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Maple Bank in Frankfurt Finanzaufsicht greift nach zweifelhaften Deals durch

Zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren hat die Bankenaufsicht wieder ein Kreditinstitut geschlossen. Die Maple Bank in Frankfurt war an zweifelhaften Cum-Ex-Geschäften beteiligt.

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Frankfurter Maple Bank geschlossen. Dem kleinen Institut, das namhaften kanadischen Eigentümern gehört, drohe wegen einer Steuerrückstellung die Überschuldung, teilte die Behörde mit. "Diese steht im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen zu Cum-Ex-Geschäften aus den Jahren 2006 bis 2010", räumte die Maple Bank ein.

Das Institut war im September wegen der umstrittenen Geschäfte mit Dividendenpapieren ("Cum-Ex") von den Ermittlungsbehörden durchsucht worden, die in den Fällen seit Jahren gegen zahlreiche Banken ermitteln. Unklar ist, ob die Maple Bank die Geschäfte auf eigene Rechnung oder für Kunden betrieben hat.

An misslungener VW-Übernahme beteiligt

Zum ersten Mal Schlagzeilen gemacht hatte die Maple Bank 2008, als sie dem Sportwagenbauer Porsche mit Derivaten half, sich heimlich an den größeren Volkswagen-Konzern heranzuschleichen. Doch die Übernahme scheiterte, und Porsche wurde seinerseits von Volkswagen geschluckt.

Die Maple Bank ist das erste deutsche Geldhaus seit mehr als drei Jahren, über das die BaFin ein Moratorium verhängt hat. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht betonte, das Institut habe mit einer Bilanzsumme von fünf Milliarden Euro keine Relevanz für das deutsche Finanzsystem und sei daher auch keine Bedrohung für die Finanzstabilität.

Von der Schließung betroffen seien vor allem institutionelle Kunden. Von den 2,6 Milliarden Euro, die bei der Bank angelegt seien, entfalle nur ein kleiner Teil auf Privatkunden. Wenn die BaFin offiziell den Entschädigungsfall feststellt, ist das Geld durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken abgesichert – bis zu 59,8 Millionen Euro je Kunde, wie ein Sprecher des Verbandes sagte. Mit dem Moratorium der BaFin sollen die Vermögenswerte gesichert werden.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt legt den Bankern schwere Steuerhinterziehung zur Last, zum Teil auch Geldwäsche. Sie sollen den Fiskus um einen dreistelligen Millionenbetrag geprellt zu haben.

Bei den Cum-Ex-Geschäften geht es um einen Handel mit Aktien rund um den Termin der Dividendenzahlung, bei dem Käufer und Verkäufer Kapitalertragsteuer kassierten. Das galt lange als Gesetzeslücke, die von vielen Banken und deren Kunden genutzt wurde. Mehrere große Institute mussten bereits Bußgelder zahlen.

Laut Zeitungsberichten hat die Maple Bank dem Fiskus bis zu 450 Millionen Euro vorenthalten. Das wäre mehr als ihre Eigenmittel, die sich zuletzt auf knapp 300 Millionen Euro beliefen. Die 1994 gegründete Bank gehört zur Maple Financial Group im kanadischen Toronto, an der der Pensionsfonds OTPP und die Familie Chan aus Vancouver mit je 29 Prozent beteiligt sind.

Die börsennotierte National Bank of Canada hält 24 Prozent. Sie hatte bereits kurz nach der Razzia davor gewarnt, dass sie ihre Beteiligung deutlich abwerten müsse. Der Anteil stand damals mit 165 Millionen Kanadischen Dollar in ihrer Bilanz.

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