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Minuszinsen Commerzbank schafft das kostenlose Girokonto ab

Die Banken suchen nach Wegen, ihren Kunden keine Negativ-Zinsen zu berechnen. Meist lautet der Ausweg: Zusätzliche Gebühren. Die Commerzbank verlangt nun eine überraschend hohe Überweisungs-Gebühr.

Mit einem Startguthaben von 50 Euro lockt die Commerzbank Sparer in ihr "kostenloses Girokonto". Nur ein Mindesteingang von 1200 Euro monatlich ist erforderlich, ansonsten werden keine Gebühren fällig. Mit solchen großzügigen Angeboten können fast nur Internet-Banken mithalten. Bei der Commerzbank kommen die Kunden aber in den Genuss einer vollwertigen Filialbank, wo sie alle ihre Geschäfte auch noch am Schalter erledigen können. Doch ab 1. Juli gilt das nicht mehr.

Dann sind nur noch Überweisungen via Internet oder am SB-Terminal gebührenfrei, für Papierüberweisungen muss der Kunde hingegen stolze 1,50 Euro berappen. Das gleiche gilt für das bisher kostenfreie Konto für Schüler, Azubis und Studenten.

Auch von ihnen verlangt die Commerzbank zukünftig 1,50 Euro für jeden Überweisungsträger, den sie ausfüllen. Verschont bleiben lediglich Kunden, die ohnehin eine monatliche Kontoführungsgebühr von 7,50 Euro zahlen. Damit ist das "kostenlose Girokonto" – auch wenn es das Geldhaus wohl weiterhin so bewerben wird – de facto Geschichte.

Andere Institute haben angesichts der Minuszinsen einen ähnlichen Weg eingeschlagen oder bereiten sich darauf vor. Nach Einschätzung des Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich, muss jede Bank überlegen, wie sie gegen Ertragsverluste vorgeht.

Überlegungen bei der Postbank

"Wir werden versuchen, das Thema Negativzinsen unseren Kunden nicht zuzumuten", sagte Fröhlich kürzlich. Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon zufolge müssen Sparkassen darüber nachdenken, für manche Dienste, die bisher kostenlos waren, Gebühren zu verlangen. "Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei."

In den vergangenen Monaten erhöhten auch viele Sparkassen die Preise rund um das Girokonto. So kosten auch hier bei vielen Instituten Papierüberweisungen mittlerweile mehr als Online-Überweisungen. An der Gebührenschraube von Kreditkarten wurde ebenfalls vielerorts gedreht.

Langfristig ist zudem zu befürchten, dass die Zinsen für Kredite steigen werden. Bei der Postbank denkt man über die weitere Bepreisung von Dienstleistungen rund um das Girokonto nach. Vor gut einem Jahr hatte das Bonner Institut bereits eine Gebühr von 99 Cent für Papierüberweisungen eingeführt und damit für Wirbel gesorgt.

Auch die Bundesbank erwartet wegen der anhaltenden Mini-Zinsen ungemütliche Zeiten für Bankkunden im Euro-Raum: "Wir sehen, dass viele Institute ihre Gebühren bereits erhöht haben oder über solche Erhöhungen nachdenken", zitierte "Spiegel Online" am Mittwoch den für die Bankenaufsicht zuständigen Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret. Das könne Abhebungen von Bargeld betreffen, Ausstellungen von Scheckkarten oder andere Dienstleistungen.

Letzter Ausweg für die Banken

Das aktuelle Niedrigzinsumfeld setzt die Erträge der Institute unter Druck. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte unlängst den sogenannten Einlagensatz auf minus 0,4 von zuvor minus 0,3 Prozent gesenkt. Geldhäuser müssen damit noch höhere Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der Notenbank überschüssiges Geld über Nacht parken.

Zudem liegt der Leitzins für die Geldversorgung der Banken im Euro-Raum inzwischen bei null Prozent. Vor allem das klassische Zinsgeschäft der Institute leidet darunter. Deswegen sehen die Institute keinen anderen Ausweg mehr, als ihre Kunden stärker zu Kasse zu bitten.

Dombret hält auch Strafzinsen auf Konten von Bank-Kunden für möglich. "Die Banken und Sparkassen, mit denen ich spreche, wollen eigentlich alles tun, um das zu vermeiden. Aber je länger das gegenwärtige Zinsumfeld Bestand hat, desto höher steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass man die Negativzinsen vielleicht doch weitergeben muss." Die Aufsicht mache den Geldhäusern hier keine Vorschriften.

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