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Deutsche Bank Investmentbanking-Sparte bricht ein

Weitere Hiobs-Botschaft von der Deutschen Bank. Die Investmentbanking-Sparte des Geldinstituts ist Ende 2015 eingebrochen. Das Kerngeschäft der Bank hat einen Milliardenverlust hinnehmen müssen.

Die in der Sanierung steckende Deutsche Bank kann sich nicht mehr auf ihr Kerngeschäft Investmentbanking verlassen. Die Sparte lieferte im Schlussquartal 2015 einen Vorsteuerverlust von knapp 1,2 Milliarden Euro ab, vor einem Jahr war es noch ein Gewinn von rund 300 Millionen Euro.

Zwar wurde der Bereich abermals hart von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten getroffen. Doch inzwischen bröckeln auch die Erträge, der Rückgang lag bei 30 Prozent. Einbußen gab es sowohl im Anleihe- und Aktienhandel als auch im lukrativen Beratungsgeschäft, wie die Bank am Donnerstag mitteilte.

Dabei bräuchte Deutschlands größtes Geldhaus mehr denn je eine verlässliche Einnahmequelle, um die milliardenschweren Belastungen aus zurückliegenden Skandalen und dem Konzernumbau zu schultern. Vorstandschef John Cryan machte keinen Hehl daraus, dass die Bank kurzfristig nicht in ruhiges Fahrwasser kommen wird: "Wir konzentrieren uns auf das Jahr 2016 und arbeiten weiter hart daran, unsere Altlasten zu bereinigen", erklärte er. "Wir werden über das ganze Jahr hinweg kontinuierlich am Umbau der Bank arbeiten und Investitionen vornehmen."

Tiefrote Zahlen

Bereits seit einer Woche ist klar, dass Cryans Großreinemachen zu einer tiefroten Bilanz geführt hat. Vor Steuern steht für 2015 ein Verlust von 6,1 Milliarden Euro zu Buche, unter dem Strich sind es fast sieben Milliarden. Es ist der höchste Jahresverlust in der Geschichte der Bank. Nicht einmal auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 hatte es so schlecht ausgesehen. Die Aktie, die einst mehr als 100 Euro kostete, ist inzwischen deutlich unter die 20-Euro-Marke gerutscht. Am Donnerstag büßte das Papier vorbörslich gut ein Prozent ein.

Dass der Anleihehandel auch bei den Frankfurtern für Enttäuschung sorgen würde, hatte sich bereits in den Zahlen der mächtigen US-Konkurrenten abgezeichnet. Besonders groß war der Einbruch beim Erzrivalen Goldman Sachs gewesen. Viele Investoren bleiben wegen der Marktturbulenzen an der Seitenlinie. Das ist Gift für die Handelsabteilungen, zumal das Geschäft wegen der strengeren Regulierung auch grundsätzlich teurer geworden ist. Viele Banken setzen hier deshalb den Rotstift an. Auch Cryan hat der Deutschen Bank verordnet, sich im Investmentbanking auf jene Geschäfte zu fokussieren, die weniger Kapital fressen - das Emissions- und Beratungsgeschäft rund um Fusionen & Übernahmen beispielsweise. Hier räumte die Bank allerdings erstmals ungewohnt offen ein, in "bestimmten" Bereichen Marktanteile zu verlieren.

Das Privatkundengeschäft schrieb im vierten Quartal ebenfalls einen Verlust, vor Steuern waren es 675 Millionen Euro - nach einem Minigewinn von acht Millionen im Vorjahreszeitraum. In dieser Sparte schlugen Restrukturierungskosten zu Buche. Die Postbank soll verkauft und das verbleibende "blaue" Filialnetz zurückgebaut werden. Das geht mit dem Abbau tausender Jobs einher. Im Bereich Zahlungsverkehr und Handelsfinanzierung schaffte die Bank einen Gewinnsprung, in der Vermögensverwaltung ging das Ergebnis zurück.

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