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Nach Abgasskandal US-Chef Michael Horn verlässt VW

Der US-Chef von VW, Michael Horn, tritt im Zuge des Abgasskandals zurück. Einen Nachfolger für den Posten hat der Wolfsburger Autokonzern bereits, zumindest vorübergehend.

Der krisengeschüttelte Autobauer VW verliert mitten im Abgas-Skandal seinen US-Chef. Der Vorstandsvorsitzende Michael Horn verlasse das Unternehmen im gegenseitigen Einverständnis mit der Volkswagen AG mit sofortiger Wirkung, teilte die US-Tochter Volkswagen Group of America mit.

Hinrich Woebcken übernehme Horns Tätigkeiten zunächst übergangsweise, heißt es in der Mitteilung. Woebcken muss damit schneller Verantwortung übernehmen als ursprünglich geplant, denn als Leiter der Region Nordamerika (USA, Mexiko, Kanada) ist Woebcken noch gar nicht im Amt. Die Funktion soll er erst Anfang April übernehmen. Er wäre dann als Verwaltungsratschef des US-Geschäfts von Volkswagen de facto der Vorgesetzte von Michael Horn geworden. Dazu kommt es nun nicht. Es bleibe dabei, dass Woebcken sein Amt als Nordamerika-Chef Anfang April antrete, sagte eine US-Sprecherin des Konzerns. Als Ersatz für Horn springe der ehemalige BMW-Manager aber sofort ein.

Horn hinterlässt viele Baustellen: Noch immer gibt es keine technische Rückruflösung für die rund 580.000 manipulierten Dieselautos in den USA, welche den Behörden ausreicht. Außerdem drohen wegen der Abgas-Affäre Milliardenstrafen, und viele Klagen prasseln auf den Konzern ein.

Die Hintergründe für den Rückzug Horns blieben zunächst unklar. Für eine eigene Stellungnahme war der 54-Jährige nicht erreichbar. Der Präsident des Rates der VW-Händler in den USA, Alan Brown, sagte, er habe mit Horn in den vergangenen drei Tagen mehrfach über den bevorstehenden Rückzug gesprochen. VW habe Horn andere Jobs außerhalb der USA angeboten, was Horn aber abgelehnt habe.

Insider: US-Justizministerium weitet Ermittlungen aus

Vor dem Rücktritt Horns hatten Insider gesagt, das US-Justizministerium weite seine Ermittlungen gegen VW aus, gehe nun auch dem Verdacht des Bankbetrugs nach. Das "Wall Street Journal" berichtete zudem, in dem Zusammenhang gehe es auch um mögliche Verstöße gegen Steuergesetze.

Horn hatte den Spitzenjob erst im Januar 2014 angetreten. In die Amtszeit des 54-Jährigen fiel das Bekanntwerden der Affäre um manipulierte Abgaswerte, die den Konzern in eine schwere Krise gestürzt hat. Der ehemalige Konzern-Chef Martin Winterkorn war bereits im September zurückgetreten, wenige Tage vorher hatte das US-Umweltamt EPA den Skandal publik gemacht.

VW hatte kurz nach den Vorwürfen der US-Behörden eingeräumt, in den Vereinigten Staaten bereits seit 2009 mit einer speziellen Betrugs-Software in großem Stil Emissionswerte bei Hunderttausenden Dieselwagen gefälscht zu haben.

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte war in den USA durch die Umweltbehörde EPA öffentlich gemacht worden. VW hatte daraufhin den Einsatz einer illegalen Software zugegeben, durch die Stickoxid-Werte von Dieselautos nur auf dem Prüfstand eingehalten werden. Weltweit sind von dem Betrug rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Auf den Konzern könnte Schadenersatzforderungen und Strafzahlungen in Milliardenhöhe zukommen.

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