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Aral und Rewe Kleine Supermärkte, große Pläne

An 1000 Tankstellen gibt es bald einen Supermarkt. Das haben Rewe und Aral verkündet. Die neuen Läden sollen billiger sein als Tankstellenshops. Bekannt ist auch schon, welche Produkte es dort gibt.

Die größte deutsche Tankstellenkette Aral schließt sich mit dem zweitgrößten deutschen Supermarkt-Kette Rewe zusammen. Die beiden Firmen wollen 1000 Tankstellen umrüsten und dort kleine Supermärkte mit dem Namen "Rewe To Go" einbauen. Vor zwei Jahren hatte Aral mit Tests solcher Läden an zehn Tankstellen begonnen. Jetzt kommt das Konzept in großem Stil.

Im Unterschied zu den gängigen Angeboten an Tankstellen bieten die Supermärkte ein Sortiment aus 1200 Artikel des täglichen Bedarfs an. Das können Lebensmittel wie Müsli, Brotaufstriche, Pasta, Saucen, Konserven, Gewürze oder auch Pflanzenöl sein.

Hinzu kommen heiße und kalte Gerichte wie Sandwiches, Hähnchen, Schnitzel, Wraps, Sushi, geschnittenes Obst, Salate, Suppen und Desserts. Auch frisches Fleisch sowie Obst und Gemüse gehören dazu. Alles zusammen ist es deutlich mehr als das bisherige Angebot an Tankstellen.

Harter Konkurrenzkampf

Die Preise für die Angebote legt der Tankstellenunternehmer vor Ort selbst fest. Bei den Pilottests war dies zu erkennen: Die Waren kosteten dort im Durchschnitt etwas mehr als im großen Supermarkt, aber auch weniger als in den üblichen Tankstellenshops.

Die beiden größten Tankstellenkonzerne in Deutschland – Aral mit rund 2400 Stationen und Shell mit etwa 2000 Tankstellen – liefern sich derzeit einen harten Konkurrenzkampf. Noch führt Aral laut Daten des Energie-Informationsdienstes (EID) mit einem Marktanteil von 21 Prozent vor Shell mit 19,5 Prozent.

Doch der britisch-niederländische Shell-Konzern hat intern als Ziel ausgegeben, in Deutschland zur Nummer eins im Tankstellengeschäft werden zu wollen. Shell setzt dabei auf Preisgarantien und Vorteile für seine Klubmitglieder.

Die BP-Tochtergesellschaft Aral kontert nun mit einem Angriff auf die Tankstellenshops und macht sie zu Einkaufsläden. Attraktiv daran ist nicht nur die Verbreitung im Lande und die leichte Erreichbarkeit. Die Tankstellen haben teilweise auch deutlich länger geöffnet als der örtliche Lebensmittelhandel.

Beide Konzerne stehen unter Druck

Für Rewe wiederum gilt es, den Anschluss an den Branchenführer Edeka nicht zu verlieren. Der Hamburger Edeka-Konzern hatte zuletzt mit der Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann Schlagzeilen gemacht. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte sich mit einer Ministererlaubnis über das Verbot der Transaktion durch das Bundeskartellamt hinweggesetzt.

Der Edeka-Rivale Rewe kann nun mit dem Abschluss mit Aral einen wichtigen Erfolg verbuchen. Der Kölner Lebensmittelhändler öffnet sich damit einen zusätzlichen und großen Vertriebsweg in dem rund 14.000 Stationen umfassenden deutschen Tankstellenmarkt.

Der Umbau der Tankstellen zu kleinen Supermärkten soll auf die nächsten fünf Jahren verteilt werden. Im laufenden Jahr 2016 sollen zunächst 50 weitere Tankstellen zu den zehn Pilottankstellen hinzukommen, die ersten 14 davon bis Ende April.

Im kommenden Jahr 2017 sollen dann 200 weitere Tankstellen umgerüstet werden. Aral hat in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 50 und 100 Millionen Euro in den Ausbau des Tankstellennetzes investiert.

Am meisten Gewinn mit dem Shop

Die Pilotphase habe "ohne jeden Zweifel" belegt, dass es eine Nachfrage für das Konzept gebe, erklärt Patrick Wendeler, der Vorstandschef von Aral. Während des Tests sei der Umsatz an den Pilotstationen deutlich gestiegen.

Zum einen seien mehr Kunden in die Shops gekommen, zum anderen hätten die Kunden im Durchschnitt mehr Geld je Einkauf ausgegeben. Rewe-Vorstand Lionel Souque spricht in der Mitteilung von einer "langfristigen strategischen Zusammenarbeit" mit Aral.

Wie stark sich das wirtschaftliche Geschehen an der Tankstelle weg bewegt hat vom reinen Verkauf von Benzin und Diesel, zeigen diese Zahlen: Tankstellenunternehmer erzielen bei Aral im Durchschnitt gut 60 Prozent ihres Einkommens mit dem Tankstellenshop. Autowäsche und der Verkauf von Kraftstoff sowie Schmierstoffen kommen dabei nur noch auf einen Anteil von jeweils rund 15 Prozent.

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