Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Zukauf von Krauss-Maffei Wegmann Leopard-Hersteller übernimmt Europas größten Panzerfriedhof

Auf einem Panzerfriedhof in Thüringen warten Hunderte Panzer auf ihre Verschrottung. Krauss-Maffei Wegmann übernimmt diesen nun, will aber nicht nur verschrotten.

Bislang hat der Leopard-Panzer-Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) über Aufträge für neue Waffen berichtet. Etwa Kampfpanzer und Panzerhaubitzen für Katar über 1,9 Milliarden Euro oder 131 weitere Boxer-Transportpanzer für die Bundeswehr. Jetzt steht über einer aktuellen Firmenmitteilung: "Krauss-Maffei Wegmann rüstet ab." Der traditionsreiche, deutsche Panzerhersteller übernimmt den größten deutschen Panzerverschrotter, die Battle Tank Dismanteling GmbH mit Sitz im thüringischen Rockensußra.

Der Panzerverschrotter kann mit eindrucksvollen Zahlen über bislang zerstörte Militärfahrzeuge aufwarten. Seit 1991 seien 16.000 Militärfahrzeuge, darunter 1800 Kampfpanzer und weitere knapp 6000 gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge, zerstört und verwertet worden, heißt es in der Mitteilung.

Das große Volumen erklärt sich aus der Firmengeschichte. Durch die deutsche Wiedervereinigung hatte Gesamtdeutschland rechnerisch eine ganze Panzerarmee zu viel. Es wurden Hunderte Panzer der einstigen Nationalen Volksarmee im Auftrag des Bundes zerlegt und verschrottet. Es entstand eine Demilitarisierungsfirma auf einer Fläche von etwa 35.000 Quadratmeter, der angeblich größte Panzerfriedhof Europas.

2005 wurden die Aktivitäten auch noch auf die Verschrottung von Industriemaschinen ausgeweitet. Das Unternehmen erweiterte die Gesamtfläche nochmals. 2006 stieg dann der große deutsche Schrottkonzern Scholz ein, der sich jetzt wieder vom Panzerverschrotter trennt.

Scholz-Gruppe verkauft den Panzerverschrotter wieder

Die Scholz-Gruppe mit über 3,1 Milliarden Euro Umsatz steckt in einem Umbau- und Restrukturierungsprozess und hat sich bereits von zahlreichen Aktivitäten getrennt, um Geld in die Kasse zu bekommen. Über den Kaufpreis des Panzerverschrotters haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Zum Umsatz werden auch keine Angaben gemacht. Laut Bilanz der Firmengruppe von 2013 machte der Panzerverschrotter sogar einen kleinen Verlust.

Der Leopard-Hersteller Krauss-Maffei Wegmann könnte darauf spekulieren, dass ausgemusterte Panzer wieder wertvoller werden. Entweder könnten bereits stillgelegte Leopard-Modelle modernisiert oder als Ersatzteillager genutzt werden. Zu den Kunden des Panzerverschrotters gehörte bisher schon Krauss-Maffei Wegmann, aber auch der Konkurrent Rheinmetall, die Bundeswehr, das österreichische Heer und der staatliche Schweizer Ruag-Konzern. Angeblich hat Battle Tank Dismanteling bereits 840 alte Kampfpanzer vom Typ Leopard 1 verschrottet. Hinzu kommen über 600 alte US-M48-Panzer, die auch Deutschland bestellt hatte, und über 200 ehemals sowjetische Kampfpanzer T72.

Das Heer will wieder mehr Kampfpanzer haben

Das Interesse des Verteidigungsministeriums an der Modernisierung alter Leopard-Panzer wurde im Frühjahr 2015 deutlich. Damals wurde publik, dass von der Industrie für angeblich 22 Millionen Euro 100 Leopard-2-Panzer zurückgekauft werden sollen, die bei der Industrie geparkt seien. Das Heer soll künftig wieder 320 Kampfpanzer in seinen Einheiten haben und nicht, wie bisher geplant, nur 225.

Durch die Angaben aus dem Ministerium wurde erstmals öffentlich, dass die Industrie eine Flotte von immerhin 100 alten Leos besitzt. Krauss-Maffei Wegmann (KMW) oder Rheinmetall machten bislang aber keine Angaben, wer wie viele Panzer irgendwo geparkt hat. Die Industrie hängte einen Mantel des Schweigens über ihre Panzerflotte. "Dazu sagen wir nichts", erklärte ein KMW-Sprecher. Details dürften inzwischen die Franzosen wissen, denn das private Rüstungsunternehmen KMW hat sich jüngst mit dem staatlichen Panzerhersteller Nexter zu einem Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in den Niederlanden verbündet. Nun hat der große, neue europäische Panzerhersteller KMW-Nexter auch einen eigenen Panzerfriedhof.

Rheinmetall-Rüstung macht wieder Gewinn

Die aktuelle Konjunkturbelebung für die Rüstungsfirmen wird auch an den Zahlen des Krauss-Maffei Wegmann-Konkurrenten Rheinmetall deutlich. Der Düsseldorfer Konzern mit den beiden Standbeinen Autotechnik und Rüstung kehrte 2015 in der Militärsparte wieder deutlich in die Gewinnzone zurück. Der Umsatz der Sparte wuchs um 16 Prozent auf 2,59 Milliarden Euro und das operative Ergebnis verbesserte sich von minus 67 Millionen Euro Verlust auf 90 Millionen Euro Gewinn. Auch im identisch großen Automobilbereich legte der Ertrag deutlich zu. Ein detaillierter Jahresausblick soll Mitte März vorgelegt werden.

In Firmenpräsentationen gewährt Rheinmetall bereits jetzt einen kleinen Ausblick. So arbeitet der Konzern an einer neuen Kanone für den Kampfpanzer Leopard. Sie soll dann Geschosse mit 130 Millimeter Durchmesser, statt bisher 120 Millimeter, abfeuern können. Zudem läuft bis zum Jahr 2017 eine Konzeptphase für einen komplett neuen Kampfpanzer, an dem sich mehrere Nationen, darunter Deutschland und Frankreich, beteiligen sollen.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.