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Neun Erfolgsregeln Zuckerbergs Zauberformel

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist überzeugt, dass es Gesetze für Erfolg gibt. Nicht nur für ihn. Für jeden Menschen, der Erfolg will. Neun Grundsätze sind Facebooks Zauberformel.

Nicht nur Mark Zuckerberg ist binnen zwölf Jahren vom Studenten zum Top-Manager gereift, auch sein Unternehmen Facebook hat sich zu einem der wichtigsten Tech-Konzerne der Welt entwickelt. Dem Amerikaner, der am Donnerstag in Berlin den erstmals vergebenen Axel Springer Award entgegennimmt, gelang die Transformation nur, weil er trotz des rasanten Wachstums die Philosophie eines Start-ups am Leben erhalten konnte. Zuckerbergs Management-Grundsätze sind die Zauberformel, die Facebook erfolgreich macht.

1. Hol nur die Besten

Zuckerberg ist wählerisch, wenn es um Mitarbeiter geht – und der 31-Jährige traut sich, Manager einzustellen, die erfahrener sind als er selbst. Das gilt vor allem für den Kreis, der direkt mit dem Facebook-Gründer zu tun hat. "Ich werde jemanden nur dann einstellen, wenn ich selbst auch für diese Person arbeiten würde", sagte er im vergangenen Jahr auf dem Mobile World Congress in Barcelona. "Ich denke, mit dieser Regel bin ich bisher ziemlich gut gefahren." Sein größter Glücksgriff: Sheryl Sandberg. Sie hat Facebook zur Geldmaschine gemacht und mit an die Börse gebracht.

2. Lass dich nicht kaufen

Es gab Momente, die beinahe alles geändert hätten. Im Jahr 2006 hatte Yahoo eine Milliarde Dollar für den Kauf von Facebook angeboten. Das Netzwerk war gerade zwei Jahre alt und hatte rund zehn Millionen Nutzer, ausschließlich Studenten. Zuckerberg lehnte ab. Was wäre aus Facebook geworden?

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Yahoo bezahlte vor knapp drei Jahren für die Blogging-Plattform Tumblr eine ähnliche Summe – und musste im Februar 230 Millionen Dollar davon abschreiben. Mittlerweile sucht Yahoo für sein Internet-Geschäft einen Käufer. Facebook ist dagegen an der Börse 223 Milliarden Dollar wert. Zum Leidwesen Zuckerbergs beherzigen auch andere Gründer die Regel: Evan Spiegel, 23-jähriger Chef der Foto-App Snapchat, lehnte sein Drei-Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot ab.

3. Gib nie auf

Während einer "Ask-me-anything-Session" auf Facebook gab Zuckerberg sein wichtigstes Erfolgsgeheimnis preis: "Nie aufgeben." Wer ein Unternehmen gründe, werde "einige schwere Entscheidungen" treffen und vielleicht Menschen entlassen müssen. Die besten Gründer gäben aber niemals auf.

Zuckerberg ist hartnäckig. Bis heute hat er es nicht geschafft, Facebook nach China zu tragen. Und doch trifft er sich mit Chinas Staatschef Xi Jinping und lernt sogar Mandarin. Auch der jüngste Rückzug seines kostenlosen Internet-Dienstes Free Basics aus Indien wird ihn nicht aufhalten, die nächste Milliarde Menschen zu erreichen. Indiens Telekom-Aufsicht hatte die Internetzugänge kritisiert, weil über sie nur ein Teil des Webs gratis erreichbar ist.

4. Erst handeln, dann denken

Das klingt bei Facebook so: "Move fast and break things." Mitarbeiter finden die Worte an ihrer Bürowand. Bewegt euch schnell, und macht Dinge kaputt. In dieselbe Richtung geht: "Done is better than perfect" (Erledigt ist besser als perfekt). Projekte wie Facebooks Smarphone-Oberfläche Home werden auf den Markt geworfen, sobald sie einigermaßen funktionieren, und dann in kurzen Abständen weiterentwickelt. Das hilft beim schnellen Wachstum, was für eine Plattform einen Wettbewerbsvorteil bedeutet.

Andererseits bleiben manchmal Regeln auf der Strecke. Facebook nahm beispielsweise deutsche und europäische Datenschutzgesetze nicht immer ernst genug. Erst nach Protesten und Gerichtsverfahren passte der Konzern seine Software an. So hatte das Netzwerk schon 2011 in Deutschland die automatische Gesichtserkennung auf Fotos eingeführt, musste diese Funktion aber auf Druck von Datenschützern deaktivieren.

5. Akzeptiere keine Konkurrenz

Zuckerbergs Konzern hält aktuell Barreserven in Höhe von 18 Milliarden Dollar. Wird ihm jemand zu gefährlich, schafft er ihn aus dem Weg, indem er dafür bezahlt. Die Foto-App Instagram hat Facebook etwa eine Milliarde Dollar gekostet. Für den Chat-Dienst WhatsApp musste Zuckerberg sogar 22 Milliarden Dollar bezahlen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der Zukauf in absehbarer Zukunft direkt finanziell auszahlt. Wichtig ist, eine Gefahr beiseitegeräumt zu haben.

Mit WhatsApp und dem Facebook Messenger besitzt der Konzern die zwei erfolgreichsten Chat-Apps der Welt. Die Bilderplattform Instagram hat mittlerweile mehr Nutzer als das Konkurrenz-Netzwerk Twitter. Wichtiger noch: Was Zuckerberg aufkauft, kann nicht von Google gekauft werden. Das beruhigt die Investoren, die mit Sorge auf neue Konkurrenten wie Snapchat blicken. Und es zahlt sich aus: Seit dem Kauf von Instagram hat sich der Kurs der Facebook-Aktie mehr als verdoppelt.

6. Folge deinen Visionen, nicht dem Geld

Vor allem bei den Zukäufen geht Zuckerberg enorme Risiken ein. Die Umsätze, die Instagram oder WhatsApp einbringen, rechtfertigen die enormen Kaufpreise nicht. Auch das Virtual-Reality-Start-up Oculus, das er im vergangenen Jahr für zwei Milliarden Dollar erwarb, verdient bislang kein Geld. Zuckerberg behauptet stets, dass Ziel von Facebook sei nicht, möglichst viel Geld zu verdienen. Stattdessen wolle man alle Menschen auf der Welt miteinander verbinden. In diese Vision investiert der Konzern,auch wenn in absehbarer Zeit keine unmittelbare Rendite zu erwarten ist, zum Beispiel in die Drohne Aquila, die einst Funk-Internetverbindungen bis in die entlegensten Winkel der Erde tragen soll.

7. Höre auf die Nutzer

Zuckerberg ist besessen, wenn es um die Frage geht, was die Nutzer wollen. Immer wieder diskutiert er mit ihnen. Er liebt "Townhall Meetings", "Fireside Chats", "Ask-me-anything-Sessions". Er fragte die Facebook-Nutzer auch, welche persönliche Aufgabe er jeweils für ein Jahr erfüllen solle. Er solle, kam zurück, Mandarin lernen (tut er jetzt) und jeden Tag eine Krawatte tragen (tut er nicht). Über sein Netzwerk fragt er immer wieder nach persönlichen Geschichten der Nutzer und antwortet auf Facebook-Kommentare. Auch bei seinem Deutschland-Besuch in der kommenden Woche sind solche Gespräche fest eingeplant. Schon vorher sammelt er dafür Fragen.

8. Vertrau in deine Leute

Die Gründer von WhatsApp und Instagram verkauften auch deswegen an Zuckerberg, weil er ihnen weitgehende Unabhängigkeit innerhalb des Konzerns versprach. Beide Firmen treten weiterhin getrennt von Facebook auf und agieren selbstständig. Zuckerberg vertraut den Gründern Mike Krieger, Kevin Systrom und Jan Koum.

Warum sind Milliardäre so großzügig_Diese Freiheit gewährt er jedoch nicht nur seinen Top-Managern – sie ist eines der Grundprinzipien für Facebooks Erfolg und gilt für jeden Angestellten. "Bei Facebook ist kein Problem das Problem von jemand anderem", ist ein Motto, mit dem Neueinsteiger früh vertraut gemacht werden. Eigenverantwortung wird großgeschrieben, wer ein Problem entdeckt, darf es selbst angehen. Umgekehrt dürfen Angestellte sich bei Fehlern nicht hinter Vorgesetzten verstecken. Zuckerberg verlangt von ihnen, dass sie sich konstant selbst fordern und nicht vor großen Herausforderungen zurückschrecken: "Setzt euch Ziele, die ihr nur mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit erreichen werdet", postuliert er.

9. Du bist nie fertig

Wer zum ersten Mal ein Facebook-Büro betritt, wird sich beim Blick an die Decke wundern: Unter dem nackten Beton hängen Lüftungsrohre und Netzwerkkabel, Verkleidungen gibt es nicht. Jedes Facebook-Gebäude wirkt, als sei es noch nicht ganz fertig gebaut – und das ist Absicht. "Diese Reise ist erst zu einem Prozent abgeschlossen", lautet das interne Motto, mit dem Zuckerberg seine Mitarbeiter ermahnt, nicht träge zu werden.

Der Rohbau-Look erinnert konstant die Belegschaft daran, dass sich Facebook weiterhin als Start-up begreift und sich immer wieder selbst erneuern und hinterfragen will. Diese Philosophie soll den Konzern vor dem Schicksal früherer Tech-Riesen bewahren – die eher früher als später von schnelleren und jüngeren Konkurrenten überholt wurden.

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