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Umfangreiche Bauarbeiten Auf diesen Bahnstrecken droht 2016 Chaos

Die Deutsche Bahn steckt so viel Geld in den Erhalt des Schienennetzes wie noch nie. Der Nachteil: Die Bauarbeiten werden für enorme Verspätungen sorgen.

Die gute Nachricht: Die Bahn tut was. Der DB-Konzern baut, erneuert und erweitert das Schienennetz in diesem Jahr mit Rekordaufwand. Und das ist bekanntermaßen dringend nötig. Die schlechte Nachricht: Für die Fahrgäste bedeutet das auf den betroffenen Strecken längere Fahrzeiten im Fern- und Regionalverkehr, Totalausfälle von Zügen und Änderungen im Fahrplan.

Um im laufenden Betrieb effizienter und schneller voranzukommen, hat die Bahn die Arbeiten entlang längerer Streckenabschnitte zu sogenannten Baukorridoren gebündelt. Dadurch wird vermieden, dass Strecken wegen Bauarbeiten immer wieder zeitweise gesperrt werden müssen. In diesem Jahr sind 76 solcher Korridore mit 850 einzelnen Baustellen geplant.

Besonders im Fokus stehen bundesweit neun Strecken. Dort werden Gleise und der Oberbau erneuert, die Sicherungstechnik wird modernisiert oder Brücken ertüchtigt. Die betroffenen Verbindungen lauten: Frankfurt–Mannheim–Karlsruhe/Stuttgart, Hamburg–Hannover–Göttingen, Münster–Bremen, Köln–Hagen, München–Salzburg/Kufstein, Ulm–Augsburg, von Berlin nach Rostock und Elsterwerda.

Digitaler Baustellen-Melder geplant

Eines der größten Projekte ist der Weiterbau der Schnellfahrstrecke zwischen Berlin und München auf dem dem Abschnitt Saalfeld–Nürnberg. Diese Teilstrecke wird in diesem Jahr für 34 Tage total gesperrt, weil die bestehenden Gleise abgetragen werden.

(Foto: Infografik Die Welt)

Die Alternative zur Vollsperrung wären Bauarbeiten gewesen, die sich über acht Jahre hingezogen hätten. "Die Bauarbeiten bedeuten für unsere Kunden Einschränkungen", räumt Thomas Schaffer, Vorstand Vertrieb und Fahrplan bei der Bahntochter DB-Netz ein.

Ein Beispiel: Für die Gleisarbeiten zwischen Hamburg und Hannover von Anfang Mai bis Mitte Juli muss der Fernverkehr umgeleitet werden. Man ist dann in dieser Zeit eine halbe Stunde länger unterwegs. Anschließend wird im südlichen Abschnitt bis Göttingen weitergearbeitet. Die Folge sind längere Fahrzeiten von 40 Minuten bis Anfang September.

Die Bahn will im ersten Halbjahr einen neuen digitalen Baustellen-Melder in Betrieb nehmen. Als Web-Anwendung und App soll in Echtzeit über die geplanten Einschränkungen auf betroffenen Linien informiert werden. Kunden können damit vor Antritt der Fahrt prüfen, inwieweit es aufgrund von Bauarbeiten zu Verspätungen oder Zugausfällen kommt.

Bauarbeiten in Fahrplänen frühzeitig erkennbar

Darüber hinaus gibt es Informationen zu den Bauarbeiten und ihren Auswirkungen unter bauarbeiten.bahn.de oder das kostenlose BahnBau-Telefon: 0800 599 66 55. Die Bahn sagt allerdings auch zu, dass die baubedingten Folgen lange vorab in die Fahrpläne eingearbeitet und dort berücksichtigt werden sollen. Drei Monate vor Reisebeginn soll man in den Fahrplänen Verbindungen sehen können, die Bauauswirkungen berücksichtigen.

Zusätzlich zu den Störungen im Betrieb, die durch Witterungsverhältnisse oder Engpässe bei Zügen und der zu geringen Gleiskapazität entstehen, kommt es durch Bauarbeiten regelmäßig zu weiteren Zeitverzögerungen. Dem will die Bahn aber entgegenwirken, unter anderem mit der Bündelung von Projekten, Bauarbeiten bei Nacht und an Wochenenden, neuen Bauverfahren und dem verstärkten Einsatz von Großmaschinen – mit wechselndem Erfolg.

Nimmt man die baubedingten Verspätungsminuten des Jahres 2007 als Faktor 100, lag er 2015 nach Bahnangaben bei nur noch 73. Bahn-Vorstand Schaffer räumt allerdings auch ein, dass die Zahl der durch Bauarbeiten bedingten Verspätungen 2015 im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen habe.

Der Grund dafür sei, dass es deutlich mehr Bauarbeiten gebe. "Für die Zeit 2016 bis 2019 wollen wir die Zahl der baubedingten Verspätungsminuten stabil halten. Und das ungeachtet eines geplanten Anstiegs des Bauvolumens von 25 Prozent."

Bahn will endlich alle Bundesmittel auch abrufen

Die deutschen Schienenwege sind mit 34.000 Kilometer Länge das größte Bahnnetz Europas – und schon aufgrund ihrer Dimensionen eine Dauerbaustelle. Der DB-Konzern hat im vergangenen Jahr das größte Infrastruktur-Modernisierungsprogramm in der Bahngeschichte gestartet. Grundlage dafür war die Einigung von Unternehmen und Bund auf eine sogenannte Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV II).

Danach stehen zwischen 2015 und 2019 rund 28 Milliarden Euro für das bestehende Netz zur Verfügung – davon allein zwölf Milliarden Euro für den Oberbau. In diesem Jahr sollen 5,5 Milliarden Euro verbaut werden, 200 Millionen mehr als im Vorjahr und eine halbe Milliarde Euro mehr als 2014. Und anders als in den vorangegangenen Jahren will die Bahn es schaffen, tatsächlich alle Mittel des Bundes auch abzurufen – daran hakte es in der Vergangenheit immer wieder.

Nun soll 2016 in Spitzenzeiten an 850 Baustellen pro Tag gearbeitet werden. Geplant ist die Erneuerung und Instandhaltung von rund 3200 Kilometern Schienen, 2000 Weichen, 2,9 Millionen Eisenbahnschwellen, etwa vier Millionen Tonnen Schotter sowie rund 150 Brücken.

Das deutsche Schienennetz galt über Jahre als chronisch unterfinanziert. Die Bahn selbst beziffert den Rückstau bei der Ertüchtigung der Infrastruktur auf 30 Milliarden Euro. Durch die Aufstockung der Mittel und die bessere Planung soll es gelingen, dass dieser Rückstau bis 2019 gebremst und ab diesem Jahr dann stückweise abgebaut wird.

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