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Kampf dem Übergewicht Briten führen Zuckersteuer für Softdrinks ein

Briten, die gerne Cola oder Limonade trinken, müssen dafür bald tiefer in die Tasche greifen. Ihre Regierung will eine Zuckersteuer für Softdrinks einführen. Je höher der Zuckeranteil, desto teurer wird es.

Im Kampf gegen Übergewicht und Diabetes hat Großbritanniens Regierung eine Steuer für Unternehmen angekündigt, die zuckerhaltige Softdrinks herstellen oder importieren.

Die Abgabe soll umgerechnet rund 660 Millionen Euro einbringen, die wiederum in die Förderung von Grundschulsport fließen sollen. Er wolle nicht eines Tages zurückschauen und sagen müssen, man habe das Problem zuckriger Getränke zwar gekannt, aber schwierige Entscheidungen gescheut, sagte Finanzminister George Osborne am Mittwoch in London.

Starkoch Jamie Oliver, der sich für Ernährungs-Unterricht und gesundes Schulessen stark macht, lobte den Vorstoß der Regierung als "großartige Neuigkeiten" und schrieb im Sozialen Netzwerk Instagram: "Ein bedeutender Schritt, der um die ganze Welt gehen wird." Oliver hatte im Parlament vor Abgeordneten für die Steuer geworben.

Die neue Steuer soll zwei Stufen haben: Eine für Getränke ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter, eine für mehr als acht Gramm. Reine Fruchtsäfte, Getränke auf Milchbasis und sehr kleine Unternehmen sind ausgenommen.

100 Milliliter (ml) des bekannten Softdrinks Coca-Cola enthalten durchschnittlich 10,6 Gramm Zucker. Diese Zuckermenge, die drei Zuckerwürfeln entspricht, fällt also in die höchste Stufe der Steuern.

Zuckersteuer breitet sich aus

Eine Frist von zwei Jahren bis zum Inkrafttreten der Regelung gibt Unternehmen Zeit, den Zuckergehalt von Produkten zu senken.

Großbritannien setzt auch in anderen Bereichen zunehmend Gesetze ein, um die Menschen zu gesünderer Lebensführung zu bringen. So gilt seit 1. Oktober ein Rauchverbot in Autos in Anwesenheit von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Das Bußgeld hat es in sich: Umgerechnet 85 Euro werden bei Nichtbeachtung fällig. In Griechenland und Frankreich gilt bereits ein ähnliches Verbot.

Eine Zuckersteuer gibt es bereits in anderen Ländern. Frankreich und auch Mexiko, dessen Bevölkerung die weltweit meisten übergewichtigen Menschen hat, haben die Zuckerabgabe bereits eingeführt. In Mexiko wurde die Steuer 2014 eingeführt und der Absatz von Softdrinks ging um 12 Prozent zurück.

Die EU beschränkt auch die Werbung für Zucker stark. Mit dem Satz "Glucose unterstützt die körperliche Betätigung" wollte Dextro Energy seine Traubenzuckerwürfel bewerben. Dem EU-Gericht sind diese Aussagen zu positiv. Es untersagte dem Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen bestimmte Werbesprüche zum gesundheitlichen Nutzen seines Traubenzuckers.

Die Luxemburger Richter bestätigten damit eine Entscheidung der EU-Kommission. Bei dieser hatte Dextro Energy bereits 2011 für seine zu einem Würfel verpackten Glukosetäfelchen die Zulassung mehrerer sogenannter gesundheitsbezogener Angaben beantragt. Die EU-Kommission machte dabei jedoch nicht mit. Nach anerkannten Ernährungsgrundsätzen sollen Verbraucher nämlich weniger Zucker essen.

Diese Softdrinks wären unter anderem betroffen (Zucker/100ml):

  • Schweppes Bitter Lemon 12,8 g
  • Pepsi Cola 11 g
  • Seven up Lemon 10,6 g
  • Sprite 10,2 g
  • Coca-Cola 10,6 g
  • Pfanner Green Apple 10,6 g
  • Mezzo Mix 10,1 g
  • Seven up Orange 9,6
  • SchweppesTonic 9,1 g
  • Fanta 9 g

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