Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Probleme mit Satelliten und Teleskopen Die unheimliche Pannenserie im All

Bei einigen riss der Kontakt ab, andere änderten plötzlich ihre Umlaufbahn: Mehrere Pannen bei Weltraum-Satelliten geben Experten derzeit Rätsel auf. Ein Vorfall ist besonders heikel.

Raumfahrt ist eine Branche, die trotz Milliardenumsätzen immer mit einem hohen Risiko des Scheiterns einer Mission verbunden ist. Gerne wird von Verantwortlichen der Slogan "Space is hard" verwendet, wenn beim Start wieder einmal eine Rakete explodiert. 2014 und 2015 kam es beispielsweise zu einer schwarzen Serie mit Fehlstarts von drei unterschiedlichen Raketentypen, Proton (Russland), Antares und Falcon 9 (beide USA). In diesem Jahr spielen sich rätselhafte Fehlschläge direkt im Weltraum und nicht auf dem Weg dorthin ab.

Die unheimliche Pannenserie im All reicht von Wissenschaftsmissionen bis zu Militärprojekten. Zum Glück handelt es sich bislang jeweils um unbemannte Satelliten.

Jüngstes Pannen-Beispiel ist das große japanische Weltraumteleskop "Hitomi" oder auch Astro-H genannt. Das Teleskop wurde Mitte Februar ins All geschossen und sollte jetzt seine Arbeit aufnehmen. Doch der Funkkontakt zu dem Röntgensatelliten, der vom japanischen Technologiekonzern NEC gebaut wurde, riss jetzt ab. Zudem wurden fünf Trümmerteile im Umfeld entdeckt – womöglich das Ergebnis einer kleinen Explosion, heißt es bei Experten.

Die japanische Weltraumbehörde Jaxa berichtet, dass der Kontakt zu dem mehrere Hundert Millionen Dollar teuren Satelliten am 26. März plötzlich abbrach. Derzeit wird fieberhaft versucht, wieder einen stabilen Funkkontakt aufzubauen. Einige Beobachter wollen festgestellt haben, dass der Satellit im All taumelt. An diesem Montag teilte Jaxa mit, dass hin und wieder noch Signale empfangen werden. Für die Wissenschaft wäre ein Fehlschlag ein großer Verlust, weil mit dem Satelliten die Frühphase des Universums mit den schwarzen Löchern erkundet werden sollte. An dem Projekt sind auch Forscher aus Europa (Esa) und den USA (Nasa) beteiligt.

Alle Rettungsversuche eingestellt

Einen plötzlichen Abriss der Verbindung verzeichnete auch die US-Luftwaffe bei ihrem bislang modernsten Wettersatelliten. Am 11. Februar brach plötzlich der Kontakt zu "DMSP-19" ab. Der 518 Millionen Dollar teure Satellit wurde vom US-Rüstungskonzern Lockheed Martin gebaut und umkreist seit April 2014 die Erde. Zuvor war er ungewöhnlich lange, für 15 Jahre, fertig montiert eingelagert.

Dem Branchendienst "Space News" teilten die Militärs jetzt mit, dass alle Rettungsversuche für den Satelliten eingestellt wurden. Ursprünglich war die Lebensdauer auf mindestens fünf Jahre ausgelegt. Die US-Militärs spielen Befürchtungen herunter, die Einsatzplanung könnte durch den Ausfall des etwa 1,2 Tonnen schweren Satelliten beeinträchtigt sein, der in etwa 850 Kilometer Höhe die Erde umkreist.

Während "DMSP-19" noch voll im Einsatz war, als die Verbindung abbrach, ereignete sich im Februar 2015 bei einem ausrangierten US-Wettersatelliten ein anderer Zwischenfall. Bei "DMSP-F13" explodierte im All plötzlich eine Batterie und sorgte für weit über 100 Weltraummüll-Trümmer.

Zur Kette der mysteriösen Vorfälle mit Satelliten in diesem Jahr gehört auch eine Panne mit dem US-Navigationssystem GPS. Das von den US-Militärs betriebene Satellitennetz wird weltweit zur Positionsbestimmung genutzt, beispielsweise auch in Millionen Privatfahrzeugen.

Größte GPS-Panne der jüngeren Geschichte

Das GPS-System funktioniert durch die Aussendung von extrem exakten Zeitsignalen, aus denen sich dann auf der Erde die eigene Position berechnen lässt. Am 26. Januar kam es im Zusammenhang mit der Abschaltung eines älteren GPS-Satelliten durch ein Kommando von der Bodenstation zu der größten GPS-Panne der jüngeren Geschichte.

Die Abweichung von einigen GPS-Zeitsignalen betrug vorübergehend etwa 13 Mikrosekunden, ermittelte das deutsche Spezialunternehmen Meinberg Funkuhren in Bad Pyrmont. In der Öffentlichkeit ist kaum bekannt, dass sich über die GPS-Signale nicht nur die Position bestimmen lässt, sondern über das Zeitsignal auch Finanztransaktionen, Industrieanlagen, die Stromverteilung und vieles andere kontrolliert und synchronisiert wird.

Auf einer Fachkonferenz zur Satellitenkommunikation in München berichtete Meinberg-Experte Heiko Gerstung jüngst von dem Vorfall. Er bezeichnete den Vorfall als "Weckruf" über die potenzielle Verwundbarkeit von Satelliten-Navigationssystemen, von dem Hunderte Millionen Menschen und Volkswirtschaften inzwischen abhängig sind. Der Vorfall im Januar verlief glimpflich. So wurden lediglich Probleme mit Pay-TV-Empfängern in Großbritannien publik.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()