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Von wegen Gleichberechtigung Jungs von heute denken traditionell

Die Diskussion um die Frauenquote und die #Aufschrei-Debatte sorgten Anfang des Jahres für Aufsehen. Doch wie denken Jugendliche über Gleichberechtigung? Eine Studie fördert Erstaunliches zutage.

Männlich, mit grauen oder kaum noch Haaren auf dem Kopf, so sieht überspitzt formuliert der deutsche Chef von heute aus. Noch immer sind Frauen in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert. Eine gesetzliche Frauenquote wird in Deutschland vorerst nicht eingeführt. Nach heftigem Streit in der schwarz-gelben Koalition scheiterte im April ein Gesetzentwurf zur Einführung einer Quote in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen.

Doch dass sich gesellschaftlich auf lange Sicht etwas ändern soll, ist selbst in konservativen Kreisen unumstritten. Dafür braucht es aber die Generation von morgen. Die Jugendlichen von heute sind es, die an tradierten Geschlechterrollen rütteln können. Wie es in den Köpfen der Mädchen und vor allem der Jungs aussieht, spielte in der öffentlichen Debatte bislang kaum eine Rolle. Der Fokus lag in den meisten Fällen auf dem Ist-Zustand.

Studie zu Familienvorstellungen von Jungs

Das soll sich jetzt ändern. Eine Studie des Beirats der Jugendpolitik für das Bundesfamilienministerium hat sich genau mit diesen Fragestellungen beschäftigt: Was verstehen Jungs im Alter von 14 bis 18 Jahren unter "Männlichkeit“? Wie sieht ihre Vorstellung von Familie aus? Und wie sind ihre Geschlechterbilder beschaffen?

Die Ergebnisse sind überraschend: Bei vielen jungen Männern hält sich weiterhin ein traditionelles Rollenbild. Die Vorstellung von einem männlichen Familienernährer ist nicht verschwunden. Sie existiert neben dem Bild des "fürsorglichen Vaters" weiter.

Männlichkeit sei "(noch immer) eng mit Erwerbsorientierung verknüpft, und die Berufswahl bietet den Jungen eine Möglichkeit, ihre 'Männlichkeit' unter Beweis zu stellen", heißt es in den Bericht. Einfach ausgedrückt: Jungs definieren sich über den Beruf. Familie kommt an zweiter Stelle und ist weiter die Angelegenheit der Frauen.

So explizit würden die jungen Männer ihre Vorstellungen zwar niemals kommunizieren, die meisten der Befragten treten für ein gleichberechtigtes Familienmodell ein. Doch wie genau dieses Modell in der Praxis gelebt werden kann, bleibt den Jungs unklar. Sie wünschen sich zwar Familie, machen sich aber kaum darüber Gedanken, wie Job und Kinder unter einen Hut zu bringen sind. "Ihnen fehlt es aber oft an konkreten Vorstellungen, wie sich ein Leben jenseits der tradierten Muster führen lässt", resümieren die Wissenschaftler.

Deshalb greifen viele Jungs auf alte Familienbilder zurück: Ist das erste Kind geboren, steckt zunächst die Frau zurück, weil Männer ja besser verdienen. Ihr Beruf soll nämlich ein möglichst "männlicher", ein technischer sein. Weiblich konnotierte Berufe in der Erziehung oder Pflege lehnt ein Großteil der Heranwachsenden sogar ab.

Auch wenn die Jungs von heute differierende Vorstellungen von Familie haben, in ihren Köpfen ist der Großteil der Chefsessel mit männlichen Grau- oder Kahlköpfen besetzt. Mal sehen, ob die Mädchen von heute das zulassen.

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