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Volkswagen VW-Chefkontrolleur in Abgasaffäre unter Druck

Was wusste Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch in der Volkswagen-Abgasaffäre? Laut "Bild am Sonntag" wurde er zwei Wochen bevor VW an die Öffentlichkeit ging über die Betrugssoftware informiert.

In der Volkswagen-Abgasaffäre gerät einem Zeitungsbericht zufolge Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch in Erklärungsnöte. Er sei am 8. September 2015 über die Betrugssoftware informiert worden, mit der Abgaswerte von Diesel-Modellen geschönt wurden, berichtete die "Bild am Sonntag". Er habe damals als Finanzvorstand von Europas größtem Auto-Hersteller aber dazu geschwiegen.

Erst zwei Wochen später ging VW an die Öffentlichkeit. Dem Dax-Konzern stehen zahlreiche Klagen ins Haus, unter anderem weil die Aktionäre zu spät über den Fall informiert worden sein sollen. Börsennotierte Unternehmen müssen kursrelevante Informationen ad hoc veröffentlichen.

Konzern will Mitte April über den Fall berichten

Volkswagen sei davon überzeugt, die kapitalmarktrechtlichen Anforderungen vollumfänglich erfüllt zu haben, sagte ein Firmen-Sprecher auf Anfrage. "Zu den Inhalten von Vorstandssitzungen äußert sich Volkswagen grundsätzlich nicht." Der Wolfsburger Konzern werde in der zweiten April-Hälfte über die Untersuchung in dem Fall berichten.

Früheren VW-Angaben zufolge wurde bereits im Mai 2014 und damit fast eineinhalb Jahre vor Bekanntwerden des Skandals ein erster Vermerk an den damaligen Konzernchef Martin Winterkorn erstellt. Es sei aber unklar, ob dieser den Vermerk, der seiner umfangreichen Wochenendpost beigelegt worden sei, überhaupt zur Kenntnis genommen habe.

Im November 2014 habe es eine weitere Notiz an ihn gegeben. Später wurde auch eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit den Problemen von VW mit Abgasgrenzwerten in den USA befasste. Am 27. Juli 2015 schließlich hätten Mitarbeiter in Anwesenheit von Winterkorn und VW-Markenchef Herbert Diess über die Diesel-Thematik gesprochen.

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