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Worte haben Jahrtausende überdauert Wie Höhlenmenschen unsere Sprache prägten

Die Ursprünge der Sprache gehen Jahrtausende zurück. Ein neues Buch zeigt, wie Steinzeitmenschen kommunizierten und dass ihre Worte selbst die heutigen Sprachen prägten.

Die Sprache ist der Motor der Menschheit. Und sie hat eine lange Tradition. Aramäisch gilt mit 3000 Jahren als die älteste noch heute gesprochene Sprache. Auch Altgriechisch kann sich mit 2800 Jahren sehen lassen. Doch neuesten Erkenntnissen zufolge hat die älteste noch heute gesprochene Sprache noch weit mehr Lenze auf dem Buckel als bislang bekannt.

So begann die menschliche Sprache mit nichts anderem als Tönen, die versuchten, die Tätigkeit oder den Status des Beschriebenen zu imitieren. Die Hälfte unseres heutigen Wortschatzes entstammt neuesten Erkenntnissen zufolge einer einzigen Sprache - der Ur-Sprache. Das zumindest behauptet Autor und Geschichtsforscher Christopher Stevens in seinem Buch "In Stein gemeißelt - eine Zeitreise zu den Anfängen der modernen Sprache".

Ihren Ursprung hat sie Forschern zufolge in den Steppen des heutigen Russlands vor 8.000 Jahren, von wo sie ihren Siegeszug nach Europa, Asien und Indien antrat. Archäologen nennen diese Sprache Proto-Indo-Europäisch. Hunderte verschiedener Sounds sollen demnach die Sprache der Höhlenmenschen bereits äußerst präzise gemacht haben. Aufgrund der Einfachheit ihrer Töne blieb sie dennoch intuitiv und schnell zu erlernen.

Warum "Ma" überall das Gleiche bedeutet

Einer der steinzeitlichen Grundtöne war das 'an'. Nicht wie unser heutiges 'an', das einem abfallendem, endgültigem Ton gleicht. Vielmehr wurde dieser Ton hochgezogen - sozusagen "eingeatmet". Denn das war es, was der Ton zu imitieren versuchte: atmen. Mit dem Präfix 'M' als Synonym für das Selbst ('Me', 'Myself') in Verbindung mit 'an' wurde der 'Man' erschaffen - das lebende, selbst atmende Ego. Ein Wort, das sich bis in die Neuzeit hielt.

Mama bedeutet Mutter. Das hat es schon immer. Das abgekürzte "Ma" war schon in der Jungsteinzeit angelehnt an den durchdringenden Ton, zu dem ein Baby fähig ist, wenn es nach seiner Mutter schreit. Logisch, das es in nahezu jeder Sprache - von Mandarin bis zum Arabischen, vom Deutschen bis zum Walisischen - auch heute noch als Synonym für Mama herhält.

"Pa" hingegen ist ein kraftvoller Sound. Nach Angaben Stevens' bedeutete es nichts anderes als zu beschützen. Das ist auch heute noch so. Neben 'Papa' ist der 'Patriarch' der Älteste einer Familiensippe. Gleichwohl gibt die Silbe den Auftakt zu machtvollen Worten wie Patriotismus und Palast. Seine Rolle als Ernährer spiegelt sich heute noch im Wort "Pasta" wieder.

Auch der Tod hatte unter unseren Vorfahren eine tiefe Bedeutung. Während 'Mor' dem lateinischen 'mortem' und sogar dem deutschen 'Mord' klanglich ziemlich nahe kommt, hat die Aussprache des Tones gleichzeitig auch etwas Klagendes. Im heutigen Englisch findet sich die Phonetik auch noch im Verb 'moan' (dt. jammern, klagen, seufzen) wieder.

Ursächlich für die Verbreitung der Sprache war den Forschern zufolge auch das Auftreten von Sprachgruppen bei sich ähnelnder Bedeutung. Negierende Worte beginnen auch heute noch oft mit einem 'n': negativ, nein, niemals, Nacht. Worte des "Stillstands" wurden von einem doch recht statisch klingendem 'sta' initiiert. Auch heute noch: Stand, Stall, ja sogar das 'Stammeln' drückt auf seine Art "Stillstand" aus. 'Va' hingegen steht für nichts als Leere: Vakuum und Vakanz sind auch heute noch gebräuchlich.

Sprache ist dynamisch

Vor 250 Jahren stellten damalige Wissenschaftler erstmals die These auf, die moderne Sprache entstamme ursprünglich der Jungsteinzeit. Im 19. Jahrhundert dann war es der deutsche Sprachwissenschaftler August Schleicher, der die Theorie aufstellte, das Sprachen wie die Menschen einen Lebenszyklus durchlaufen. Sie werden geboren, verbreiten sich und sterben wieder. So entwickelte er auch lange vor Charles Darwin das Konzept der Evolution ("Das Recht des Stärkeren") - nur eben auf dem Gebiet der Sprache.

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