Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Prognose der Volkswirtschaft Arbeitslosigkeit steigt erst später - wenn überhaupt

Nicht zuletzt wegen der Flüchtlingskrise befürchten viele Menschen in naher Zukunft einen drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Doch Volkswirte malen ein anderes Zukunftsbild.

Trotz wachsender Weltmarkt-Risiken und steigender Flüchtlingszahlen rechnen Volkswirte vorerst nicht mit stärker steigenden Arbeitslosenzahlen in Deutschland.

Bis zum Sommer werde die Zahl der Erwerbslosen saisonbereinigt sogar weiter sinken. Erst dann müsse man in Deutschland wegen der wachsenden Zahl arbeitsloser Flüchtlinge mit einem leichten Anstieg der Erwerbslosen rechnen, prognostizierten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Volkswirte korrigierten damit ihre in den vergangenen Monaten etwas pessimistischeren Prognosen leicht.

Wegen des anhaltenden Jobaufschwungs wird nach Einschätzung der Experten die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2016 allenfalls leicht steigen. Bayern-LB-Volkswirt Stefan Kipar geht sogar von sinkenden Jahresdurchschnittszahlen aus, Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank von einer gleichbleibenden Arbeitslosigkeit. Kipar verweist dabei auf die anhaltend gute wirtschaftliche Lage: "Die deutsche Konjunktur ist eine Konsumstory. Und mit dem niedrigen Ölpreis ist die Story sogar noch größer geworden."

Unterschiedlich bewerten die Arbeitsmarkt-Experten der großen Geldhäuser dagegen die aktuellen weltwirtschaftlichen Risiken. Sowohl Rolf Schneider von der Allianz als auch sein Kollege Kipar gehen davon aus, dass die wirtschaftlichen Probleme der Schwellenländer, inklusive Chinas, keine größeren Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur haben werden. Und auch der niedrige Ölpreis werde sich eher positiv auf die deutsche Wirtschaft auswirken - auch wenn der Effekt möglicherweise erst zeitversetzt spürbar sein werde.

Saisoneffekt wird im Januar nachgeholt

Commerzbank-Ökonom Tuchtfeld zögert dagegen, von einer stabilen Konjunkturlage zu sprechen. Er fürchte, dass in diesem Jahr in vielen Bereichen wichtige Konjunkturimpulse ausbleiben. So rechnet er etwa mit sinkenden deutschen Exporten nach China. "Und auch der Euro hat sich nach einer langen Talfahrt wieder gefestigt. Auch von der Seite dürfte also in diesem Jahr kein Schwung kommen", gibt er zu bedenken. Zudem zeichne sich bei der Europäischen Zentralbank allmählich ein Ende der expansiven Geldpolitik ab, die in den vergangenen Jahren Konjunkturtreiber gewesen sei.

Für den Januar rechnen die Volkswirte saisonbedingt mit stark steigenden Arbeitslosenzahlen - und zwar um rund 260 000 auf 2,941 Millionen. Stefan Kipar von der BayernLB erwartet sogar einen noch stärkeren Anstieg. "Im Dezember haben die Firmen wegen des milden Wetters witterungsbedingt kaum Stellen abgebaut. Das holen viele Firmen jetzt nach", glaubt er. Er geht von bis zu 290 000 zusätzlichen Erwerbslosen aus. Der Saisoneffekt ist im Januar wegen des witterungsbedingten Abbaus von Stellen auf dem Bau, dem Garten- und Landschaftsbau und der Gastronomie stark ausgeprägt. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur an diesem Dienstag (2.2.) veröffentlichen.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.
 
 
 
Mehr Artikel aus dem Ressort Wirtschaft
Gegenüber August stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,1 Prozent. Foto: Marius Becker
Teuerungsrate bei 0,7 Prozent
Inflation zieht auf niedrigem Niveau an
Ein Mitarbeiter eines Pressenherstellers prüft Exzenterräder. Foto: Marijan Murat/Illustration
Wieder in Schwung
Maschinenbauer machen im August wieder bessere Geschäfte
Der Deutsche Aktienindex (DAX) zeigt die Wertentwicklung der größten deutschen Unternehmen. Foto: Frank Rumpenhorst/Illustration
Börse in Frankfurt
DAX: Kurse im XETRA-Handel am 29.09.2016 um 13:05 Uhr
Ein Lieferroboter im Einsatz. Foto: Rolf Vennenbernd/Illustration
15 Euro für Expresszustellung
Media-Markt testet Roboter zur Warenlieferung
Der Offshore-Windpark Butendiek liegt etwa 30 Kilometer vor der Insel Sylt. Foto: Daniel Reinhardt
Netzausbau muss Schritt halten
Mehr als doppelt so viel Windstrom aus der Nordsee
Nun will auch die Commerzbank massiv Personal kürzen.
Commerzbank streicht 9600 Jobs
Jede fünfte Vollzeitstelle fällt weg
Der private Konsum stützt die deutsche Konjunktur. (Themenbild)
Deutsche kaufen ein
Konjunkturprognose für 2016 deutlich angehoben
Die Commerzbank plant angesichts der schweren Branchenkrise den Wegfall von rund 7300 Vollzeitstellen. Foto: Frank Rumpenhorst
Reaktion auf Zinstief
Commerzbank will Tausende Stellen streichen
Lässt sich der türkische Präsident überzeugen? Der Zeitpunkt sei günstig, um in die Geschäfte der Deutschen Bank einzusteigen.
Türkei erwägt Deutsche-Bank-Einstieg
"Würde es Sie nicht glücklich machen?"
Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 5,9 Prozent in Deutschland.
Bundesagentur für Arbeit
Arbeitslosigkeit fällt auf tiefsten Stand seit 25 Jahren
Credit Suisse - auch diese Bank war wegen des Verkaufs fauler Hypothekenpapiere ins Visier der US-Behörden geraten.
Schweizer Großbank will außergerichtliche Einigung
Credit Suisse verhandelt über Deal im US-Hypothekenstreit
Verbrennungsmotoren sind ein Auslaufmodell, finden die Grünen.
Vorstoß der Grünen
Ab 2030 sollen nur noch E-Autos zugelassen werden
Elektro-Volkswagen an einer Stromtankstelle. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv
Reichweite soll steigen
Autohersteller feilen an nächster Elektroauto-Generation
Die Mitgliedstaaten der Opec liefern weltweit etwa ein Drittel des Rohöls und besitzen rund drei Viertel der bekannten Reserven.
Teure Richtungsänderung
Opec-Staaten beschließen die Öl-Drosselung
Ein Mitarbeiter einer Firma für Zeitarbeit wirbt um Fachkräfte. Foto: Christian Charisius/Archiv
Keine Trendwende in Sicht
Herbstaufschwung drückt Arbeitslosigkeit im September
Geldfach einer Ladenkasse: Das Wirtschaftswachstum in Deutschland könnte noch stärker ausfallen als bisher erwartet. Foto: Jens Büttner/Archiv
Konsum stützt die Wirtschaft
Institute: Moderates Wirtschaftswachstum und mehr Jobs
Seit Mitte 2014 sind die Ölpreise auf dem Rohstoff-Weltmarkt in einem langjährigen Tief. Foto: Larry W. Smith/Archiv
Finanzmärkte überrascht
Opec will mit Fördergrenze Ölpreis hochtreiben
Der Deutsche Aktienindex (DAX) zeigt die Wertentwicklung der größten deutschen Unternehmen. Foto: Frank Rumpenhorst/Illustration
Börse in Frankfurt
DAX: Schlusskurse im Späthandel am 28.09.2016 um 20:31 Uhr
Lufthansa will bis zu 40 Flieger samt Besatzungen der angeschlagenen Air Berlin für sechs Jahre anmieten.
Angeschlagene Fluggesellschaft
Air Berlin schrumpft drastisch
Maschinen von Air Berlin auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Foto: Kay Nietfeld/Archiv
Streichung von über 1000 Jobs
Air Berlin startet größten Umbau der Firmengeschichte