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Sipri-Bericht Weltweiter Handel mit Waffen nimmt weiter zu

Der weltweite Waffenhandel steigt weiter deutlich an. Vor allem arabische Staaten kaufen mehr Rüstungsgüter. Saudi-Arabien steigerte seine Importe in den letzten vier Jahren um 275 Prozent.

Im Mittleren Osten sind in den vergangenen vier Jahren deutlich mehr Rüstungsgüter importiert worden. Das geht aus einem neuen Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervor.

"Eine Koalition arabischer Staaten setzt vor allem aus den USA und Europa stammende Waffen im Jemen ein", sagte Sipri-Experte Pieter Wezeman. "Trotz der geringen Ölpreise sind weitere große Waffenlieferungen in den Mittleren Osten geplant." Die Region führte zwischen 2011 und 2015 im Vergleich zum Zeitraum zwischen 2006 und 2010 fast zwei Drittel mehr Waffen ein.

Saudi-Arabien steigerte seine Importe in dieser Zeit um 275 Prozent. Mit einem Weltmarktanteil von sieben Prozent ist das Land zweitgrößter Importeur nach Indien (14 Prozent) und vor China (4,7 Prozent). Angesichts der höheren Eigenproduktion fuhr die Volksrepublik ihre Waffenkäufe aus dem Ausland aber im untersuchten Zeitraum um ein Viertel zurück. "China erweitert seine militärischen Fähigkeiten mit importierten und im Inland produzierten Waffen weiter", sagte Sipri-Experte Siemon Wezeman laut einer Mitteilung.

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Auch die weltweiten Waffenexporte des Landes schossen in die Höhe: Sie wuchsen dem Bericht zufolge um 88 Prozent. China steigerte seinen Weltmarktanteil damit auf knapp sechs Prozent. Deutschland verkaufte dagegen zwischen 2011 und 2015 nur noch in halb so großem Umfang Waffen ins Ausland wie von 2006 bis 2010.

Größter Exporteur blieben zwischen 2011 und 2015 mit Abstand die USA mit einem Weltmarktanteil von 33 Prozent, gefolgt von Russland (25 Prozent), China (5,9 Prozent), Frankreich (5,6 Prozent) und Deutschland (4,7 Prozent). Gemeinsam stehen die Länder für rund drei Viertel der internationalen Rüstungsexporte. "Während regionale Konflikte und Spannungen weiter ansteigen, bleiben die USA mit deutlichem Abstand führender weltweiter Waffenexporteur", sagte Sipri-Forscherin Aude Fleurant.

Volumen stieg um 14 Prozent

Große Empfänger sind neben Indien, Saudi-Arabien und China auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar, die ihre Importe um 35 Prozent beziehungsweise 279 Prozent steigerten. Mit Hubschraubern, Verteidigungssystemen, Tankern und Kampffliegern baue der Wüstenstaat sein Arsenal massiv aus, berichteten die Stockholmer Forscher.

Unter anderem weil die USA eine teilweise Aussetzung der Waffenlieferungen an Ägypten aufhoben, führte das Land im untersuchten Zeitraum 37 Prozent mehr Waffen ein. "2014 und 2015 unterzeichnete Ägypten mehrere große Deals für Waffen aus Frankreich, Deutschland und Russland", hieß es im Sipri-Bericht.

Auf der anderen Seite des Roten Meers steigerte der Irak seine Rüstungsimporte um 83 Prozent. Indiens Nachbarn Pakistan, Bangladesch und Myanmar zählen derweil zu den Hauptempfängern von Chinas Waffenexporten.

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Umfang und Größe der im Südchinesischen Meer eingesetzten oder schon bestellten Waffensysteme nehmen auffallend zu. Das asiatische Meeresgebiet werde neben dem Mittleren Osten zum potenziellen neuen Konfliktherd, heißt es in dem Report.

Am gefährlichsten ist demnach, dass es zwischen möglichen Konfliktparteien keine ausreichenden Krisenmechanismen oder Absprachen gibt, um "brenzlige, sich oft zufällig ereignende Situationen wie Havarien auf See zu entschärfen, bevor sie außer Kontrolle geraten." Zu viele Parteien fühlten sich mit ihren Aktionen im Recht.

In Afrika blieben Algerien und Marokko die größten Waffenimporteure: In die beiden Länder gehen über die Hälfte der Lieferungen auf dem Kontinent. Während die Importe in Algerien zurückgingen, wuchsen sie in Marokko.

Trotz der vielen Konflikte in Afrika südlich der Sahara führten diese Staaten aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage nur wenige Waffen ein. Insgesamt stiegen die Importe afrikanischer Staaten um rund ein Fünftel. Auch global gesehen nahm der Waffenhandel zwischen 2011 und 2015 im Vergleich zum Zeitraum zwischen 2006 und 2010 zu: Das Volumen stieg um 14 Prozent.

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