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Top-Ökonomen rügen EZB-Beschlüsse "Stützung von Zombie-Banken"

Massive Kritik erntet die Europäische Zentralbank von führenden Ökonomen für ihre jüngsten Zinsentscheidungen. Hans-Werner Sinn sprach von einer verbotenen Subventionspolitik für Zombie-Banken.

Führende Ökonomen haben die jüngsten Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) scharf kritisiert. Dass die EZB unter Präsident Mario Draghi jetzt Geld zu einem Negativzins von bis zu 0,4 Prozent an die Banken verleihe, sei eine verbotene Subventionspolitik zur "Stützung von Zombie-Banken und konkursgefährdeten Staaten", sagte der Präsident des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts ifo, Hans-Werner Sinn, der "Bild"-Zeitung.

Der Wirtschaftsweise Lars Feld sagte dem Blatt, die Politik der EZB werde immer wirkungsloser. "Wir sehen, dass Länder wie Italien trotz des Zinstiefs keine Reformen durchführen und Ausgaben eher noch erhöhen." Daran würden auch die neuen Maßnahmen nichts ändern. Die EZB hatte am Donnerstag völlig überraschend den Leitzins auf 0,0 Prozent gesenkt und will noch mehr Milliarden in die Märkte pumpen und Banken extrem billige Kredite zur Verfügung stellen.

Fuest: "Die EZB hat ihr Pulver verschossen"

Der Präsident des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest, warnte, dass die Risiken wie Blasen an Immobilien- und Anleihenmärkten sowie die Schwächung der Banken größer seien als die Chancen, über die beschlossenen Maßnahmen die Konjunktur anzuschieben. "Die EZB hat ihr Pulver verschossen", sagte Fuest der "Bild".

Der Präsident des Bayerischen Finanzzentrums, Wolfgang Gerke, sprach von einem "Frontalangriff auf alle Sparer". Die EZB fahre "einen hochriskanten Kurs", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Freitagsausgabe).
Gerke warnt davor, dass sich Blasen bilden könnten, weil die Bürger sich sehr günstig Kredite besorgen könnten. "Es braucht nur ein ungünstiges Ereignis - und plötzlich reagieren die Märkte über." Dies könne auch in Deutschland zu "einem Crash führen, wie wir ihn zuletzt in den USA erlebt haben". Auch dort seien die Immobilienmärkte wegen einer ganz ähnlichen Notenbankpolitik heiß gelaufen.

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