitale Werkzeuge für die Fabrik der Zukunft zu haben.

Der Kauf der bisher eigentümergeführten US-Firma CD-adapco kostet 970 Millionen Dollar. Das vor gut 30 Jahren gegründete Unternehmen mit rund 900 Beschäftigten und knapp 200 Millionen Dollar Umsatz ist ein Spezialist für digitale Strömungsmechanik, im Branchenjargon als CFD (Computational Fluid Dynamics) bezeichnet. Mit der Software lasen sich beispielsweise Strömungen in Turbinen, an Flugzeugflügeln, Propellern oder die Windschlüpfigkeit von Autos berechnen. Selbst die Luftverwirbelung hinter Fußbällen oder Raketen wurden schon ermittelt.

Die Übernahme von CD-adapco ist ein weiterer Meilenstein in einer Kette von Zukäufen, mit denen Siemens seine Sparte "Digitale Fabrik" ausbaut. Einer der Höhepunkte war 2007 unter der Regie von Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Damals wurde die US-Firma UGS Corp. für 3,5 Milliarden Dollar übernommen, ein Spezialist für das dreidimensionale Konstruieren am Bildschirm.

Die Aktivitäten wurden später in Siemens PLM (Product Lifecycle Management) umbenannt. In den Folgejahren gab es eine Kette weiterer Zukäufe von Software-Spezialisten für die digitale Fabrik der Zukunft, die auch unter dem Schlagwort Industrie 4.0 bekannt ist. Dabei werden die Entwicklung, Konstruktion, Produktion und selbst die Bestellung und Logistik miteinander verknüpft.

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