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GAFA Diese vier Tech-Konzerne dominieren die Welt

Rohstoff- und Industriegiganten beherrschten lange den Takt der globalen Ökonomie. Heute dominieren vier Tech-Konzerne die Welt. Es ist die Rückkehr eines bereits totgesagten Imperiums.

GAFA. Diese vier Buchstaben beschreiben die globalen Machtverhältnisse im Zeitalter der digitalisierten Globalisierung. Sie stehen für die US-Konzerne Google, Apple, Facebook und Amazon. Zusammen bringen die vier es auf einen Börsenwert von deutlich mehr als anderthalb Billionen Euro.

Die Google-Muttergesellschaft Alphabet und Apple liefern sich derzeit mit einem Börsenwert von jeweils rund 500 Milliarden ein Kopf- an Kopf-Rennen um den Spitzenplatz als teuersten Konzern der Welt – Anfang der Woche lag Google vorne, am Ende wieder Apple.

GAFA – gefolgt von Microsoft als weiterer amerikanischer Internetkonzern – haben die früher führenden Energieriesen wie den US-Ölmulti Exxon Mobil oder PetroChina überholt und abgehängt, ebenso wie einstige Größen aus der Industrie oder der Finanzbranche.

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Auch wenn weder die schiere Größe noch der Börsenwert für sich genommen viel über längerfristige Entwicklungstrends auszusagen vermögen, sind doch zwei Zwischenergebnisse bemerkenswert: erstens stehen ausschließlich Firmen aus der Digitalisierungswirtschaft ganz vorne und zweitens sind es ohne Ausnahme US-amerikanische Großkonzerne.

USA führen die digitalisierte Globalisierung an

Die Dominanz der USA mag jene in Europa verblüffen, die wiederholt den Abstieg der USA oder sogar bereits einen "Nachruf auf die Weltmacht" (Emmanuel Todd) herbeigeschrieben oder gar herbeigesehnt haben. Was für ein fundamentaler Irrtum! Die USA sind wirtschaftlich alles andere als am Ende. Angeführt von GAFA stehen sie heute an der Spitze der digitalisierten Globalisierung.

Die "alte" Globalisierungswelle hatte in der Tat die Vorherrschaft der USA eingeschränkt. Die weltweit erfolgte Öffnung nationaler Märkte stärkte schwächere Volkswirtschaften. Sie half ihnen, den gegenüber den flächenstarken USA bestehenden Nachteil der kleinen Heimatmärkte zu überwinden und eigene multinationale Unternehmen in aller Welt zu etablieren.

Der Aufstieg Chinas und Indiens, die Erweiterung der EU nach dem Zerfall der Sowjetunion und die Einbeziehung der Schwellenländer in die internationale Arbeitsteilung sorgten für das Entstehen einer multipolaren Weltwirtschaftsordnung.

Kluges Management von "Big Data"

Hatte die "alte" Globalisierung die Macht der USA einst geschwächt, stellt die Digitalisierung nun die früheren Verhältnisse wieder her. Was Europa, China und die Schwellenländer seit dem Ende des Kalten Kriegs den amerikanischen Energiemultis, der Wall Street und den US-geführten Playern der Finanzindustrie an Macht und Einfluss mühsam abgetrotzt haben, verlieren sie jetzt von Neuem an amerikanische Monopole.

(Foto: Infografik Die Welt)

Im Zeitalter der "neuen" digitalisierten Globalisierung sind es nicht mehr so sehr Investmentbanken, Versicherungsgesellschaften, Ratingagenturen, Anwaltskanzleien, Unternehmensberatungen, Wirtschafts- und Steuerprüfer, deren Dienstleistungen für Industriekonzerne, verarbeitendes Gewerbe, den weltweiten Handel und Investitionen im Ausland unverzichtbare Voraussetzungen darstellten.

Nun geht es um das kluge und effiziente Management von "Big Data" – also um das Sammeln, Bewerten und Verdichten von Echtzeit-Information und um die Entwicklung von intelligenten Programmen, Algorithmen und Techniken, mit deren Hilfen Menschen, Roboter und Sensoren mehr oder weniger selbstständig oder verbunden in Netzwerken komplexe unternehmerische Entscheidungen treffen oder einfache alltägliche Probleme lösen.

Datentransfer statt Güterhandel

In der digitalisierten Globalisierung ersetzen das Internet die Warentransporte und der Datentransfer den Güterhandel. Anstatt zentral und in Masse Standardgüter herzustellen und über tausende Kilometer zum Kunden zu transportieren, wird der 3-D-Drucker dezentral und maßgeschneidert Verbraucher bedienen. Deshalb führt auch die Orientierung an der Außenhandelsstatistik komplett in die Irre. Noch immer feiern viele die globale Spitzenstellung Deutschlands als Exportweltmeister. Andere machen den deutschen Handelsüberschuss für alles Unglück in Europa verantwortlich. Doch beide Debatten sind völlig überholt.

Der Güterhandel sagt immer weniger aus über die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft aus. Er wird auf allen Feldern in immer stärkerem Maße durch einen weiträumigen Transfer örtlich ungebundener Informationen, elektronischer Daten und ferngesteuerter Impulse ersetzt. Im Internet der Dinge vernetzen Datenströme nicht nur Menschen. Daten und Wissen werden von Roboter zu Roboter und von Maschine zu Maschine auf der ganzen Welt übertragen. Nationale Grenzen, Regulierungen, Vorschriften und Steuergesetze, aber auch nationale Warenhandelsstatistiken werden mehr oder weniger obsolet.

Während Deutschland weiterhin Seehäfen baut und auf immer größer werdende Containerschiffe setzt, sichern sich GAFA, Microsoft und andere US-amerikanische Firmen der Digitalisierungswirtschaft gerade die Schürfrechte der Zukunft. Sie setzen jetzt die technischen Standards, zahlen das Lehrgeld und schaffen sich jene Innovationsvorsprünge und globalen Netzwerke, die sie gegen konkurrierende Nachahmer genauso uneinholbar machen, wie sich europäische Regulierungsbehörden an der normativen Macht der Internetriesen die Zähne ausbeißen werden.

Können, was andere erst noch lernen müssen

Als "first mover" können GAFA ihre Monopolstellung nutzen, um heute jene Gewinne zu erwirtschaften, die morgen notwendig sind, um sich die später auf den Markt drängende Konkurrenz vom Hals zu halten. Dank ihrer Marktposition, bestehender Kundenbeziehungen und der Gewinnpolster wird sich GAFA jederzeit mit europäischen Konkurrenten einen Preiswettbewerb leisten können, der für GAFA zwar schmerzlich, für die Konkurrenten jedoch ruinös sein wird.

Auf den ersten Blick mag die globale Dominanz von GAFA gar nicht so dramatisch erscheinen. Es gibt in aller Welt nationale Konkurrenten. Der entscheidende Unterschied ist jedoch: Während die Rivalen nationale Player sind, sind GAFA globale Spieler.

Während nationale Firmen in ihren Heimatländern oft dank staatlichem Schutz, Subventionen oder als frühere Staatsunternehmen tätig sind, sind die GAFA im grenzüberschreitenden, globalen Geschäft fast alleine unterwegs. Damit setzen sie heute die Standards, die in wesentlichem Maße die Regulierungen der Zukunft prägen werden. Damit aber wird ihre Vormachtstellung noch einmal stärker zementiert. Sie werden bereits können, was andere noch (teuer) werden lernen müssen.

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