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Landwirtschaft in Deutschland Bauern werben für Preiswende

Was Schnäppchenjäger freut, geht bei vielen Landwirten inzwischen an die Existenz: Die Preise für Fleisch, Getreide und andere Waren sind im Keller. Die Bauern wollen nun Druck machen.

Die deutschen Bauern befürchten ein länger andauerndes Tief bei wichtigen Produkten wie Milch und dringen auf einen größeren Anteil an den Lebensmittelpreisen im Supermarkt.

"Die Preiskrise ist mittlerweile dramatisch", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sehen leider kein Licht am Ende des Tunnels." Für Milch, aber auch für Schweinefleisch oder Brotweizen seien die Preise abgestürzt, die Erzeuger erzielen können. Der Verband kritisiert zudem die Preispolitik der großen Handelsketten.

Mit einem bundesweiten Aktionstag wollen Bauern an diesem Mittwoch (23.3.) gegen Schleuderpreise für Lebensmittel protestieren. "Wir wollen den Verbraucher informieren, dass von seinem Geld, das er an der Ladentheke ausgibt, der große Anteil nicht bei den Bauernfamilien ankommt", sagte Rukwied. Kunden sollten zugleich animiert werden, "dass sie bereit sind, ein bisschen mehr auszugeben, um die deutsche Landwirtschaft zu unterstützen". Wenn Verbraucher nun mehr hiesige Produkte kauften, "dann hilft das unseren Bauernfamilien in der derzeit sehr schwierigen Situation".

Die Weltmarktpreise für zahlreiche Produkte sind seit Monaten im Keller. Hinzu kommt ein Importstopp Russlands als Reaktion auf EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Krise. Der Bauernverband kritisiert außerdem gestiegene Margen bei Handel und Lebensmittelwirtschaft, obwohl diese derzeit günstiger Grundstoffe einkaufen könnten.

Angesichts der schon großen Konzentration im Handel sei die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erlaubte Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka "ein Schlag in das Gesicht der Bauernfamilien", sagte Rukwied. "Die Balance, die nicht mehr gegeben ist, wird noch weiter zulasten der Landwirtschaft verschlechtert."

Der Gewinn der deutschen Bauern war im vergangenen Wirtschaftsjahr 2014/15 im Schnitt um 35 Prozent eingebrochen. Eine baldige Trendwende sei nicht in Sicht, sagte Rukwied. "Im Moment gibt es keine Anzeichen, dass die Preise sich wieder bessern."

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