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Technikfestivel "South by Southwest" in Austin Willkommen beim "Spring Break für Nerds"

CES und MWC sind für Amateure. Die wahren Nerds treffen sich alljährlich auf dem "South by Southwest"-Festival in Texas. Dort wird nicht nur diskutiert, sondern auch ausgiebig gefeiert.

Twitter und Foursquare feierten hier ihren Durchbruch - wer hier überzeugt, schafft es überall. Das fünftägige Festival mit dem etwas sperrigen Namen "South by Southwest Interactive" bietet einen Blick in die digitale Zukunft. Und anders als auf den großen Fachmessen CES in Las Vegas und MWC in Barcelona geht es im texanischen Austin ausgesprochen locker zu. Nicht umsonst gilt das am Freitag eröffnete Event auch als "Spring Break für Nerds".

Zu den Attraktionen im Vorjahr zählten Bernhardiner, die Besuchern mit mobilen Smartphone-Ladegeräten aushalfen - eine Aktion des Akku-Herstellers Mophie. Wer bei den Nerds in Austin auffallen will, braucht also Ideen und Kreativität. Lange war der harte Kern der Hightech-Szene hier weitgehend unter sich. Seit einigen Jahren ist aber auch das "Big Business" präsent. Und mischt auch Washington mit: Als erster US-Präsident besuchte zum Auftakt Barack Obama die Veranstaltung.

"Es ist ein interessanter Ort, wenn man sehen möchte, was es in der digitalen Welt an neuen Trends gibt", sagt Ryan Hoover, Gründer des Start-up-Portals Product Hunt. "Hier gibt es einen speziellen Mix oder einen Zusammenprall von Technologie und Unterhaltung. Wenn sich ganz unterschiedlich denkende Leute miteinander vernetzen, dann entstehen neue Ideen."

Hyperloop und Virtual Reality

Das Festival ist heute zwar deutlich kommerzieller als noch 2007, als der Kurznachrichtendienst Twitter hier von sich reden machte, oder beim Start des Geo-Ortungsdienstes Foursquare 2009. Zu den Sponsoren zählen inzwischen große Unternehmen wie McDonalds und Samsung. Aber die Atmosphäre auf dem "South by Southwest Interactive" ist noch immer eine ganz besondere. Denn das bunte Publikum aus Nerds und Silicon-Valley-Pionieren ist dem Event treu geblieben.

Im Fokus stehen diesmal vor allem Virtual-Reality-Systeme und Fragen der Online-Sicherheit. Mit Spannung wird aber auch eine Vortragssession zu einem futuristischen Transportkonzept erwartet: Nach den Plänen von Hyperloop Transportation Technologies könnten Passagiere künftig mit einer Geschwindigkeit von mehr als 1200 Kilometern pro Stunde - und damit schneller als mit einem gewöhnlichen Flugzeug - in einer Kapsel durch eine Röhre geschossen werden.

Viele Besucher kommen aber sicher auch wegen der großen Namen. Einer der Mitbegründer von Twitter, Biz Stone, wird in Austin über die Entwicklung der Online-Suche diskutieren. Jeffery Jacob Abrams, Regisseur und Produzent von Filmen wie "Star Wars: Das Erwachen der Macht", wird seine neue App KnowMe vorstellen, mit der Videos bearbeitet und geteilt werden können.

Das "South by Southwest Interactive" sei zwar nicht mehr das obskure und doch extrem einflussreiche Festival wie in früheren Zeiten, sagt Ethan Kurzweil von dem Risikokapitalgeber Bessemer Venture Partners, der seit acht Jahren in Austin Stammgast ist. Und doch: "Man kann nach wie vor hören, wie sich die Leute hier über die allerneuesten Trends der digitalen Konsumgüter unterhalten", sagt der Branchen-Kenner.

Debatte um virtuelle sexuelle Belästigung

Eine sehr kontroverse Debatte gab es diesmal vorab. Die Veranstalter hatten vor einigen Monaten zwei Events aus dem Programm genommen, die sich mit dem Problem von Belästigungen und Bedrohungen in Online-Spielen beschäftigen sollten - offenbar weil sie genau deswegen selbst bedroht worden waren. Als Reaktion auf die zum Teil heftige Kritik wurde für Samstag eine ganztägige Sonderveranstaltung zum Thema angesetzt.

Ein anderes "heißes Eisen" in der Branche ist aktuell der Rechtsstreit zwischen Apple und der US-Regierung, bei dem es um den Zugriff auf verschlüsselte Daten auf dem iPhone eines Terroristen geht. Auch zu diesem Thema gibt es in Austin zahlreiche Vorträge und Diskussionen. Konkret soll es hier darum gehen, wie die US-Regierung und die großen Hightech-Unternehmen des Landes besser zusammenarbeiten können, ohne dass dies für die Nutzer zu Lasten von Privatsphäre und Datensicherheit geht.

Mehrere neue System für Virtual Reality sollen noch in diesem Jahr auf den Markt gebracht werden - ob Oculus Rift, HTC Vive oder die Sony Playstation VR. Samsung will spezielle Virtual-Reality-Sitze präsentieren, die in Kombination mit der Virtual-Reality-Brille Gear VR eine Simulation von Bewegungen ermöglichen. Mit Blick auf Virtual-Reality-Systeme für Computer-Spiele gibt es zugleich Überschneidungen zu anderen Großveranstaltungen in Austin, die teilweise parallel stattfinden.

Die "South by Southwest Interactive" ist nämlich Teil des SXSW-Festivals, in dessen Rahmen sich in gesonderten Events auch die Film-, Musik- und Spiele-Branchen in Texas versammeln. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr etwa 80.000 Besucher zum SXSW-Festival. Zum "Spring Break für Nerds" allein waren 2015 immerhin 33.825 Teilnehmer aus 80 Ländern erschienen.

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