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Nach Rekordjahr Daimler schraubt seine Erwartungen zurück

Daimler hatte 2015 Bestwerte bei Absatz, Umsatz und Ergebnis erreicht. Für das laufende Jahr bremst das Unternehmen aber die Erwartungen. Die Gründe sieht es unter anderem im Pkw-Markt in China.

Nach dem starken Wachstum 2015 wird Daimler angesichts der schwächerer Aussichten in China für dieses Jahr etwas vorsichtiger. Der operative Konzerngewinn soll nach dem sprunghaften Anstieg um 36 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro in diesem Jahr nur noch leicht steigen, erklärte der Autobauer am Donnerstag. Nach der Lesart von Daimler bedeutet das ein Plus von 2,5 bis zehn Prozent.

"Alles deutet darauf hin, dass 2016 ein weiteres gutes Jahr für Daimler wird", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche. "Aber Erfolge muss man sich immer wieder neu erarbeiten." Ein Grund für die leiseren Töne ist der inzwischen größte Einzelmarkt für Daimlers Pkw-Geschäft China. Nach einem Absatzplus von 41 Prozent dank neuer Modelle werde die Wachstumsrate in der Volksrepublik in diesem Jahr moderater ausfallen.

2015 erreichte Daimler erneut Bestwerte bei Absatz, Umsatz und Ergebnis. Der Konzernumsatz stieg um 15 Prozent auf 149,5 Milliarden Euro. Auch hier erwartet Daimler nicht länger eine deutliche, sondern nur noch eine leichte Steigerung, was beim Umsatz ein Plus von bis zu fünf Prozent bedeutet. Der Absatz von Pkw und Nutzfahrzeugen insgesamt legte im vergangenen Jahr um zwölf Prozent auf 2,85 Millionen Fahrzeuge zu und soll deutlich weiterwachsen.

Das Nettoergebnis schoss um fast ein Viertel auf 8,9 Milliarden Euro in die Höhe. Daraus will Daimler eine Dividende von 3,25 (Vorjahr: 2,45) Euro je Aktie zahlen.

Mercedes-Benz als Gewinnbringer

Die Rendite im Pkw-Geschäft war 2015 erstmals seit Jahren wieder zweistellig. Im laufenden Geschäft verdiente Mercedes-Benz operativ 10,0 Prozent vom Umsatz und erreichte damit seine Zielmarke. Neben besonders profitablen Modellen wie der Luxuslimousine S-Klasse und der Neuauflage des meist verkauften Mercedes, der C-Klasse, trugen dazu Kostensenkungen und effizientere Produktion bei.

Nach zehn Jahren im Amt als Vorstandschef kam Zetsche damit seinem Ziel, bis 2020 wieder zum größten Premiumhersteller weltweit aufzusteigen, ein großes Stück näher. Mit einem Absatz der Hauptmarke Mercedes-Benz von 1,87 Millionen Fahrzeugen schoben sich die Schwaben an Audi vorbei auf Platz zwei und lagen nur knapp hinter dem Platzhirsch BMW. Nach Prognose des Analysehauses IHS Automotive könnte Mercedes in diesem Jahr die Zwei-Millionen-Marke knacken und BMW überholen.

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