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Fastfood-Kette McDonald's scheitert mit Burger-Experiment

Im vergangenen September feierte McDonald's eine "Weltpremiere". Die Fastfood-Kette stellte den neuen Bioburger McB vor. Nur vier Monate später schafft McDonald's den Burger wieder ab.

Ganz so einfach ist es mit dem Biothema dann doch nicht. Vergangenen September ließ die Restaurantkette McDonald's die Fußballarena von Bayern München für einen Abend in den Farben des neuen Bioburgers McB erleuchten. Von einer "Weltpremiere" war die Rede. "Wir haben das Ziel, eine Biolinie zu etablieren", sagte Deutschlandchef Holger Beeck an jenem Abend. Es gebe eine größer werdende Klientel, die Bio bevorzuge, war der Manager zu dem Zeitpunkt überzeugt.

Nur vier Monate später gibt McDonald's den Versuch wieder auf, gesünderes Essen auftischen zu wollen. "Wir haben uns die Verkaufszahlen und die Reaktionen unserer Gäste genau angeschaut. Daraufhin haben wir beschlossen, den McB nicht dauerhaft in das Sortiment aufzunehmen", sagte Firmensprecher Philipp Wachholz. Zahlen dazu nannte er nicht.

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Doch die Erkenntnis ist eindeutig: "Bio bei McDonald's ist noch kein Produkt für alle Gäste", sagte der Sprecher. Es handele sich vielmehr um eine Nische. Der Konzern hatte nach dem Verkaufsstart im vergangenen Oktober bereits gesagt, dass der Test Mitte November beendet sein werde. Danach wollte das Management entscheiden, ob es der McB in das Dauerangebot schaffen würde – oder eben nicht.

Nicht alles war bio

Während kleinere andere Burgerketten mit dem Biothema durchaus Erfolg haben und in den Städten ständig neue Anbieter Restaurants für gesünderes Fast Food eröffnen, ist McDonald's offensichtlich nicht von diesem Trend überzeugt.

Ein Grund dafür ist die schiere Größe: Der Konzern betreibt rund 1400 Restaurants in Deutschland. Allein für den Test des McB von September bis November vergangenen Jahres benötigte McDonald's mehrere Hundert Tonnen Biorindfleisch. Die Vorbereitungen sollen rund ein Jahr gedauert haben, um die Versorgung sicherstellen zu können. Ein dauerhaftes Angebot des McB hätte also bedeutet, dass sich der Konzern die großen Mengen an Biorindfleisch mit viel Aufwand in mehreren Ländern hätte verschaffen müssen.

McDonald’s führt seinen Bioburger McB nicht fort. (Foto: pa/ obs/ McDonald's Deutschland)

Ohnehin durfte diese Burgervariante nicht den Namen Bio tragen. Schließlich stammten die anderen Zutaten aus konventioneller Herstellung, etwa die Inhaltsstoffe des Brötchens oder der Soßen kamen nicht aus biologischem Anbau. "Es ist uns aktuell nicht möglich, alle Zutaten in der von uns benötigten Menge, Qualität und Regelmäßigkeit aus ökologischer Landwirtschaft zu beziehen", hieß es in dem Konzern als Begründung – was Kritiker dazu bewog, die Aktion als PR-Kampagne oder Werbegag zu bezeichnen.

McDonald's versucht sich in Schadensbegrenzung

Damit ein Produkt in Deutschland die Bezeichnung Bio tragen darf, müssen Voraussetzungen nach Vorschriften der Europäischen Union erfüllt werden. Zum Beispiel müssen 95 Prozent der Inhaltsstoffe des Produktes bio sein: Dazu gehören Kriterien wie das Verbot von Gentechnik und von Pestiziden sowie eine artgerechte Tierhaltung.

McDonald's muss sich jetzt den Vorwurf gefallen lassen, den Versuch eines Bioprodukts nicht konsequent und umfassend unternommen zu haben. Nur auf die geringen Verkaufszahlen abzuheben und die neue Ausrichtung gleich wieder einzustellen wird von Kritikern als Beleg dafür gewertet, dass das Unternehmen den Wandel hin zu verantwortungsgerechter Ernährung nicht wirklich vorantreibe.

Bei McDonald's versucht man sich indes in Schadensbegrenzung: "Bio wird auch weiterhin bei uns vorkommen. Es muss ja nicht unbedingt das Fleisch sein", sagte der Firmensprecher. Er wolle aber noch nicht zu viel verraten, fügte er hinzu.

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