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Apple iPhone Es kann nur abwärts gehen für den Smartphone-Konzern

Apple erzielt einen neuen Rekordgewinn und keiner freut sich so richtig. Zu groß sind die Zweifel, ob der Konzern mit neuen Produkten auftrumpfen kann - und dann ist da noch das China-Problem.

Apple wächst nicht mehr weiter. Das ist wohl die wichtigste Erkenntnis, die die Investoren aus den Zahlen des Weihnachtsquartals ziehen können. 74,8 Millionen iPhones verkaufte der erfolgsverwöhnte Elektronikkonzern in den vergangenen drei Monaten, im Vorjahresquartal waren es 74,5 Millionen Stück.

Zwar reicht das für neue Rekordzahlen: Nie verdiente Apple mehr Geld pro Quartal, das Unternehmen machte 18,4 Milliarden Dollar Gewinn. Apple-Chef Tim Cook konnte bei der Bekanntgabe der Zahlen noch einmal jubeln: "Unser Team hat Apple das beste Quartal aller Zeiten beschert, dank der weltweit innovativsten Produkte und Rekordverkäufen von iPhone, Watch und Apple TV."

Von nun an droht es abwärts zu gehen

Der Umsatz erreichte mit 75,87 Milliarden Dollar ein neues Rekordniveau – doch der Unterschied zum Vorjahresquartal betrug gerade noch 1,8 Prozent. Die Zeiten, in denen Apple zweistellig zulegen konnte, sind vorbei. Der Konzern scheint vorerst auf einem Höhepunkt angekommen zu sein – von hier an droht es abwärts zu gehen.

Das zeigt insbesondere Apples Prognose für das laufende Quartal: In den ersten drei Monaten des Jahres 2016 erwartet Apple nun nur noch einen Umsatz von 50 bis 53 Milliarden Dollar – zehn Prozent weniger als noch in den ersten drei Monaten des Jahres 2015.

Die Prognose Cooks und seiner Manager fällt damit noch niedriger aus, als von diversen Analysten und den Anlegern ohnehin erwartet: Apples Aktie verlor in den vergangenen Monaten über 20 Prozent ihres Wertes, Apple ist aktuell nur noch etwa zehn Prozent mehr wert als der Google-Mutterkonzern Alphabet. Sind Apples Tage als teuerster Konzern der Welt gezählt?

Drastischer Rückgang der Produktion

Apple-Zulieferer haben einen Rückgang der Produktion für die kommenden Monaten bereits angedeutet. Die japanische Zeitung "Nikkei" berichtete Anfang Januar, dass die Produktion der beiden iPhone-6S-Modelle um 30 Prozent zurückgefahren werden solle. Eine Bestätigung zu diesen Plänen gab es von Apple nicht.

Solche Einschätzungen sind nicht immer zuverlässig, weil Apple auf unterschiedliche Zulieferer setzt, um zum einen das Risiko zu streuen und zum anderen dadurch die Möglichkeit zu haben, sich nicht in die Karten schauen zu lassen. Doch die Prognose für das laufende Quartal zeigt, dass die Zuliefererauguren diesmal richtig lagen.

Alles hängt vom iPhone ab

Apple hat aktuell gleich mehrere Probleme. Die würde mancher Konkurrent zwar gerne haben. Doch der Konzern aus Cupertino spielt in einer eigenen Liga – und muss sich daher vor allem mit sich selbst messen:

Apples Risiko lässt sich immer weniger streuen. Der Konzern macht inzwischen mehr als 60 Prozent seines Umsatzes mit dem Smartphone. Zum Vergleich: Anfang 2009 war es noch nicht einmal ein Viertel. Der aktuelle Anteil am Gewinn liegt sogar noch über dem Umsatzanteil, das iPhone bleibt trotz iWatch und iPad das wichtigste Produkt des Konzerns.

Erfolg der Watch weiter unklar

Echte neue Wachstumstreiber sind für Apple nicht absehbar, und die Versuche, sich unabhängiger vom Erfolg des iPhones zu machen, fruchten bislang wenig. Die iPad-Verkäufe schrumpfen weiter. 16 Millionen Stück verkaufte Apple von seinem Tablet im Weihnachtsquartal 2015 – vor einem Jahr waren es noch 21,4 Millionen Stück. Auch die Apple Watch macht sich noch nicht in der Bilanz bemerkbar und wird bislang nicht einmal separat ausgewiesen. Ein Apple-Auto scheint noch in weiter Ferne.

Bis auf Weiteres hängt Apples Schicksal am iPhone: Eine Milliarde aktive iOs-Geräte vermeldete Cook in seinem Quartalsresümee, und betonte: Im vergangenen Jahr waren viele Umsteiger von Android-Smartphones unter den Käufern. Doch auch diese Zielgruppe kauft nur alle zwei Jahre ein neues iPhone.

Innovationen blieben zuletzt aus

Auch wenn noch niemand von gesättigten Märkten sprechen will, Apple muss sich immer mehr anstrengen, seine iPhones an die Kunden zu bringen. Der Rekordgewinn im Weihnachtsquartal 2014 war vor allem dem Wunsch der Nutzer nach größeren Displays geschuldet. Hier hatte Apple mit dem iPhone 6 und dem iPhone 6 Plus nach Jahren erstmals die Bildschirme vergrößert.

Dagegen ist die jüngste iPhone-6S-Reihe eher eine Modellpflege. Am Design hat sich praktisch nichts verändert. Ein Absatzschub wie im Vorjahr ist daher ausgeblieben.

China - noch Rettungsanker, bald Sorgenkind?

Immerhin: Das expandierende Geschäft in China hat dem Unternehmen Schlimmeres erspart. Mehr als ein Viertel seines Umsatzes macht Apple inzwischen in China – hier erzielt der Konzern das beste Quartalsergebnis, das er jemals erreicht hat. Der Markt der hochwertigen Smartphones wird vom iPhone beherrscht.

Insgesamt kam Apple nach den Zahlen des Marktforschers Canalys im dritten Quartal 2015 auf einen Marktanteil von elf Prozent in China. Doch die Wirtschaft taumelt. Erst in der vergangenen Woche hatte China bekannt gegeben, dass die Wirtschaft seit 25 Jahren nicht mehr so langsam gewachsen ist.

Eine lahmende Wirtschaft in China wird Apple irgendwann treffen. Cook musste in der Quartalstelefonkonferenz zugeben: "Die Wirtschaftsentwicklung in China ist ein Grund zur Sorge." Möglicherweise reagiert Apple mit einem günstigeren iPhone. Gerüchte über eine Sonderedition mit einem vier Zoll großen Display gab es in den vergangenen Tagen vermehrt. Doch wollen gerade Chinesen ein kleineres Display? Eher nicht.

Möglicherweise muss Apple schon bald den Titel des teuersten Unternehmens der Welt an Alphabet abgeben. Die Android-Erfinder legen in der kommenden Woche Zahlen vor.

Virtuelle Realität als nächstes großes Ding?

Die Durststrecke des Konzerns dürfte noch bis in den September weitergehen. Erst dann stellt der Konzern sein iPhone 7 vor – und hat damit wieder eine Chance, seine Verkäufe zu steigern. Garantiert ist das aber nicht.

Einen kommenden potenziellen Wachstumstreiber für das Mobilgeschäft deutete Cook in der Quartalskonferenz dennoch bereits an: "Ich denke nicht, dass die virtuelle Realität ein Nischengeschäft ist. Sie ist sehr cool!"

Noch hat Apple anders als Konkurrent Samsung keine eigene VR-Brille auf den Markt gebracht. Doch der Konzern könnte wie zuvor beim Smartphone und beim Tablet die Chance wahrnehmen, eine vorhandene Technologie aufzugreifen und massenkompatibel zu machen. Die virtuelle Realität könnte für Apple das nächste große Ding werden.

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