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Schramme in Jahresbilanz 2015 Die Abgas-Affäre lässt den Gewinn von Audi schrumpfen

Audi hat 2015 auch wegen der Diesel-Affäre weniger Gewinn gemacht. Die VW-Tochter verkaufte zwar mehr Autos, aber unterm Strich blieben noch etwa 4,3 Milliarden Euro - ein Rückgang von 3,0 Prozent.

Wegen der Abgas-Affäre hat die VW -Tochter Audi 2015 weniger Gewinn eingefahren. Das operative Ergebnis sackte im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent auf 4,836 Milliarden Euro ab, wie der Ingolstädter Autobauer mitteilte.

Allein aus dem Diesel-Skandal fielen Kosten in Höhe von 228 Millionen Euro an - für technische Lösungen für die per Software manipulierten Motoren, für Rechtsstreitigkeiten oder für die Besänftigung verärgerter Kunden und Händler. Zudem stellte Audi für den Rückruf von Fahrzeugen mit einem möglichen Airbag-Defekt in Nordamerika 70 Millionen Euro zurück. Der Umsatz kletterte dank eines Rekordabsatzes von 1,8 Millionen verkauften Pkw um 8,6 Prozent auf 58,42 Milliarden Euro.

BMW legte noch keine Zahlen vor

Damit lag die operative Rendite bei 8,3 Prozent - deutlich weniger als die 9,6 Prozent aus dem Vorjahr und auch weit hinter Konkurrent Daimler, der 2015 in seinem Pkw-Geschäft 10,0 Prozent Marge erzielte. Premium-Platzhirsch BMW hat noch keine Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt.

Für 2016 kündigte Audi an, wieder eine operative Rendite im Zielkorridor zwischen acht und zehn Prozent erreichen zu wollen. Der Absatz soll moderat steigen, dies entspricht üblicherweise einem Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Audi-Mitarbeiter bekommen weniger Bonus

Wegen des Gewinnrückgangs und Millionenkosten für die Abgasaffäre stutzt die VW -Tochter Audi ihrer Belegschaft den Bonus für 2015. Die Tarifmitarbeiter an den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm bekommen im Schnitt 5.420 Euro, nach 6.540 Euro im Jahr zuvor, wie der Autobauer am Donnerstag mitteilte. Für Audi arbeiten etwa 60.000 Menschen in Deutschland, weltweit sind es rund 85.000. Schon in den vergangenen zwei Jahren hatten die Ingolstädter die Erfolgsbeteiligung für die Beschäftigten abgeschmolzen. Bei Daimler erhielten die Tarifmitarbeiter für 2015 einen Bonus von bis zu 5650 Euro.

Auch die Audi-Mutter VW will den rund 100.000 Mitarbeitern in den sechs westdeutschen Werken trotz des Diesel-Skandals eine Prämie bezahlen. Wie hoch die im Haustarifvertrag vorgesehene Erfolgsbeteiligung ausfallen wird, ist noch Gegenstand von Verhandlungen des Betriebsrats mit dem Management. Für 2014 hatten die Mitarbeiter eine Sonderzahlung von 5900 Euro erhalten.

Wie aus dem Audi-Geschäftsbericht hervorgeht, bekam der siebenköpfige Vorstand mit Rupert Stadler an der Spitze für 2015 weniger Geld: Mit knapp 20,1 Millionen Euro fielen die gesamten Bezüge fast ein Fünftel niedriger aus als im Jahr zuvor. Das fixe Gehalt sank leicht, die variablen Vergütungsbestandteile gingen kräftig zurück. Allerdings gab es Wechsel auf zwei Vorstandsposten, direkt oder indirekt ausgelöst durch die Abgasaffäre im Mutterkonzern VW. Die Bezüge der einzelnen Mitglieder der Führungsspitze legt Audi nicht offen.

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